Auf geht's zur Tour-Generalprobe

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Dauphine fordert Fahrer mit vier Bergankünften

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Am Sonntag startet das 65. Critérium du Dauphiné in Champéry in der Schweiz.

Acht Tage dauert die 1.136,5 km lange Generalprobe für die Tour, vier Bergankünfte und ein Einzelzeitfahren stehen vom 2. bis 9. Juni auf dem Programm.

Auch die berühmten 21 Kehren von Alpe d’Huez müssen auf der siebenten Etappe der Tour durch die französischen Alpen erklommen werden.

Fingerzeig

Das Critérium gilt als beliebte Vorbereitung für die Tour de France, allerdings macht sie nicht immer verlässliche Aussagen bezüglich der Top-Favoriten.

Bradley Wiggins (Sky), der am Donnerstag seine Tour-Absage bekanntgab, gewann die Dauphiné im letzten Jahr, bevor er danach auch bei der Frankreich-Rundfahrt erfolgreich war.

Doch er ist erst der achte Fahrer, dem dies gelang, vor ihm schafften das zuletzt Miguel Indurain 1995 sowie Lance Armstrong 2002 und 2003. Dem US-Amerikaner wurden die Erfolge jedoch nachträglich wieder aberkannt.

Dennoch waren vier der letzten sechs Sieger der "Großen Schleife" auch in der Dauphiné sehr gut platziert: Alberto Contador wurde 2007 vor seinem Tour-Triumph Sechster, 2009 Dritter und vor seinem aberkannten Sieg 2010 ebenfalls Dritter, Cadel Evans beendete die Dauphiné 2011 auf Rang zwei.

Tolles Frühjahr für Froome

Besonders im Blickfeld stehen natürgemäß die beiden größten Tour-de-France-Favoriten Chris Froome (Sky) sowie Alberto Contador (Saxo-Tinkoff).

Froome hat heuer dort angesetzt, wo sein Teamkollege Wiggins im letzten Jahr aufhörte und - mit Ausnahme von Tirreno-Adriatico, wo er hinter dem späteren Giro-d'Italia-Sieger Vincenzo Nibali (Astana) Zweiter wurde - jedes Etappenrennen, bei dem er gestartet ist, gewonnen: Die Tour of Oman, das Critérium International und die Tour de Romandie. 

"Die Strecke der diesjährigen Dauphiné ist beinahe wie eine Mini-Tour-de-France mit den Bergankünften und dem Zeitfahren", sagte Froome, der unter anderem von Richie Porte, Edvald Boasson Hagen, Vasili Kiriyenka and David Lopez unterstützt wird.

Sieg ist nicht das Ziel

"Ich würde nicht sagen, dass es mein Ziel ist, hier zu gewinnen. Es ist mehr ein Indikator darüber, wo ich stehe und ob ich noch Extra-Training vor der Tour einbauen muss", erklärte der Brite, der in Kenia geboren wurde.

Zudem ist es eine gute Gelegenheit, zu sehen, in welcher Form sich die Konkurrenz befindet.

Allen voran natürlich Contador, den Froome als seinen größten Konkurrenten um den Tour-Sieg ansieht. Beide Fahrer sind sich in diesem Jahr bisher zweimal begegnet, Froome war sowohl bei der Tour of Oman in Februar, als auch bei Tirreno-Adriatico im März besser klassiert als sein Widersacher.

"Anders als im letzten Jahr"

Der Spanier konnte in diesem Jahr noch keinen großen Sieg einfahren.

"Ich bin bereit, eine gute Dauphiné zu fahren", gab sich Contador, dem beim Critérium unter anderem Michael Rogers, Chris Anker Sörensen sowie Jesus Hernandez als Helfer dienen werden, kämpferisch.

"Es ist anders als im letzten Jahr, als es eine Menge Zeitfahrkilometer zu absolvieren gab. In diesem Jahr sind es nur 30 Kilometer, das ist also nicht entscheidend. Dazu gibt es vier Bergankünfte, was mir sehr entgegen kommt."

Keine Angst vor Froome

Contador schätzt den Tour-Zweiten des Vorjahres als sehr starken Gegner ein, fürchtet ihn aber nicht.

"Sieht man sich Froomes Leistungen der letzten zwei Jahre an, hat er alle Chancen, eine große Rundfahrt zu gewinnen, so lange das Team nur für ihn arbeitet. Ich bin sicher, dass er seine Chance nutzen wird. Aber ich habe keine Angst vor ihm."

Den Vergleich mit dem Sky-Kapitän scheut Contador also nicht. "Meine Form wird besser und wenn meine Beine gut sind, fürchte ich mich nicht!"

Rodriquez, Valverde und Co.

Neben Froome und Contador gibt es einige weitere Profis im Fahrerfeld, die darauf hoffen, sich bei der anspruchsvollen Rundfahrt ins Rampenlicht fahren zu können.

Dazu gehören sicherlich der zweifache Sieger des Critériums, Alejandro Valverde (Movistar), Joaquim Rodriguez (Katusha), dem mit 34 Jahren langsam die Zeit wegläuft, wenn er noch eine große Rundfahrt gewinnen will, sowie Jurgen Van den Broeck (Lotto-Belisol), der die Dauphiné schon dreimal (Vierter 2010, 2011, Fünfter 2012) in den Top Fünf beendete.

Daneben wollen auch die französische Tour-Hoffnung Pierre Rolland (Europcar), Andrew Talansky (Garmin-Sharp) und Samuel Sanchez (Euskaltel), der beim Giro erst am Ende in Fahrt kam, aufzeigen.

Der einzige österreichische Starter ist Thomas Rohregger vom Team RadioShack-Leopard.


Die Etappen des 65. Critérium du Dauphiné:

1. Etappe, 2. Juni: Champery (Schweiz) - Champery (Schweiz) (121, 0 km)

2. Etappe, 3. Juni: Chatel - Oyonnax (191,0 km)

3. Etappe, 4. Juni: Amberieu-en-Bugey - Tarare (167,0 km)

4. Etappe, 5. Juni: Villars-les-Dombes - Parc des Oiseaux (32,5 km/Einzelzeitfahren)

5. Etappe, 6. Juni: Gresy-sur-Aix - Valmorel (139,0 km)

6. Etappe, 7. Juni: La Lechere-les-Bains - Grenoble (143,0 km)

7. Etappe, 8. Juni: Le Pont-de-Claix - Superdevoluy (187,5 km)

8. Etappe, 9. Juni: Sisteron - Risoul (155,5 km)

 

Henriette Werner

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