Tour-Revue: Marcel Kittel kann nicht zählen

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Mit "Bus-Gate", Nackten und wilden Parties (hier geht's zur Revue) hatte die erste Woche der 100. Tour de France schon einiges zu bieten.

Doch auch das zweite Drittel der Frankreich-Rundfahrt sollte nicht minder spektakulär und aufregend verlaufen.

Ereignisreiche zweite Woche

So hatte die "Große Schleife" neben einem Urin-Skandal und einer deutschen Erfolgssträhne ("Gerecht? 'Guter' Pep, 'böser' Radsport") zahlreiche weitere Highlights und Anekdoten zu bieten.

Da wäre der teuflische Wind, der Alejandro Valverde die Tour vermasselte. Oder ein Wortgefecht zwischen Mark Cavendish und vermeintlichen Sprint-Experten. Oder aber eine Stildebatte im Team Lotto-Belisol.

Voilà, die Tour-Revue - Woche 2:

10. Etappe: Saint-Gildas-des-Bois - Saint-Melo

197 Kilometer (zum Rennfilm)

Sieger: Marcel Kittel

Nach dem Ruhetag war den Fahrern eine ruhigere Etappe vergönnt. Über knapp 200 Kilometer ging es von Saint-Gildas-des-Bois nach Saint-Melo. Beim Zielsprint ging es dann aber richtig rund. Marcel Kittel hatte das beste Ende für sich und ließ Landsmann André Greipel hinter sich. Der erste deutsche Doppelsieg seit 13 Jahren war perfekt.

Doch auch dahinter ging es heftig zur Sache. Mark Cavendish und Tom Veelers berührten sich bei Tempo 65, woraufhin der Niederländer spekutakulär stürzte. "Er hat mir einen Body-Check verpasst", wütete der Argos-Profi. Die Jury hatte dazu andere Meinung und beließ es beim bedauerlichen Rennunfall.

Stimmen aus dem Tour-Tross:

"Schlafe nie dreimal hintereinander mit Café in der Hand ein. Ich sah aus wie ein Idiot... mit dem ganzen Café auf meinen Schuhen..." (@Marcelkittel)

"Jemand hat mir meinen Sitz im Bus weggenommen!! #Sakrileg #tdf" (@chrisfroome) siehe Bild links

"'#RT diese Infografik unseres heutigen Plans, wie wir diese Etappe gewinnen wollen, um ein Paar von Marcel Kittel signierte Socken zu gewinnen." (@1t4i) Siehe Bild rechts

"Ich würde niemals absichtlich einen Fahrer abdrängen, erst recht nicht in einem Sprint. Ich hoffe, @tom_veelers geht es gut." (@MarkCavendish)

     - "Unnötige und beängstigende Scheiße" (@andregreipel)

     - "Gratulation an Argos und @marcelkittel. Ich hoffe wirklich, dass es Tom Veelers gut geht. Vollkommen unnötig vom Rad geworfen. Das ist nicht professionell" (@Greghenderson1)

    - "Könnten alle Sprint-Experten auf Twitter jetzt einmal versuchen, ihr Rad bei 65 km/h herumzureißen, ohne ihren Körper dabei nach links zu lehnen, um zu die Balance zu halten und dann wieder zu mir kommen." (@MarkCavendish)

"Anderes Thema: Ich beginne zu glauben, dass @marcelkittel die nächste GROßE Nummer ist. Noch einmal herzlichen Glückwunsch!" (@MarkCavendish)

"Heute habe ich verstanden, warum es @letour heißt... keinen Meter Platz, um pissen zu gehen... Auf den 200 Kilometern der heutigen Etappe war alles voller Menschen... unglaublich.... Danke!!!" (@enrigasparotto)

11. Etappe: Avranches - Mont-Saint-Michel

33 Kilometer (zum Rennfilm)

Sieger: Tony Martin

"Um ehrlich zu sein, habe ich beinahe schon die Hoffnung aufgegeben, die Etappe zu gewinnen", erklärte Tony Martin nach seinem Sieg im ersten Einzelzeitfahren der 100. Tour de France. Der Deutsche rang Chris Froome, der bei den Zwischenzeiten noch voran lag, am ende aber hauchdünn nieder und wurde dafür belohnt, trotz schwerer Verletzungen nicht aufgegeben zu haben. (Die unglaubliche Geschichte des Tony Martin)

Weniger Freude hatte Martins Omega-Teamkollege Mark Cavendish. Der Brite machte sich mit seinem Rempler gegen Veelers am Vortag keine Freunde und wurde während seiner Fahrt zum Mont Saint-Michel von einem Idioten mit Urin bespritzt. Während sich der "Manxman" dezent zurückhielt und nicht dazu äußern wollte, waren zahlreiche Kollegen empört. "Das ist ekelhaft, traurig und dumm", meinte etwa Koen de Kort. Jérôme Pineau ergänzte: "Das ist ist skandalös!"

