Thiem ballert sich in sein erstes ATP-Finale

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Dominic Thiem ist innerhalb weniger Stunden mit Siegen über zwei ehemalige Kitzbühel-Sieger in sein erstes ATP-Finale eingezogen.

Österreichs Tennis-Shooting-Star (20) fertigte am Freitag beim Heim-Event in Tirol Titelverteidiger Marcel Granollers (ESP) 6:4, 7:5 und dann Juan Monaco (ARG) mit 6:3, 6:1 ab.

Im Endspiel trifft Thiem am Samstag (13.00 Uhr) auf den Belgier David Goffin.

Marathon-Tag

Der vorangegangene Regen hatte die Veranstalter des mit 485.760 Euro dotiertem "bet-at-home Cup" und auch die Spieler am Freitag zu einem Marathon-Tag gezwungen.

Während sowohl der deutsche Topfavorit Philipp Kohlschreiber (gegen Goffin) als auch der deutsche Jungstar Alexander Zverev (17) und der Niederländer Robin Haase, 2011 und 2012 Sieger der ersten zwei Auflagen nach der Rückkehr des Tennis-Klassikers auf die ATP-Tour, bereits ausgeschieden waren, spielte Thiem groß auf.

Der Niederösterreicher hielt der Bürde, dass erstmals ein ganzes (Heim-)Turnier auf ihn aufgebaut war, souverän stand.

Top-Leistung gegen Monaco

Mit Vorjahres-Sieger Granollers (ATP-28.) nahm Thiem am Freitag zunächst im Viertelfinale den als Nummer zwei gesetzten Vorjahressieger in 1:46 Minuten aus dem Bewerb und erreichte dadurch erstmals ein ATP-Halbfinale.

Drei Stunden später toppte er dort sein Karriere-Highlight noch. Er fertigte den argentinischen Vorjahresfinalisten Monaco sensationell in nur 58 Minuten ab.

Der 30-jährige Argentinier hat bereits acht ATP-Turniere gewonnen und ist ein Kitz-Spezialist. 2007 hat er hier auch schon gewonnen.

"Monaco aggressiver"

Gegen Thiem war der Routinier aber machtlos, wirkte zum Teil bei den spektakulären Schlägen des von 6.000 begeisterten Fans angefeuerten Österreichers fast schon hilflos.

"Granollers war extrem defensiv. Monaco hingegen spielte aggressiver. Er stand weit vorne, ich hatte dann immer eine gute Länge bei meinen Schlägen, das kam mir entgegen", verglich Thiem, "spielerisch war Monaco leichter, körperlich schwieriger."

Dank an die Fans

Thiem bedankte sich nach seinem erfolgreichen "Doppelpack" gegen die beiden Vorjahres-Finalisten bei den Fans, die ihn am Ende mit Standing Ovations feierten: "Das hilft mir und nervt den Gegner. Es war heute Mittag schon unglaublich am Platz, gegen Monaco war es einfach fantastisch."

Er hoffe, dass er am Samstag im Finale gegen den Belgier David Goffin die selbe Unterstützung bekommen werde.

Schwieriger Start

Der Weg ins erste ATP-Finale war für den Lichtenwörther kein leichter gewesen. Der Dreisatz-Auftakt-Marathon gegen den brasilianischen Qualifikanten Joao Souza mit 2:41 Stunden Spielzeit sei ermüdend gewesen.

"Das war eine reine Krampfpartie. Ich war müde und schlapp nach Hamburg und Gstaad", gestand Thiem.

Ruhetage helfen

Die zwei Ruhetage wegen Regens mit Kartenspielen im Hotel (Uno) waren Thiem dann aber entgegengekommen. "Ich wurde wieder fit und habe mich von Tag zu Tag gesteigert", erzählte er.

Im Achtelfinale schlug er am Donnerstag noch den Tschechen Jiri Vesely 6:3, 7:6, ehe am Freitag auch die Erfolge über Granollers und Monaco kamen.

Thiems Lieblingsturnier

Thiem bezeichnete Kitzbühel als sein Lieblingsturnier. "Ich könnte mir keinen besseren Platz für mein erstes ATP-Finale vorstellen", sagte er.

In Kitzbühel war im Vorjahr der Stern des ATP-Rookies aufgegangen, nachdem er als Nummer 268 der ATP ins Viertelfinale gekommen war.

Monate später schaffte er dies auch beim Wiener Stadthallenturnier.

Aus dem "Ranking-Nirwana"

Als ATP-50. ist er ein Jahr später nach Kitzbühel zurück gekommen.

"Damals war ich im Ranking-Nirwana. Aber ich habe als Nummer 268 genauso hart trainiert. Das ist jetzt der Lohn", meinte Thiem.

Seinen belgischen Finalgegner David Goffin (ATP-78) kennt Thiem gut. In Acapulco (MEX) verlor er heuer gegen ihn in der Qualifikation und auch beim Turnier in Queens.

"Er beginnt immer wie aus der Pistole geschossen", erklärte Thiem.

Erfolgslauf von Goffin

Der mit einer Promoter-Wild-Card ins Turnier gekommene Goffin musste 2:22 Stunden kämpfen, um den argentinischen Qualifikanten Maximo Gonzalez mit 5:7, 6:4, 6:3 niederzuringen.

Der Belgier hat zuletzt drei Challenger-Turniere und insgesamt 19 Matches in Serie gewonnen.

"Er ist sicher mit Selbstvertrauen vollgepumpt. Aber das bin ich auch", blieb Thiem cool.

Muster gewann vor 21 Jahren

Er hat am Samstag die Chance, bei der Jubiläums-Auflage (70.) als erst zweiter Österreicher nach Thomas Muster 1993 das Heimturnier in Kitz zu gewinnen.

Als letzter ÖTV-Spieler vor ihm hatte Jürgen Melzer 2008 das Kitzbühel-Endspiel erreicht.

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