Stürze sind für uns Normalität

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Hallo, liebe LAOLA1-User,

was war das für ein Auftakt in die 100. Tour de France. Ich habe mir das Finale nach meinem Pressegespräch in Innsbruck im Hotelzimmer angesehen.

Wow! Erst diese verrückte Geschichte mit dem Bus von Orica-GreenEdge, der auf der Ziellinie stecken geblieben ist, und dann der Massensturz mit unzähligen Top-Fahrern.

Da hat man gesehen, wie schnell es gehen kann, dass die Tour vorbei ist, noch ehe sie begonnen hat. Plötzlich lagen ein Alberto Contador oder ein Peter Sagan auf der Straße, zwei Fahrer also, die bis Paris ein Trikot gewinnen wollen.

Wirklich überrascht hat es mich nicht, dass es zum Ende hin so chaotisch wurde. Gerade zu Beginn der Tour sind alle übermotiviert und wollen einfach zu viel.

Diese Hektik ist vor allem auf den ersten Etappen zu spüren, am fünften oder sechsten Tag wird es dann schon deutlich ruhiger, dafür sorgt alleine die Belastung.

In meiner Funktion als Road-Captain war es meine Aufgabe, die Jungs aus dem Gröbsten rauszuhalten.

Aber dafür muss man die Strecke, mögliche Hindernisse und gefährliche Stellen genau kennen, wissen woher der Wind weht und alles im Überblick haben.

Aber Stürze wird es immer geben, sie gehören zum Radsport dazu. Wir wachsen alle damit auf, dass wir regelmäßig mit Asphalt in Berührung kommen. Irgendwann wird es Normalität.

Deshalb überrascht es mich auch nicht, dass Tony Martin trotz Schnitt- und Schürfwunden und einer Lungenprellung die Zähne zusammenbeißt. Die Tour ist das härteste, schwerste und für viele auch schmerzhafteste Rad-Rennen der Welt, aber es ist eben die Tour.

Zu lösen wäre die Sturz-Problematik meiner Meinung nach übrigens relativ leicht: die Veranstalter müssten einfach weniger Teams zulassen. 198 Fahrer sind einfach zu viel, da geht irgendwann der Platz aus!


Bis zum nächsten Mal,

euer Bernie

 

Bernhard Eisel ist Österreichs erfolgreichster Radprofi der letzten Jahre. Der Steirer war zuletzt neun Mal in Folge bei der Tour de France am Start und ist damit auch ÖRV-Rekordteilnehmer. Seit 2012 fährt Eisel für das britische Team Sky, das im Vorjahr einen Doppelsieg feiern konnte. Der 32-Jährige wurde aufgrund seiner zahlreichen Erfolge – darunter der Sieg beim Klassiker Gent-Wevelgem im Jahr 2010 – drei Mal zu Österreichs „Radsportler des Jahres“ gewählt.

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