Stimmen aus dem Tour-Tross:

"Eilmeldung - die französische Polizei durchsucht den OPQS-Teambus... Nein, es hat nichts mit Doping zu tun - anscheinend suchen sie nach dem gestohlenen Aufnahmegerät!" (@StueyEd)

     - "Für alle, die sich fragen, was aus dem Diktiergerät des Journalisten wurde, ich habe es ihm buchstäblich neun Sekunden nachdem ich es ihm weggenommen habe, zurückgegeben #scheißtaschendieb" (@MarkCavendish)

"Ich muss sagen, wenn du einen Zeitfahrweltmeister in deinem Team hast, kannst du wirklich deine Zeitfahrfähigkeiten verbessern;) @tonymartin85 So professionell!" (@MichalKwiatek) (Rang 5 im Zeitfahren, Anm.)

"@StueyOG und ich kämpfen gerade darum, wer der Schnellste war im Zeitfahren...." (@mattgoss1986) siehe Bild links

"Links @brianholm1962 - rechts auch @brianholm1962?? #letour #OPQS" (@GertSteegmans) siehe Bild rechts

"Nun, ich glaube Apfelsaft sieht für mich heute Abend nicht so appetitlich aus... Ich lasse mich nicht verarschen. (I'm not taking the piss). Das habe ich heute schon einmal gemacht. #standup." (@MarkCavendish)

      - "Ich bin beschämt, dass mein Freund @MarkCavendish mir erzählt hat, dass er auf der Strecke ausgepfiffen und sogar mit Urin begossen wurde!!!" (@jejeroule44)

"Gibt es einen Friseur rund um die Etappe nach Lyon morgen? Ich brauche einen @marcelkittel -Undercut-Haarschnitt! Ich habe eine Wetter verloren und halte mein Wort..." (@koendekort)

12. Etappe: Fougères - Tours

218 Kilometer (zum Rennfilm)

Sieger: Marcel Kittel

Wie so oft, wenn es zu einem Massensprint kommt, gab es auch auf dem zwölften Teilstück wenige Kilometer vor dem Ziel einen Sturz, der viele Fahrer um die Chance auf einen Spitzenplatz brachte - so etwa André Greipel. Deutlich mehr Glück hatten Mark Cavendish und Marcel Kittel, die Rad an Rad um den Sieg kämpften.

Der Deutsche erwies sich dabei als der endschnellere und stockte sein Siegkonto bei dieser Frankreich-Rundfahrt auf drei auf. "Nummer 3! In der Tour de France! Wirklich?!", konnte der Thüringer sein Glück kaum fassen. 

Stimmen aus dem Tour-Tross:

"Hat @Greghenderson1 nicht einen guten Stil??? Strand- oder Pyjamahose?" (@AndreGreipel) siehe Bild links

"Glückwunsch an @marcelkittel! Aber jetzt reicht es;)" (@GertSteegmans)

     - "Kittel ist ein Biest. #TDF #Stage12 #Kittel" (@mattsoks)

     - "Und täglich grüßt das Kitteltier #TDF #unfassbar" (@cyclingmagazin)

"12 Etappen, fünf deutsche Siege. Das sind beinahe 50%! Und noch immer will das deutsche Fernsehen die Tour de France nicht zeigen!" (@simongeschke)

"Meine Frau hat den "Ritt des Tages" absolviert - sie ist mit unseren zwei kleinen Jungs von Spanien nach England gereist und sagte dazu: 'Keine Sorge, es war ganz einfach.'" (@millarmind)

 "Ich habe gerade gemerkt, dass mir gestern im Zeitfahren die ganze Zeit eine Art "Barbie-Mobil" gefolgt ist. #TDF" (@manuelquinzato) siehe Bild rechts

