Sagan: Wichtig für den Radsport

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Hallo, liebe LAOLA1-User,

369 Kilometer sind bei der Jubiläums-Tour schon wieder gefahren. Und gejubelt haben bislang Fahrer, die man in den ersten Tagen nicht unbedingt auf der Rechnung hatte.
 
Ich habe auf der ersten Etappe ganz stark mit Mark Cavendish gerechnet, für die zweite Etappe war Peter Sagan mein großer Favorit. Aber manchmal kommt es anders, meistens als man denkt. Jan Bakelants hat die Gunst der Stunde am Sonntag perfekt genützt.
 
Aber viel hat Sagan nicht gefehlt, wäre die Etappe auch nur ein paar Meter länger gewesen, hätte er gejubelt. Ein Etappensieg des Slowaken bei der diesjährigen Tour ist für mich aber nur eine Frage der Zeit.
 
Mir ist klar, dass ich mich damit nicht wirklich weit aus dem Fenster lehne, denn er ist ja nach unzähligen Erfolgen in diesem Jahr als Top-Favorit für den Gewinn des Grünen Trikots nach Frankreich gereist.
 
Wir scherzen im Peloton immer, dass er für einen Bergfahrer ganz gut sprintet. Aber Spaß beiseite: Sagan ist sicher das größte Talent, das wir derzeit im Radsport haben - und auch als Typ extrem wichtig.

Wenn er sich etwas in den Kopf setzt, kann man ihn fast nicht stoppen. Das gilt auch für seine verrückten Aktionen, die er immer wieder liefert. Da merkt man ihm an, dass er erst 23 Jahre jung ist.
 
Aber es ist schon beeindruckend, wenn er im Wheelie durchs Ziel fährt oder seine Rennmaschine am Dach eines Team-Wagens parkt, wie er es uns zuletzt gezeigt hat.
 
Im Feld gibt es nur wenige Fahrer, die in Sachen Rad-Beherrschung mit Sagan mithalten können. Das hat sicher auch mit seiner Vorgeschichte als Mountainbiker und im Cross-Country-Bereich zu tun.
 
Einige Fahrer meinen, dass er mehr Respekt vor seinen Gegnern zeigen sollte, aber mal ehrlich: Was soll einer, der alle anderen abhängt, Respekt zeigen? Der darf von mir aus alles machen!
 
Ich habe Peter bei gemeinsamen Rennen als sehr netten Zeitgenossen kennengelernt, der immer für einen Scherz zu haben ist. Nur wenn es um Etappensiege geht, versteht er überhaupt keinen Spaß!
 

Bis zum nächsten Mal,

euer Bernie




Bernhard Eisel ist Österreichs erfolgreichster Radprofi der letzten Jahre. Der Steirer war zuletzt neun Mal in Folge bei der Tour de France am Start und ist damit auch ÖRV-Rekordteilnehmer. Seit 2012 fährt Eisel für das britische Team Sky, das im Vorjahr einen Doppelsieg feiern konnte. Der 32-Jährige wurde aufgrund seiner zahlreichen Erfolge – darunter der Sieg beim Klassiker Gent-Wevelgem im Jahr 2010 – drei Mal zu Österreichs „Radsportler des Jahres“ gewählt.

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