Überraschungs-Coup auf der zweiten Tour-Etappe

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Mit einem Überraschungssieg geht die zweite Etappe der 100. Tour de France zu Ende.

Jan Bakelants aus dem RadioShack-Rennstall attackiert kurz vor dem Ziel in Ajaccio und wird für seinen Mut belohnt. Der Belgier rettet wenige Meter Vorsprung ins Ziel und verweist den Slowaken Peter Sagan (CAN) sowie Michal Kwiatkowski (OPQ) auf die weiteren Plätze.

Damit übernimmt Bakelants auch die Gesamtführung des Deutschen Marcel Kittel (ARG), der frühzeitig in den Bergen den Anschluss verliert.

 

Der Rennfilm zur 2. Etappe:

KM 0: Auf der zweiten Etappe haben die Fahrer der 100. Tour auf 156 Kilometern gleich drei Bergwertungen der dritten Kategorie sowie einen Anstieg der zweiten Kategorie zu bewältigen.

KM 0: Alle 198 Starter gehen am zweiten Tag an den Start, auch der so schwer gestürzte Tony Martin. Der Zeitfahr-Weltmeister zog sich unter anderem eine Lungenquetschung, eine Gehirnerschütterung, Verletzungen an Schulter, Knie und Brust zu, zudem erlitt er eine fünf Zentimeter tiefe Fleischwunde am linken Ellbogen.

KM 0: Marcel Kittel könnte heute eigentlich gleich drei Trikots tragen, dies würde jedoch sehr warm werden für den Deutschen, der sein Glück auch nach dem Aufwachen noch immer nicht fassen konnte: "Es ist so unwirklich! Ich kann es einfach noch nicht glauben", twitterte der Mann in Gelb, Grün und Weiß.

13:40 Uhr: Kaum schwenkt Tour-Direktor Christian Prudhomme die Start-Flagge, gehen auch schon die ersten Attacken los.

13:50 Uhr: Vier Fahrer können sich absetzen: Wie schon gestern ist Lars Boom (Belkin) dabei, dazu kommen David Veilleux (Europcar), Biel Kadri (AG2R) und Ruben Perez Moreno (Euskaltel).

14:23: Boom sichert sich die 20 Punkte des ersten Zwischensprints vor Veilleux (17), Kadri (15) und Moreno (13). Aus dem Feld holt sich André Greipel (11) vor Peter Sagan und Mark Cavendish die meisten Punkte.

Das Sprintergebnis:

1. Boom (BEL) 20 Punkte
2. Veilleux (EUC) 17
3. Kadri (ALM) 15
4. Perez (EUS) 13
5. Greipel (LTB) 11
6. Sagan (CAN) 10
7. D. van Poppel (VCD) 9
8. Cavendish (OPQ) 8
9. Goss (OGE) 7
10. Kristoff (KAT) 6

 

 

Damit sieht es nach dem Zwischensprint im Klassement wie folgt aus:

1. Kittel (ARG) 47 Punkte
2. Kristoff (KAT) 41
3. Boom (BEL) 20 40
4. D. van Poppel (VCD) 39
...
7. Greipel (LTB) 21
10. Sagan (CAN) 18
14. Cavendish (OPQ) 17

14:29: Die Spitzengruppe hat nun knapp drei Minuten Vorsprung, noch sind es 30 Kilometer bis zu ersten Bergwertung des Tages.

15:29: Veilleux attackiert als Erster, um sich die Punkte am Col de Bellagranjajo zu sichern, doch seine Begleiter fangen ihn wieder ein und Lars Boom holt sich die zwei Punkte und fährt damit virtuell im Bergtrikot. Nur noch knapp eine Minute beträgt der Vorsprung der Spitzengruppe auf das Peleton.

15:42: Am zweiten Berg fallen Boom und Moreno 75 Kilometer vor dem Ziel zurück.

15:46: Thomas Voeckler (Europcar) attackiert! Währenddessen müssen viele Fahrer, darunter auch der verletzte Tony Martin und Sprinter Mark Cavendish, dem hohen Tempo Tribut zollen und abreißen lassen. Auch Der Mann in Gelb - Marcel Kittel - fällt zurück und wird wohl seine Führung nicht verteidigen können.