"Drei Fakten über mich heute: -@1t4i rockt -ich hatte eine zweite Dopingkontrolle im Hotel -ich kann das alles immer noch nicht glauben -ich habe meine Eltern angerufen, sie sind betrunken" (@marcelkittel)

    - "Und ein weiterer Fakt: Ich kann nicht zählen..." (@marcelkittel)

13. Etappe: Tours - Saint-Amand-Montrond

173 Kilometer (zum Rennfilm)

Sieger: Mark Cavendish

Die 13 wurde zur Unglückszahl von Alejandro Valverde. Der Spanier hatte just in jenem Moment Defekt, als mehrere Windkanten entstanden und das Feld zerrissen wurde. Trotz großer Bemühungen seiner Teamkollegen kam der Movistar-Kapitän nicht wieder an die Favoritengruppe heran und rollte mit knapp zehn Minuten Verspätung über die Ziellinie.

Nicht nach Wunsch verlief der Tag auch für Chris Froome, der von einer Attacke Saxo-Tinkoffs überrascht wurde und mehr als eine Minute auf seine Verfolger verlor. Dafür hatte Mark Cavendish endlich wieder Grund zur Freude. Der Ex-Weltmeister siegte souverän vor Peter Sagan und schraubte sein Erfolgskonto bei der Tour auf 25 Etappen hoch.

Stimmen aus dem Tour-Tross:

"Welch ein Aktionbild von @TeamSaxoTinkoff @Benna80 @Toso_74 @nicholasroche @Roman86_K @albertocontador #perfectwork" (@cyclingphotos1) siehe Bild links

"Zitat des Tages @ryder_hesjedal beim Einsteigen in den Bus: WHOAAA. Diese Tour ist vollkommen verrückt!" (@millarmind)

"Mit tut Valverde leid. Ich hasse es, wenn Rennen durch Pech entschieden werden. Nur Belkin weiß, ob sie wissentlich attackierten. #fairplay? Der Vorteil des Zweifels" (@DanMartin86)

"Heute habe ich 9 der größten Herzen, die ich jemals gesehen habe & 18 noch riesigere Eier gesehen! Einer der schönste Siege, an denen ich teilnehmen durfte. Ich bin sehr stolz auf #OPQS" (@MarkCavendish)

"Hat irgendjemand heute das Peloton gesehen? Mörderischer Sieg, @MarkCavendish! Ich habe nicht den idealen Zeitpunkt gewählt, um einem natürlichen Bedürfnis nachzugehen." (@Greghenderson1)

 "Tolles Rennen bei der Tour heute; Gesamtklassement durcheinandergewirbelt und das an einem sogenannten "einfachen" Tag. War's gut im TV? #tdf" (@Cadelofficial)

"Ein großes, sarkastisches Dankeschön an den brillianten Astana-Fahrer, der mir einen Proviantbeutel in mein Vorderrad geworfen hat. Ich fordere Pflicht-Wurftraining für Radsportler" (@brentbookwalter)

"@albertocontador, bleib cool. Das Team ist so viel stärker als Sky, wir werden sie so STARK f***en. Applaus an Bjarne. Die #TDF13 wird uns gehören." (@olegtinkov)

"Ich bin immernoch auf dem Massagetisch mit dem Physio und dem Doktor. Dieses Mal versuchen sie, den Sattel, der sich den ganzen Tag in meinen Schließmuskel eingepflanzt hat, herauszuholen." (@greghenderson1)

14. Etappe: Saint-Pourçain-sur-Sioule - Lyon

191 Kilometer (zum Rennfilm)

Sieger: Matteo Trentin

Fluchtversuche waren in den ersten zwei Wochen nicht wirklich von Erfolg gekrönt, doch am 14. Wettkampftag sollte endlich die Stunde der Ausreißer schlagen. 18 Fahrer rissen frühzeitig aus und sollten den Sieg letztendlich unter sich ausmachen.

Lange Zeit sah es dabei so aus, als könnte Julien Simon die Franzosen erlösen und ihnen den ersten Sieg bei der Jubiläums-Tour schenken. Doch auf dem letzten Kilometer wurde er wieder gestellt. Auch Attacken von Michael Albasini, Simon Geschke, Marcus Burghardt und Jan Bakelants wurden gekontert. So lachte am Ende wieder Omega Pharma - diesmal in Person von Matteo Trentin. Dieser bescherte Italien den ersten Etappenerfolg seit 2010.

