Tour-Zeugnis: Tag der Abrechnung

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Tour-Abrechnung: Das Zeugnis für die Teams

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Die Schlacht ist geschlagen.

3.664 Kilometer auf 21 Etappen haben die Athleten der Tour de France zurückgelegt, ehe sie die Pariser Prachtstraße Avenue des Champs Élysées erreichten.

Alle verbliebenen Fahrer, die sich über drei Wochen ihren Allerwertesten abstrampelten, waren erleichtert, doch nur ein Teil davon konnte auch wirklich zufrieden sein.

Nibali und Majka als Abräumer

Vincenzo Nibali beispielsweise, der als erster Italiener seit Marco Pantani 1998 bei der "Grande Boucle" triumphierte und so ganz nebenbei noch vier Tagessiege verbuchte.

Oder auch Rafal Majka, der unverhofft zur Tour kam und dann nicht nur zwei Etappen, sondern auch die Bergwertung für sich entschied.

Aufgrund der Dominanz einiger weniger blieb dem Gros des Pelotons der große Wurf verwehrt.

Im LAOLA1-Zeugnis rechnen wir mit den 22 Teams ab - wer verdient sich ein "Sehr gut" und wer schließt mit einem "Nicht genügend" ab?

>>> Teamzeugnis zur Tour de France, Teil 2: Von Garmin-Sharp bis Orica-GreenEdge <<<

>>> Teamzeugnis zur Tour de France, Teil 3: Von Europcar bis Trek Factory Racing <<<

AG2R LA MONDIALE

Frankreich

15. Teilnahme

Wo fangen wir an, wo hören wir auf? Die Tour wurde zum vollen Erfolg. Blel Kadri gewann eine Etappe und trug einen Tag lang das Bergtrikot, Jean-Christophe Péraud enterte mit 37 Jahren als Zweiter das Podest ("Es ist ein erfüllendes Gefühl, pures Glück"), die Truppe von Vincent Lavenu holte darüber hinaus den Sieg in der Teamwertung. Die 15. Teilnahme wurde zur erfolgreichsten für die monetär am besten bestückte französische Mannschaft. Einziger Wermutstropfen: Der so groß aufzeigende Romain Bardet verpasste aufgrund eines Defekts die Top-5 des Gesamtklassements und fiel um zwei Sekunden auf Platz sechs zurück. "Drei Wochen Einsatz ruiniert durch einen Platten", meinte der 23-Jährige nach dem Zeitfahren. Inzwischen kann er schon wieder lächeln.

LAOLA1-NOTE: SEHR GUT

 

ASTANA

Kasachstan

7. Teilnahme

Weiter geht's mit einer Reihe an Erfolgsmeldungen, denn auch die kasachische Equipe hatte jede Menge Grund zum Feiern. Vincenzo Nibali war der Mann der 101. Tour und bescherte Astana den ersten Gesamtsieg bei der Frankreich-Rundfahrt. Der 29-jährige Italiener gewann quasi im Vorbeigehen vier Etappen und war einen Tag lang Führender der Bergwertung. Die Mannschaft beschützte ihren Kapitän vorzüglich, wobei Michele Scarponi und Lieuwe Westra (kämpferischster Fahrer der 5. Etappe) hervorzuheben sind. Selbst ein Sturz von Jakob Fuglsang aufgrund einer Trinkflasche, der den Dänen danach schwer beeinträchtigte, war kein Stolperstein.

LAOLA1-Note: SEHR GUT

BELKIN

Niederlande

19. Teilnahme

Zwei Mann in den Top Ten - eigentlich ein Grund zur Freude, nicht so bei Belkin. Im Zeitfahren reihten sich Laurens ten Dam und vor allem Bauke Mollema unter den Verlierern ein. "Ich bin ein Risiko eingegangen (...) das war letztlich keine gute Wahl", erklärte Letztgenannter. Die Ränge neun (ten Dam) und zehn (Mollema) sind dennoch achtbar. Grund zum Jubeln gab es zudem auf der schweren Kopfsteinpflaster-Etappe, die Lars Boom in eindrucksvoller Manier zu seinen Gunsten entschied. Der zweite Rang in der Mannschaftswertung ist nett, aber auch nicht mehr.

