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Red Bull 400 brachte Sportler an ihre Grenzen

Kaiserwetter, strahlender Sonnenschein und eine prächtige Naturkulisse empfingen 236 Teilnehmer und 2.500 Zuschauer am Sonntag in der Obersteiermark.

Mit dem sonnigen Gemüt war es aber zumindest bei den Teilnehmern schnell vorbei: Extreme Steigungen, rutschiger Untergrund und ein internationales Top-Starterfeld machten den Sturm auf den Kulm zu einer extremen Herausforderung.

Auf allen Vieren mussten sich die Bergläufer, Treppenläufer, Leichtathleten, Hobbysportler und Prominenten die Flugschanze  hinauf kämpfen. Die Tagesbestzeit verbuchte die türkische Gemse Ahmed Arslan mit 5:04,58 Minuten. Bei den Damen jubelte die Italienerin Antonella Confortola-Wyatt in 6:07,24 über den Sieg.

"Highway to Hell"

Tausende Zuschauer erlebten am Sonntag wie die Teilnehmer am Red Bull  400 von der Flugschanze in Tauplitz/Bad Mitterndorf schnell an ihre Grenzen gebracht wurden. Bereits nach wenigen Metern erreichte der Puls  Spitzenwerte und die Lauftechnik erinnerte bei Steigungen von bis zu 37° eher an eine Klettertour.

Auf allen Vieren quälten sich die Läufer bei passenden Klängen wie "Highway to Hell" über das rutschige Gras im steilen Aufsprunghügel. Die spiegelglatte Anlaufspur konnte überhaupt nur mit Hilfe des Handlaufs bewältigt werden. Kein Wunder also, dass es im Ziel durchwegs schmerzverzerrte Gesichter und völlig erschöpfte Sportler zu sehen gab.

"Am Limit, aber überglücklich"

Gelaufen wurde in den Bewerben Full Distance Herren, Full Distance Damen und Staffel 4x 100m.

Der Startschuss fiel im Auslauf der Schanze, über den Aufsprung und den Schanzentisch ging es mittels Rampe bis an das oberste Ende der Anlaufspur – die härtesten 400 Meter der Welt.

Einige Läufer haben den Kampf gegen die Schwerkraft am Kulm wohl unterschätzt und mussten völlig entkräftet  aufgeben, manche rutschten im Retourgang die Schanze wieder hinunter. Dennoch waren am Ende alle froh, dabei gewesen zu sein.

"Ich hätte mir nicht gedacht, dass es so hart ist! Aber es war ein toller Wettkampf an einer einzigartigen Location", resümierte ein erschöpfter Andreas Goldberger, der Rang 40 belegen konnte.

Auch Sieger und fünffacher Europameister im Berglauf Ahmed Arslan strahlte: "Ich war wirklich am Limit, die Flugschanze hat mir alles abgefordert. Aber jetzt ich bin überglücklich!"

Mit knapp 13 Sekunden Rückstand erreichte mit Matthias Mayr der beste Österreicher als Zweiter das Ziel. Fünf Sekunden dahinter komplettiert der Slowene Matjaz Miklosa das Podest.

Hochkarätiges Starterfeld

Das Starterfeld war international und national hochkarätig besetzt.

Biathlet Dominik Landertinger durfte sich im 50 Teilnehmer starken Herren-Bewerb über Platz fünf (+30,48) freuen. Berglauf-Spezialist Markus Kröll erreichte Rang sieben (+34,73).

Bei den Damen liefern sich hinter Confortola-Wyatt die beiden Österreicherinnen Margit Egelseder (+38,17) und Teresa Stadlober (39,86) einen spannenden Kampf um Platz zwei.

Im Staffel-Bewerb waren bei Damen und Herren die Teams der "OÖ Nachrichten" nicht zu schlagen.

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