Stimmen aus dem Tour-Tross:

"Nichts, was ein wenig Ruhe, Erholung & der beste Betreuer der Welt wieder reparieren können @rozmandavid" (@chrisfroome) siehe Bild links

"Unser @1t4i-Chef Janneke bereitet unser Essen mit viel Liebe zu!! Lecker!" (@marcelkittel) siehe Bild rechts

"Großartiger Ritt von @millarmind und @andrewtalansky !!! Dave ist wie ein Kampfpilot: Er zielt mit seinem Rad und feuert es exakt dorthin, wo er es haben möchte." (@tomdanielson)

"Ich bin glücklich, dass ich so unglaubliche Teamkollegen in meiner Karriere siegen sehen durfte. Aber der heutige war der erste, der mich zu Tränen rührte." (@markCavendish)

"Ich wollte der Menschenmenge in Lyon sagen, dass sie bei mir für Gänsehaut sorgte! Diese Dinge erinnern mich immer daran, wie sehr ich meinen Job liebe! #tdf" (@manuelquinziato)

15. Etappe: Givors - Mont Ventoux

242,5 Kilometer (zum Rennfilm)

Sieger: Chris Froome

Die Konkurrenz stand ob des Vorsprungs von Chris Froome in der Gesamtwertung unter Druck - und hielt diesem nicht stand. Alberto Contador, Bauke Mollema und Co. hatten schlichtweg nicht die Beine, um dem Sky-Kapitän gefährlich werden zu können.

Einzig Nairo Quintana (Der Kolumbianer im Portrait) vermochte das unglaublich hohe Tempo des 28-Jährigen bis kurz vor dem Ziel mitzugehen. Letztenendes war jedoch auch er machtlos und musste die Dominanz Froomes anerkennen. Dieser feierte seinen zweiten Etappensieg im Rahmen der diesjährigen "Großen Schleife" und führte wohl eine Vorentscheidung im Kampf um Gelb herbei.

Stimmen aus dem Tour-Tross:

"15. Etappe der Tour de France. 242,5 Kilometer. Tag der Bastille. Ziel oben auf dem Mont Ventoux. Das wird eine große & laaaaaaaaaaange Party!" (@marcelkittel)

 "Stimmt das? *Dr.-Teufel-Stimme* Eine Milliarde Menschen am Ventoux? Ich werde einfach nach oben crowd-surfen, das wird ganz EINFACH." (@millarmind)

"Vielleicht war es keine Milliarde Menschen am Ventoux, aber es sah so aus! Ich wünschte, ich könnte jedem die Hände schütteln! Natürlich nicht denen im Borat-Kostüm!" (@manuelquinziato)

"Es ist anscheinend eine französische Tradition, seinen nackten Arsch dem vorbeifahrenden Feld zu zeigen! Zu schade, dass das nur Typen machen!" (@roycurvers)

"Hey @chrisfroome - keine Geschenke am Ventoux." (@lancearmstrong)

"Heute war eine einfache Etappe. Frühe Fluchtgruppe unter Kontrolle gebracht :-) FAIL :-( Scheiß harter Tag #auw" (@GertSteegmans)

"Was hat Froome Quintana am Ventoux gesagt? Brailsford: "Ich weiß es nicht, vielleicht wollte er Café kaufen." (@a_thomas_commin)

"Sehr schneller Tag, aber beeindruckend am letzten Anstieg. Ich habe die ganzen Zuschauer da draußen wirklich genossen, danke fürs Anfeuern. Bestimmt habe ich einen Hörschaden."(@koendekort)

"Wie würdest du "Schubs mich an, Kumpel" auf Französisch übersetzen?" (@greghenderson1)

     - "@greghenderson1 voulez vous coucher avec moi" (@jurgenroelandts)

"Neue Karikatur von Yass Grif" (@CousinJerom) siehe Bild

     - "Eine lange und schwere Etappe, ich danke euch allen für euer Engagement! Nur eine kleine Sache: Mein Vorname ist Jérôme und nicht #Schnurrbart (moustache)" (@CousinJerom)



Henriette Werner/Christoph Nister

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