Lokalmatador in Gelb

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Tagessieg für Martin, Gallopin in Gelb

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Ein Franzose trägt am Montag, dem französischen Nationalfeiertag, das Gelbe Trikot der Tour de France.

Außenseiter Tony Gallopin übernahm am Sonntag in den Vogesen überraschend die Gesamtführung. Seit 2011 war kein Lokalmatador mehr Spitzenreiter der Frankreich-Rundfahrt.

Der Tagessieg auf der 9. Etappe von Gerardmer nach Mulhouse ging an den deutschen Zeitfahrweltmeister Tony Martin.

Etappe für Ausreißer

Die Favoriten kamen nach 170 km und sechs Bergwertungen mit 7:47 Minuten Rückstand ins Ziel. Der bisherige Leader Vincenzo Nibali aus Italien liegt nun 1:34 Minuten hinter Gallopin auf Platz zwei.

Sein großer Rivale Alberto Contador, Tour-Sieger von 2007 und 2009, ist mit 4:08 Minuten Rückstand nur noch Gesamtneunter. Auf Nibali fehlen dem Spanier weiter 2:34 Minuten.

Die zweite Vogesen-Etappe wurde wie erwartet zu einer für die Ausreißer. Gallopin kam mit einer größeren Gruppe 2:45 Minuten hinter Martin an. Der dreifache Zeitfahrweltmeister wurde für eine fast 60 km lange Soloflucht mit seinem dritten Tour-Etappensieg belohnt.

Martin hatte sich auf dem schwierigsten Anstieg, dem 1.183 m hohen Markstein, von seinem Fluchtgefährten Alessandro De Marchi abgesetzt.

"Einer der schönsten Tage"

Bisher war Martin bei der "Großen Schleife" nur im Kampf gegen die Uhr erfolgreich gewesen. "Es ist ein großer Unterschied zwischen einem Erfolg in einem Zeitfahren und auf einer normalen Etappe. Das Gefühl auf den letzten fünf Kilometern war unglaublich", sagte der 29-Jährige, der im Vorbeigehen auch noch die Führung in der Bergwertung übernahm.

"Das ist einer der schönsten Tage, die ich im Radsport bisher erlebt habe."

Es jubelte aber noch ein zweiter Tony. Gallopin war als Gesamt-Elfter in die Etappe gegangen, wurde von den Favoriten aber ebenso wie sein hoch eingeschätzter Landsmann Pierre Rolland in der Ausreißergruppe gewähren gelassen.

"Ich habe schon unter der Woche gemerkt, dass ich gut drauf bin", erklärte Gallopin, dessen bisher größter Erfolg im Vorjahr ein Sieg bei der Clasica de San Sebastian war.

"Das wird unsere Etappe"

Auf den Tag genau 225 Jahre nach dem Sturm auf die Bastille fährt am Montag ein Franzose in Gelb. "Für Frankreich ist das fantastisch, das wird unsere Etappe", meinte Gallopin.

"Es wird eine harte Aufgabe, aber wir werden versuchen, das Trikot zu behalten." Der bisher letzte Franzose im "Maillot Jaune" war vor drei Jahren Thomas Voeckler gewesen. Neuer Gesamtdritter ist mit dem Portugiesen Tiago Machado (2:40 zurück) ebenfalls ein Ausreißer.

Am französischen Nationalfeiertag sind allerdings wieder die Anwärter auf den Gesamtsieg gefordert. Mit der 5,9 km langen Auffahrt zur Planche des Belles Filles in den Vogesen steht die erste echte Bergankunft der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt auf dem Programm.

Am Dienstag folgt der erste Ruhetag, ehe es Ende kommender Woche in die Alpen geht.

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