ÖTV-Asse haben große Pläne für 2012

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Im Tennis-Jahr 2012 haben Österreichs Asse durchwegs den Anspruch, besser als in der abgelaufenen Saison abzuschneiden.

Jürgen Melzer und Tamira Paszek als die jeweilige Nummer eins des nationalen Rankings starten dieses Vorhaben ab 1. Jänner von den Weltranglistenpositionen 33 bzw. 42 aus.

Andreas Haider-Maurer und Patricia Mayr-Achleitner als ÖTV-Nummern zwei wollen sich möglichst rasch in den Top 100 etablieren. Abseits anderer Ziele steht auch das Olympia-Turnier in Wimbledon im Fokus.

Vorfreude auf "doppeltes Wimbledon"

Dass dieses Ende Juli/Anfang August auf Rasen in Wimbledon gespielt wird, macht es zu einer besonderen Angelegenheit - besonders für Jürgen Melzer, bereits Sieger an der Church Road im Junioren-Einzel (1999), im Doppel (2010) und im Mixed (2011).

"Ich freue mich darauf, ich habe dort schon dreimal gewonnen", erklärte Melzer. "Ich werde alles spielen. Natürlich Einzel, Mixed fix mit Mimi (Anm.: Paszek). Und im Doppel wird es interessant, was sich ergibt."

Grundsätzlich muss der 30-Jährige vorerst aber sein Hauptaugenmerk auf die Einzel-Karriere legen, in der es im abgelaufenen Jahr - auch aufgrund von Verletzungen - nicht so gut wie erhofft gelaufen ist.

"Top 20 sind erstes Ziel"

"Ich bin gut vorbereitet, habe fast drei Wochen mehr Aufbau als im Vorjahr", sagte Melzer noch vor seiner Abreise am Christtag nach Australien, nachdem er den Heiligen Abend mit seinen Eltern und Bruder Gerald verbracht hatte. "Die Top 20 sind mein erstes Ziel. Wichtig ist, gesund zu bleiben."

Der zweifache Wien-Turniersieger ging diesmal einen etwas anderen Weg, das Training mit dem Ball stand mehr im Mittelpunkt. "Ich habe etwas weniger Kraftübungen gemacht, aber versucht, mehr Stabilität einzubauen, um meinen lädierten Rücken zu stärken."

Bisher lief die Vorbereitung des Deutsch Wagramers schmerzfrei, und damit reibungslos. Für 2012 hat er sich vorgenommen, etwaige Wehwehchen ordentlich auszukurieren. Dementsprechend sind auch längere Turnierpausen möglich.

Haider-Maurer blickt nach vorne

Eine Woche vor Weihnachten haben Melzer und sein deutscher Doppelpartner Philipp Petzschner gemeinsam mit Melzers tschechischer Freundin Iveta Benesova in der tschechischen Liga für CLTK Prag gespielt.

Im mit 2:5 gegen Prostejov verlorenen Finale unterlag Melzer zwar dem tschechischen Weltranglisten-Siebenten Tomas Berdych 6:7,4:6, davor hatte er aber wie auch der für Liberec angetretene Haider-Maurer den starken Serben Viktor Troicki besiegt. Das ÖTV-Duell ging in drei Sätzen an Melzer.

Haider-Maurer geht aber dennoch guter Dinge in die neue Saison, immerhin hat auch er gegen Troicki gewonnen. Wichtiger für den 24-Jährigen aber ist, dass er nach einer konzentrierten Vorbereitung ins Jahr startet.

Thiem will auf der Tour Fuß fassen

"Ich habe Anfang Dezember zu trainieren begonnen", erläuterte der Weltranglisten-128. "Ich möchte so rasch wie möglich in die Top 100 und bei den French Open fix im Hauptfeld sein. An Olympia denke ich derzeit nicht, die Top 60 wären allerdings toll. Dafür muss aber einiges passen."

Der gebürtige Waldviertler verzichtete auf den Australien-Trip. Stattdessen startet er eventuell Mitte Jänner bei einem Future in England, sicher aber ist sein Antreten danach bei Challengern in Heilbronn und in Russland.

Der Vorarlberger Martin Fischer beginnt in Doha seine "Aufholjagd" von Rang 219 aus, die Top 100 sind sein Ziel. Spannend wird sein, ob Orange-Bowl-Sieger Dominic Thiem (639.) in seinem ersten Jahr bei den Erwachsenen den angekündigten Sprung in die Top 200 schafft.

Paszek mit Extra-Training

Bei den Damen liegen die ÖTV-Hoffnungen fast gänzlich bei Paszek. Die 21-Jährige wird nun wie Melzer von Ronald Leitgeb gemanagt. "Wir haben fünf Wochen lang in Florida trainiert", erzählte Paszek-Vater Ariff Mohamed vor dem Abflug am Stefanitag.

Im Camp war Stefan Koubek Sparringpartner, er fungiert 2012 als Paszeks Teilzeitcoach. Für Melzer wie Paszek geht es ab Sonntag in Brisbane los. Danach geht es für Melzer wieder zum Einladungsturnier in Kooyong, für Paszek nach Sydney.

Wichtige Duelle für ÖTV

Auf Team-Ebene wird es bei Damen und Herren Anfang Februar ernst. Die Damen müssen im Fed Cup in der Europa/Afrika-Zone I in Eilat/Israel den schwierig zu erreichenden Gruppensieg schaffen, um im Play-off weiter im Geschäft um den Aufstieg in die Weltgruppe II zu bleiben.

Ohne Paszek wird das kaum gehen, laut Ariff Mohamed ist die Teilnahme seiner Tochter noch nicht fix. "Wir sind in Gesprächen", sagte er. In der Davis-Cup-Weltgruppe winkt den ÖTV-Herren gegen Russland das erste Viertelfinale seit 1995.

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