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WM: ÖRV mit ambitionierter Zielsetzung

Am 19. September beginnen in Kopenhagen die 78. UCI-Straßen-Weltmeisterschaften.

An sechs Tagen wird in insgesamt zehn Bewerben um Gold-, Silber- und Bronze gefahren. Der ÖRV nominierte 15 Athleten und hat in jeder Kategorie ambitionierte Ziele.

Die Nationaltrainer Franz Hartl (Herren) und Klaus Kabasser (Damen) geben bei LAOLA1 Einschätzungen zu ihren Schützlingen ab.

Die Strecken wurden ebenfalls unter die Lupe genommen, wobei das Fazit nicht unbedingt positiv ausfällt.

U23-Zeitfahren:

Montag, 19.9., 13 Uhr: Mit Matthias Brändle und Andreas Hofer

Hartl:
"Einen direkten Vergleich haben wir nicht, weil Brändle die Spanien-Rundfahrt und Hofer die Staatsmeisterschaft bestritt. An sich sind beide sehr gute Zeitfahrer. Platz 15 ist so in etwa die Latte. Bei Brändle kommt es darauf an, wie er die Vuelta überstanden hat. Anfangs hat er Körner sparen können, aber nachdem Geox das Führungstrikot übernommen hat, musste er einiges an Arbeit verrichten."

U23-Straßenrennen:

Freitag, 23.9., 13 Uhr: Mit Matthias Brändle, Marco Haller, Andreas Hofer und Georg Preidler

Hartl:
"Die sind heuer schon toll gefahren. Preidler hat die Nations-Cup-Rundfahrt in der Toskana gewonnen und jetzt seine super Leistungen bei der Tour de l'Avenir mit dem siebenten Platz bestätigt. Da darf man schon so unverschämt sein und einen Top-Ten-Platz anvisieren. Von der Papierform her haben wir hier die besten Chancen. Wenn es zum Sprint kommt, wird Haller forciert, den Kraftsprint kann er ja. Wenn Ausreißer-Gruppen gehen, sind Preidler oder natürlich Brändle Kandidaten."

Elite-Straßenrennen:

Sonntag, 25.9., 10 Uhr: Mit Stefan Denifl, Bernhard Eisel und Thomas Rohregger

Hartl:
"Auch in dieser Kategorie waren die Leistungen im Vorfeld exzellent. Mit nur drei Leuten wird es natürlich schwer. Es wird für Eisel gefahen. Denifl ist zuletzt sehr gut in Form gewesen, Rohregger war bei der Vuelta stark und fährt auch sehr mannschaftsdienlich. Es ist ein Sprinterkurs, aber das heißt ja nicht, dass nicht doch eine Gruppe geht. Dann wäre vielleicht Denifl eine Alternative, wobei da auch Glück eine Rolle spielt. Die Chancen auf einen Top-Ten-Platz sind so gut wie schon lange nicht mehr."

Laut Coach gab es über die drei Fahrer keine Diskussion: "Ich muss sagen: Es war noch nie so leicht wie heuer. Die drei sind Pro-Tour-Fahrer und haben gute Leistungen erbracht. Daniel Schorn war lange verletzt und ist jetzt bei der Tour of Britain auch ausgestiegen. Er hat sich also nicht wirklich aufgedrängt, auch wenn ihm der Kurs nicht schlecht gelegen hätte. Matthias Krizek ist zwar Staatsmeister, er wäre aber mit der Distanz überfordert. Sonst gibt es kaum Profis, die in Frage kommen."

Die Strecken:

Zeitfahren: Wirklich zufrieden ist Hartl mit der Strecke nicht. "Im zweiten Teil wird nur in der Stadt herumgefahren. Der Kurs ist ein wenig ein Zugeständnis an den Veranstalter, der die Sehenswürdigkeiten Kopenhagens präsentieren kann, aber für die Fahrer ist es manchmal schon sehr mühsam." Wenn es nass wird, kann es für die Pedalritter gefährlich werden.

Straßenrennen: Hartl erwartet einen Kraftsprint. "Es geht die letzten 4-500 Meter bergauf. Bei den Profis würde ich also eher auf Hushovd als auf Cavendish setzen." Auch für den Kurs gab es nicht nur Lob: "Er ist hinten heraus etwas unübersichtlich. Es sind schmälere Straßen und es geht eher eckig dahin."

Dass die Holländer trotz des eher flachen Kurses viele Bergfahrer nominierten, findet der Nationalcoach interessant: "Ich finde es spannend, wenn nicht alles nach dem Schema F abläuft. Die haben aber auch neun Starter."

Frauen:

Damen-EZF: Dienstag, 20.9., 13 Uhr: Mit Jacqueline Hahn

Kabasser: "Jaqueline Hahn ist bei der EM als Elfte ein sehr starkes Rennen gefahren, auf die Medaillen hat nicht viel gefehlt, allerdings war das U23. Bei den Frauen gibt’s bei der WM allerdings keine U23-Klasse, sondern nur Elite. Das wird 1-2 Klassen intensiver. Wir wären mi einem 20. Platz schon sehr zufrieden. Die ersten zehn hätten einen Quoten-Platz für Olympia fix, das wäre ein doppeltes Wunder."

Damen-Elite-Straßenrennen: Samstag, 24.9., 13:30 Uhr: Mit Andrea Graus, Jacqueline Hahn, Daniela Pintarelli

Kabasser:
"Andrea Graus hat schon zwei sehr gute WM-Resultate erbracht. Es war aber eine schwierige Saison, wegen einer Herzmuskelentzündung musste sie kürzlich noch pausieren. Daniela Pintarelli ist bisher sehr stabil gefahren. Für Hahn gilt dasselbe wie im Zeitfahren. Es könnte insofern Überraschungen geben, als das der Kurs eher einfach ist. Da haben viele eine Chance."

 

Máté Esterházy

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