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Hallo, liebe LAOLA1-User,

vor der Tour de France wurde viel gesprochen. Über die Top-Favoriten, die Etappen und natürlich auch das 100-jährige Jubiläum der „Grande Boucle“ mit all ihren Anekdoten und Geschichten.

Während der Tour selbst geht das natürlich weiter – allerdings nur vor und nach den Etappen.

Dafür sorgt alleine schon der riesige Medien-Tross, der das größte jährlich stattfindende Sport-Event begleitet, mit seinen vielen Fragen.

Auf der Straße heißt es aber: Taten statt Worte! Es kommt zwar schon immer wieder vor, dass man sich mal mit seinem Nebenmann unterhält, aber das ist nicht die Regel.

Auch wenn da nicht alle einer Meinung sind, aber: Zum Reden hat man nach der Tour noch genug Zeit.

Während der Etappen ist die Anspannung so groß, dass man in erster Linie mit sich selbst beschäftigt ist.

Ganz einfach weil jede Unachtsamkeit fatale Folgen haben kann. Im schlimmsten Fall ist die Tour de France für einen vorbei, wenn man nicht aufpasst.

Wenn es die Renn-Situation zulässt und man entdeckt zum Beispiel etwas Witziges am Straßenrand – die Fans lassen sich jedes Jahr aufs Neue die verrücktesten Sachen einfallen – dann tauscht man sich natürlich darüber aus.

Aber ansonsten ist man für fünf, sechs Stunden voll konzentriert und versucht, gefährlichen Situationen oder Stürzen aus dem Weg zu gehen.

Wobei ich auch sagen muss, dass ich bei meinen neun Tour-Teilnahmen so viele gefährliche Szenen gesehen habe, wo ich mich heute noch frage, wie die gut ausgehen konnten.

Und so geht es eigentlich jedem Fahrer. Wenn man nach einer Etappe in den Team-Bus kommt, hat jeder seine eigene Geschichte zu erzählen.

Das glaubt dir keiner, dass das an einem Tag passieren kann. Zum Beispiel Massenstürze, wo man keine Ahnung hat, wie man da heil davon gekommen ist.

Mir ist es einmal passiert, dass mir ein Zuschauer den Verpflegungsbeutel von der Schulter gerissen hat, obwohl ich gerade dabei war, mir meine Flaschen zu nehmen.

Wahrscheinlich hatte er auch Hunger oder Durst. Aber im Endeffekt sind wir natürlich beide auf der Straße gelegen.



Bis zum nächsten Mal,

euer Bernie





Bernhard Eisel ist Österreichs erfolgreichster Radprofi der letzten Jahre. Der Steirer war zuletzt neun Mal in Folge bei der Tour de France am Start und ist damit auch ÖRV-Rekordteilnehmer. Seit 2012 fährt Eisel für das britische Team Sky, das im Vorjahr einen Doppelsieg feiern konnte. Mehr über den 32-Jährigen auf seiner facebook-Seite.

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