Bernhard Eisel hofft auf das Jubiläum beim Jubiläum

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Natürlich, lacht Bernhard Eisel, würde er gerne auch in diesem Jahr die Tour de France fahren.

Weil es sein zehnter Start wäre, womit er alleiniger Rekordhalter in Österreich wäre.

Vor allem aber weil es die 100. Edition der legendären Frankreich-Rundfahrt ist.

„Es schaut nicht schlecht aus, aber bis jetzt kann ich nur hoffen, dass ich wieder dabei bin. Wissen tue ich es noch nicht.“

Die Rollen sind verteilt

Denn der Rennplan für die Fahrer vom Team Sky steht vorerst nur bis zur Tour de France. „Danach ist es leer!“

Auch neben den Namen Chris Froome und Sir Bradley Wiggins, verrät der in Kärnten lebende Steirer im Gespräch mit LAOLA1.

Die beiden Briten haben aber natürlich ihren Fixplatz im Sky-Aufgebot – und auch die Rollen sind seit einigen Tagen ganz klar besetzt.

„Froome ist in diesem Jahr die Nummer 1, für ihn wird gefahren. Uns ist natürlich bewusst, dass wir mit den zwei stärksten Fahrern ein Luxusproblem haben, auf der anderen Seite macht es diese Doppelspitze für uns vielleicht einfacher den Erfolg aus dem Vorjahr zu wiederholen.“

Ein "Nein" für Wiggins

Dass ihm nach dem Abgang von Mark Cavendish zu Omega Pharma-QuickStep ein prominenter Fürsprecher im Team fehlt, glaubt der 32-Jährige nicht.

„Wiggins hätte mich auch gerne beim Giro d’Italia dabei gehabt, hat das im Höhentrainingslager in Teneriffa auch noch einmal betont. Aber wir haben dann gemeinsam entschieden, dass es nach der Klassiker-Saison besser ist, wenn ich mich hundertprozentig auf die Tour de France vorbereite.“

Nachsatz: „Das heißt aber nicht, dass ich sie dann auch fahre.“

Bei der Dauphiné dabei

Fix dabei ist Eisel jedenfalls bei der Tour of Norway, die am Mittwoch beginnt, und auch beim Criterium Dauphiné, dem neben der Tour de Suisse wichtigsten Vorbereitungsrennen auf die Tour de France.

„Das wird der letzte große Formtest mit allen Favoriten. Wir fahren zwei Mal Alpe d’Huez, außerdem ist das Zeitfahren jenem der Tour sehr ähnlich“, hat sich das ÖRV-Aushängeschild bereits intensiv mit dem TdF-Test auseinandergesetzt.

„Ich muss bis dahin noch hart arbeiten und schauen, dass ich in Topform bin, um Froome dabei zu unterstützen, dass wir den Sieg holen.“

Weniger Umfänge trainiert

Hart gearbeitet hat der „Radsportler des Jahres 2012“ auch nach der Klassiker-Saison.

„Ich habe mir fünf freie Tage gegönnt, aber danach sehr konsequent und gezielt trainiert. Weniger Umfänge, dafür sehr spezifisch jene Dinge, die vom Team von mir verlangt werden.“

Zu den Trainingseinheiten gehörten auch solche am Zeitfahrrad. „Ich liege voll auf Kurs, auch meine körperlichen Werte sind zufriedenstellend. Nur meine Pollen-Allergie hat mich ein wenig gehandicapt, aber ich konnte mein Pensum erfüllen.“

"Abgerechnet wird am Schluss"

Natürlich hat er daheim neben Training und den Hochzeitsvorbereitungen mit Freundin Tanja auch den Giro d’Italia verfolgt.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Wenn ich die Bilder sehe, dann möchte ich natürlich dabei sein. Aber einmal für ein paar Tage daheim zu sein, war auch ganz angenehm. Vor allem weil jetzt endlich auch das Wetter gepasst hat.“

Ob bei der Italien-Rundfahrt nach drei harten Wochen für sein Team Sky die Sonne lacht, darauf möchte sich Bernhard Eisel aus der Ferne nicht festlegen.

„Nach seinem Sturz hat Bradley Schadensbegrenzung betrieben, aber seine Chancen sind sicher intakt. Abgerechnet wird am Schluss!“

 

Stephan Schwabl

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