Contador zum dritten Mal Vuelta-Sieger

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Nur acht Wochen nach einem bei der Tour de France erlittenen Schienbeinbruch steht Alberto Contador wieder ganz oben.

Der 31-jährige Spanier beherrschte bei der 69. Spanien-Rundfahrt die Konkurrenz und ließ sich im abschließenden Einzelzeitfahren am Sonntag seinen sechsten Erfolg in einer der drei großen Rundfahrten nicht mehr entreißen.

Malori Tagessieger

Beim dritten Vuelta-Triumph nach 2008 und 2012 hatte Contador 1:10 Minuten Vorsprung auf den Briten Chris Froome und 1:50 auf seinen Landsmann Alejandro Valverde.

Der Profi des Tinkoff-Rennstalls kam in der Prüfung gegen die Uhr auf regennasser Straße in Santiago de Compostela zwar nur auf den 101. Platz, 1:40 hinter Tagessiege Adriano Malori (ITA), büßte aber auf Verfolger Froome (63./+1:13) nur 27 Sekunden ein. An den ersten acht Gesamträngen änderte sich am "Ende des Weges" im Wallfahrtsort nichts mehr.

Krizek beendet die Rundfahrt

Der Wiener Matthias Krizek, der einzige Österreicher im Feld, erreichte im Cannondale-Trikot bei seiner ersten großen Rundfahrt das Ziel. Er arbeitete als Helfer des Gesamt-Neunten Damiano Caruso und zeigte auf einer Etappe auch selbst auf.

Auf dem 12. Abschnitt fuhr der Ex-Staatsmeister mehr als 130 Kilometer solo an der Spitze, ehe er im Finish vom Feld überholt wurde. Krizek beendet die Vuelta als 125.

Unerwartet schnelle Rückkehr

Für Contador schien ein Antreten nach seinem schweren Sturz in der Tour de France zunächst außer Reichweite zu sein. Doch die Genesung ging rascher als erwartet vonstatten, laut Teamleitung nicht zuletzt dank der Indiba-Therapie mit Hochfrequenzstrom, die Selbstheilungskräfte stimulieren soll. Schon wenige Wochen nach der Verletzung saß der Madrilene wieder im Sattel.

Ex-TdF-Sieger Froome, der bei der heurigen Tour ebenfalls verletzt aufgeben musste, hatte zwar das wohl stärkere Team (Sky) hinter sich. Doch "El Pistolero" ließ sich nie distanzieren und übertrumpfte seinerseits den Briten in der letzten Woche jeweils im Finish der entscheidenden Etappen.

"Ich bin sehr glücklich"

"Ich bin sehr glücklich. Das ist ein weiterer großer Rundfahrtsieg. Ich habe die beiden Königsetappen gewonnen, was will ich mehr", sagte Contador, der schon nach dem 10. Abschnitt das Rote Trikot übernommen hatte, nach seinem Etappenerfolg am Samstag in Ancaris.

Nicht zuletzt wegen seiner Leidensfähigkeit gilt Contador in seiner Heimat längst als Volksheld. Fast niemand denkt mehr an die Dopingsperre wegen eines Clenbuterol-Nachweises. Damals waren ihm Siege in der Tour de France 2010 und im Giro d'Italia 2011 aberkannt worden. Mit sechs Erfolgen in großen Rundfahrten (neben Vuelta noch Tour 2007 und 2009 sowie Giro 2008) steht er aber klar über allen anderen aktiven Radprofis.

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