Preidler im Pech: Wespenstich stoppt Steirer

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An Chris Froome hat auch auf der dritten und letzten Pyrenäen-Etappe der Tour de France kein Weg vorbeigeführt.

Mit Hilfe seiner Kollegen im Team Sky wehrte der Brite am Donnerstag auf dem 12. Abschnitt alle Angriffe ab und radelt als souveräner Spitzenreiter Richtung Alpen.

Der Spanier Joaquim "Purito" Rodriguez feierte seinen zweiten Etappensieg bei der 102. Auflage.

"Bin wie Atletico Madrid"

Der 36-jährige Katalane aus dem Katusha-Rennstall, für den auch der Kärntner Marco Haller fährt, hatte schon auf dem dritten Abschnitt in Huy (BEL) triumphiert. Die 195-km-Fahrt von Lannemezan über drei Pässe zur Bergankunft auf dem Plateau de Beille (1.780 m) gewann er mit 1:12 Minuten Vorsprung auf den Dänen Jakob Fuglsang (Astana), den Sieger der Österreich-Rundfahrt 2012.

"Ich bin wie Atletico Madrid. Die großen Sachen kommen immer dann, wenn sie niemand erwartet", meinte Rodriguez. "Ich bin so glücklich, zwei Schritte von meiner Heimat und vor meiner Familie gewonnen zu haben."

Alle Angriffe pariert

Froome, der bei der ersten Pyrenäen-Bergankunft die Konkurrenz regelrecht demoliert hatte, musste am Donnerstag gar nicht mehr selbst attackieren und konnte sich auch auf seine Helfer verlassen. Richie Porte (AUS) parierte im 15,8 km langen Anstieg ins Ziel zunächst Angriffe der Rivalen Alberto Contador (Gesamt-6.), Vorjahrssieger Vincenzo Nibali (11./"Froome ist zu stark") und Alejandro Valverde (4.).

Auf den letzten vier Kilometern wehrte sich der Gesamtsieger von 2013 selbst erfolgreich gegen Attacken von Quintana (3.) und Co. Valverde machte im Zielsprint nur eine Sekunde gut.

Weiter klar in Führung

Froome führt nach dem zehnten Tagesrang weiter mit 2:52 Minuten Vorsprung auf Tejay van Garderen (USA), 3:09 vor dem Kolumbianer Quintana und nun 3:58 auf den Spanier Valverde. Die Gruppe der Gesamtbesten hatte rund 6:45 Minuten Rückstand auf Rodriguez, der seinen insgesamt dritten Erfolg bei der Frankreich-Rundfahrt einfuhr.

"Auch heute haben wir dank einer außergewöhnlichen Mannschaft alles gut nach Hause gebracht. Ich habe mit den Kräften hausgehalten, es hat keine besonders schwierigen Momente gegeben", freute sich Froome. Dass er attackiert wurde, sei völlig normal. "Alle versuchen, mich unter Druck zu setzen. Aber meine Kollegen eskortieren mich großartig und gemeinsam haben wir nichts zu befürchten."

Preidler als Ausreißer

Der Steirer Georg Preidler hatte mehr als 100 Kilometer lang in einer 22-köpfigen Spitzengruppe bei zunächst enormer Hitze das Rennen mitbestimmt. Der 25-jährige aus dem Giant-Rennstall war Erster auf dem ersten der vier Anstiege des Tages, dem Col de Portet d'Aspet (2. Kategorie), und Zweiter auf dem Col de la Core (1. Kat.).

Im dritten Anstieg auf den Port de Lers (1. Kat.) fand sich der 25-jährige Tour-Debütant nur noch mit Weltmeister Michal Kwiatkowski (POL) und Sep Vanmarcke (BEL) an der Spitze, hatte jedoch riesiges Pech.

Ein Wespenstich stoppte ihn bei seinem Ausreißversuch. "Es brennt ganz schön am Knie", erklärte er nach der Etappe gegenüber LAOLA1. Noch am vorletzten Berg musste er abreißen lassen. "Ich hatte leider einen Hungerast."

Noch vor dem 15,8 km langen Schlussanstieg wurde der ÖRV-Meister im Zeitfahren von der rund elf Minuten hinter der Spitze liegenden Gruppe mit allen Assen überholt und erreichte das Ziel als 73. mit 26:25 Minuten Rückstand. Kwiatkowski wurde 7,6 km vor dem Ziel als Spitzenreiter von Rodriguez überholt und büßte als 27. noch 11:35 Minuten ein.

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