Alle jagen Peter Sagan

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Am Sonntag geht die Radsport-Saison so richtig los. Mit Mailand-San Remo steht der erste große Klassiker auf dem Programm.

In den letzten Jahren durften bei der "Primavera" oft Sprinter jubeln. Doch auf knapp 300 Kilometern kann unheimlich viel passieren, was nicht zuletzt Simon Gerrans, Überraschungssieger 2012, bewies.

Auch das winterliche Wetter in Norditalien kann jede noch so ausgefeilte Strategie über den Haufen werfen.

LAOLA1 nimmt die Favoriten unter die Lupe:

 

Peter Sagan (Cannondale)

Der Topfavorit. Der Slowake ist in herausragender Form, das zeigte er zuletzt mit zwei Etappensiegen bei Tirreno-Adriatico. Zudem ist der slowakische Cannondale-Profi ein Allrounder, dem eigentlich jeder Rennverlauf in die Karten spielen kann. Aber: Ein Klassiker-Sieg fehlt noch in den Palmarés des 23-Jährigen. Filippo Pozzato, bringt das vermeintliche Problem auf den Punkt: „Letztes Jahr hatte er (Anm.: Sagan) Probleme mit langen Distanzen.“ Der Sieger von 2006 fügt aber auch gleich hinzu: „Ich weiß, dass er ein Champion ist und mit Sicherheit an seinen Ausdauer-Qualitäten gearbeitet hat.“ Fraglich ist auch, wie sich die Helfer rund um den erst 22-jährigen Moreno Moser schlagen werden.

 

Mark Cavendish (Omega Pharma-QuickStep)

„Ich kann Mailand-San Remo nicht gewinnen“, machte Mark Cavendish im Vorfeld der „Classicissima“ klar. Ganz so ist das sicher nicht. Der „Manxman“ startete gut in die Saison. Tirreno-Adriatico ist dann nicht ganz optimal verlaufen, so musste sich Cavendish etwa zum ersten Mal überhaupt Peter Sagan in einem direkten Duell geschlagen geben. Doch falls es zu einem Massensprint kommen sollte, ist der 27-Jährige immer noch der Mann, den es zu schlagen gilt. Die Chancen, dass Cavendish seinen Triumph aus dem Jahr 2009 wiederholt, stehen auf jeden Fall nicht so schlecht.

 

Matthew Goss (Orica GreenEdge)

In den letzten beiden Jahren war die „Primavera“ fest in australischer Hand. 2011 überraschte Matthew Goss genauso die Konkurrenz, wie Simon Gerrans 2012. Dass der Vorjahressieger heuer wieder erfolgreich ist, darf jedoch bezweifelt werden. Denn aufgrund der aktuellen Hochform von Goss wird das Team Orica GreenEdge wohl für den Jüngeren der beiden „Aussies“ fahren. Bei Tirreno-Adriatico düpierte der 27-Jährige auf der zweiten Etappe die gesamte Sprint-Elite. Cavendish, Sagan und Co. hatten gegen ihn das Nachsehen. Möglich, dass ihm das bei Mailand-San Remo wieder gelingt. Denn dass Goss der längste aller Klassiker liegt, hat er nicht zuletzt bei seinem Sieg 2011 bewiesen.

 

Fabian Cancellara (RadioShack Leopard)

Auch Fabian Cancellara hat die „Classicissima“ 2008 schon einmal gewonnen. Zudem landete er die letzten beiden Jahre auf dem Podest. Kommt es zu keinem Sprint, ist er mit seinen überragenden Zeitfahrfähigkeiten wohl der Favorit. Gegen den Schweizer spricht jedoch die aktuelle Form. Heuer konnte der RadioShack-Profi noch keinen Sieg einfahren, im Zeitfahren von Tirreno-Adriatico landete er sogar nur auf Rang vier. Enttäuschend für vierfachen Weltmeister im Kampf gegen die Uhr. Dennoch gibt sich Cancellara kämpferisch: „Ich bin nicht schlecht drauf. Ich habe meine Hausaufgaben gemacht. Die Ergebnisse fehlen zwar bisher, aber Siege sind nicht alles."

 

Philippe Gilbert (BMC Racing)

Der Weltmeister darf im Favoriten-Check für Mailand-San Remo natürlich nicht fehlen. Neben seinem dritten Platz aus dem Jahr 2011 spricht vor allem das starke BMC-Team für ihn. Mit Altmeister Thor Hushovd und Greg Van Avermaet darf sich der Belgier über hochkarätige Unterstützung freuen. Wie Cancellara wartet jedoch auch Gilbert heuer noch auf den ersten Sieg. So musste er sich bei Paris-Nizza im Sprint einer Ausreißergruppe Sylvain Chavanel geschlagen geben. Nichtsdestotrotz zählt der Allrounder wie bei jedem Klassiker zu den Top-Favoriten.

 

Jakob Faber/Máté Esterházy

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