15:51: Kadri ist nun allein an der Spitze und sichert sich die zweite Bergwertung, da Veilleux auf Voeckler gewartet hat. Doch beide werden wieder eingeholt, sodass Kadri das Rennen alleine vor dem Peloton anführt. An der Bergwertung am Col de la Serra hat Kittel bereits knapp zwei Minuten Rückstand auf das Feld.

16:10: Pierre Rolland attackiert, fährt an seinem Teamkollegen Kadri vorbei und holt sich die Bergpunkte am Col de Vizzavonna. Damit ist er am Montag der Träger des Bergtrikots. Er hat zwar genauso viele Punkte wie Kadri, aber am Berg der höheren Kategorie gewonnen.

Ergebnis 3. Bergwertung (Kat. 2)
1 Rolland EUC) 5 Punkte
2 Kadri (ALM) 3
3 Feillu (SOJ) 2
4 Kiryienka (SKY) 1

16:29: Noch knapp 50 Kilometer bis zum Etappenziel, Rolland wird vom jagenden Feld eingeholt.

16:37: Das Gruppetto mit Kittel und Van Poppel hat inzwischen schon sechs Minuten Rückstand.

17:07: An der letzten Bergwertung attackiert Juan Antonio Flecha (Vacansoleil), wird aber bald wieder eingeholt.

 17:09: Topfavorit Chris Froome (SKY) tritt an! Völlig überraschend steigt er kurz vor der letzten Bergwertung selbst aus dem Sattel und gibt Gas. Die Lücke zum Rest der Favoritengruppe ist allerdings denkbar gering. Dennoch: Der Brite zeigt, dass er sich richtig gut fühlt.

17:10: Ergebnis 4. Bergwertung (Côte du Salario, 3. Kategorie):

1. Gautier 2 Punkte
2. Froome 1

17:13: Cyril Gautier (EUC) ist solo an der Spitze, Froome wird wieder gestellt. Auch eine Attacke von Peter Sagan (CAN) acht Kilometer vor dem Ziel wird schnell gekontert.

17:17: Immer wieder greifen Fahrer an. Während Gautier gestellt wird, sind nun erneut Juan Antonio Flecha (VCD) und Sylvain Chavanel (OPQ) fünf Kilometer vor dem "Grande Finale" an der Spitze.

17:22: Neue sechsköpfige Spitzengruppe um Jan Bakelants aus dem RadioShack-Team. Knapp zwei Kilometer vor dem Ziel greift Bakelants an und sprengt die Gruppe!

17:24: Und tatsächlich - Jan Bakelants rettet wenige Meter Vorsprung ins Ziel und gewinnt die zweite Etappe! Was für ein Drama! Den Sprint des Feldes direkt hinter ihm kann Peter Sagan vor Michal Kwiatkowski für sich entscheiden.

Ziel: "Das ist der schönste Tag in meinen Radfahrer-Leben", jubelt der 27-jährige Etappensieger, der relativ unerwartet ins Aufgebot des Radioshack-Teams gerutscht war. Auch der verletzte Tony Martin kämpft sich übrigens als 170. mit 17:35 Minuten Rückstand ins Ziel.

 

Das Gelbe Trikot muss Marcel Kittel (ARG) zwar abgeben, das Grüne behält der Deutsche allerdings.

Neuer Gesamtleader ist indes Bakelants, der mit einer Sekunde Vorsprung vor David Millar (GRS) führt.

Pierre Rolland darf sich über das Punktetrikot freuen. Der Franzose aus dem Europcar-Team führt punktegleich vor Blel Kadri (ALM). Dieser wiederum wird als kämpferischster Fahrer ausgezeichnet.

Bester Jungprofi nach zwei Teilstücken ist der 23-jährige Pole Michael Kwiatkowski (OPQ).

Zu guter Letzt die Teamwertung: Hier übernimmt RadioShack dank Bakelants den Platz an der Sonne.

 

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