LAOLA1-NOTE: GUT -

 

BMC

USA

5. Teilnahme

Tejay van Garderen ging erstmals als alleiniger Kapitän in eine Tour de France und machte seine Sache ordentlich. Der US-Amerikaner erfüllte die in ihn gesetzten Hoffnungen und reüssierte als Fünfter der Gesamtwertung. Abgesehen davon blieb wenig Zählbares für BMC Racing übrig. Greg van Avermaet zeigte sich mehrfach als Ausreißer und verbuchte einen zweiten Etappenplatz. Das war es dann aber auch schon wieder. Fluchtversuche von Daniel Oss und Amael Moinard brachten nicht den erhofften Erfolg.

LAOLA1-Note: BEFRIEDIGEND

BRETAGNE-SÉCHÉ ENVIRONNEMENT

Frankreich

1. Teilnahme

Es war von vornherein klar, dass die zweitklassige Mannschaft, die eine von vier Wildcards erhielt, nur eine Nebenrolle spielen würde. Entsprechend muss auch die Erwartungshaltung zurückgeschraubt werden. Lediglich drei Fahrer hatten überhaupt schon einen Tour-Einsatz, daher blieb Bretagne insgesamt blass. Fehlenden Kampfgeist kann man dem Team von Emmanuel Hubert bestimmt nicht vorwerfen, mit Ausnahme von Sprinter Romain Feillu fand sich jeder der neun Fahrer zumindest einmal in einer Fluchtgruppe wieder. An Durchhaltevermögen fehlte es den Profis ebenfalls nicht, Bretagne-Séché Environnement brachte als eine von nur vier Mannschaften alle Fahrer nach Paris.

LAOLA1-NOTE: GENÜGEND

 

CANNONDALE

Italien

10. Teilnahme

Peter Sagan ist Gewinner und Pechvogel zugleich. Gewinner, weil der Slowake zum dritten Mal in Folge das Punktetrikot auf seinen Schultern nach Paris brachte - und das in derart eindrucksvoller Manier, dass Erik Zabel wohl schon jetzt um seinen Rekord (sechs Siege en suite) fürchtet. Pechvogel, weil er vier Mal Etappenzweiter sowie einmal -dritter wurde und am Ende ohne Sieg abreiste. In Szene gesetzt hat sich bei Cannondale vor allen Dingen Alessandro de Marchi, der von der Tour-Organisation zum kämpferischten Fahrer der 101. Ausgabe gewählt wurde und prompt versprach: "Ich werde weiter auf aggressive Weise fahren." Der Italiener ist stets ein belebendes Element und tut nicht nur dem Radsport generell äußerst gut, er beschert auch den Teamsponsoren jede Menge TV-Zeit.

LAOLA1-Note: BEFRIEDIGEND

COFIDIS

Frankreich

18. Teilnahme

Daniel Navarro, der Mann für das Gesamtklassement, beendete die Rundfahrt vorzeitig. So sorgte Cyril Lemoine bei der 18. Teilnahme von Cofidis für das Team-Highlight. Der 31-Jährige eroberte auf dem zweiten Teilstück das gepunktete Trikot und behielt es für sechs Etappen. Ein weiteres Glanzlicht war Luis Angel Mates Auszeichnung zum kämpferischsten Fahrer der 6. Etappe. Ansonsten gab es zwar unzählige Beteiligungen an Ausreißergruppen (u.a. Nicolas Edet und Rein Taaramae je vier Mal), aber nicht den erhofften Etappensieg.

LAOLA1-NOTE: GENÜGEND

 

FDJ.FR

Frankreich

18. Teilnahme

Für gewöhnlich gehört FDJ.fr zu den aktivsten Teams in puncto Angriffslust. Diesmal gab es erst am neunten Renntag durch Matthieu Ladagnous den ersten "Flüchtigen". Der Grund dafür ist simpel: Mit Thibaut Pinot hatten die Mannen von Teamchef Marc Madiot einen ernsthaften Podestkandidaten, der in den Bergen über sich hinauswuchs und seine Angst vor Abfahrten überwand. Den Lohn bekamen der 24-Jährige und seine Mannschaft in Form eines dritten Gesamtplatzes ausgehändigt. Nicht zu vergessen Pinots Sieg in der Nachwuchswertung, in der er seinen Landsmann Romain Bardet knapp hinter sich ließ. "Ich habe noch nicht realisiert, dass ich Dritter der Tour bin. Das ist unglaublich", rang Pinot nach Worten.

LAOLA1-Note: SEHR GUT -


Christoph Nister


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