Cancellara triumphiert, Sturz von Boonen

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Für Lokalmatador Tom Boonen endete der Traum vom Rekordsieg auf dem harten Asphalt, stattdessen hat ein bärenstarker Fabian Cancellara zum zweiten Mal nach 2010 in der Flandern-Rundfahrt triumphiert.

Der 32-jährige Schweizer holte am Ostersonntag bei tiefen Temperaturen im Alleingang den Sieg bei der 97. Auflage des Rad-Klassikers und verwies nach 256,2 Kilometern von Brügge nach Oudenaarde den Slowaken Peter Sagan und den Belgier Jurgen Roelandts souverän auf die Plätze zwei und drei.

Die Hoffnungen des im Vorfeld erkrankten Bernhard Eisel und seiner Sky-Mannschaft auf einen Spitzenplatz erfüllten sich hingegen nicht.

Die Entscheidung gesucht

Die Entscheidung fiel 14 Kilometer vor dem Ziel, als Cancellara am Paterber, dem letzten der 17 giftigen Anstiege, mit einem kraftvollen Antritt unwiderstehlich davonzog.

Lange Zeit hatte sich Sagan am Hinterrad des viermaligen Zeitfahr-Weltmeisters festgebissen, beim letzten Bergaufstück musste aber auch er kapitulieren.

Verletzungen davongetragen

Als Cancellara jubelnd mit dem Victory-Zeichen über den Zielstrich auf der Minderbroedersstraat rollte, war der Arbeitstag seines großen Rivalen Boonen längst beendet.

Der belgische Radstar, der mit einem vierten Sieg zum alleinigen Rekordgewinner aufgestiegen wäre, kam bereits nach 19 Kilometern zu Fall.

Bei dem Sturz erlitt Boonen Prellungen und Schürfwunden an der linken Hüfte, am linken Ellbogen und am rechten Knie. Der 32-Jährige wurde ins Krankenhaus von Roeselare gebracht, dort wurde die Wunde am Knie mit einigen Stichen genäht. Frakturen hat der Kapitän des Teams Omega Pharma-Quick Step nicht davongetragen.

Cancellara kennt das Gefühl

Damit war wie im Vorjahr einer der großen Favoriten frühzeitig aus dem Rennen.

2012 war es Cancellara, der durch eine am Boden liegende Trinkflasche zu Fall gekommen war und dabei einen vierfachen Schlüsselbeinbruch erlitten hatte.

"Das ist unglaublich. Vor einem Jahr war ich am Boden. Als großer Favorit zu gewinnen ist nicht leicht - ich bin sehr glücklich", betonte Cancellara, der auch im Olympiarennen in London schwer gestürzt war.

Kein Start bei Paris-Roubaix

Diesmal erwischte es Boonen zur Enttäuschung der mehreren hunderttausend Radsport-Fans aus Belgien, die am Streckenrand trotz der eisigen Kälte für Volksfeststimmung sorgten.

Laut Teamchef Patrick Lefevere wird Boonen auch in der kommenden Woche für den Klassiker Paris-Roubaix ausfallen.

"Ein Start wäre keine gute Idee. Dafür müsste er am Montag oder Dienstag 250 Kilometer fahren. Das ist unmöglich", sagte Lefevere dem belgischen TV-Sender Sporza.

Österreicher steigen aus

Österreichs Hoffnung Bernhard Eisel musste bei seiner elften Flandernrundfahrt-Teilnahme zum ersten Mal aussteigen. Für ihn war nach 190 Kilometern Schluss. "Ich hatte einfach keine Kraft mehr", erklärte der von den Nachwirkungen einer fiebrigen Erkrankung geschwächte Sky-Profi.

Gleichzeitig richtete Eisel aber auch den Blick nach vorne zum nächsten Radklassiker am kommenden Sonntag: "Jetzt bleibt genug Zeit für mich, Energie für Paris - Roubaix aufzunehmen."

Zur Dominanz des Siegers Fabian Cancellara meinte der 32-jährige Steirer: "Der ist, wenn man ihn nur zehn Meter wegfahren lässt, nicht mehr einzuholen. Er war heute unschlagbar." Neben Eisel gaben auch die beiden anderen Österreicher, Marco Haller und Daniel Schorn, auf.

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