Cunego: "Immer vom Sieg in Alpe d’Huez geträumt"

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Der Giro d'Italia-Sieger von 2004, Damiano Cunego, startet nach einem Jahr Pause wieder bei der Tour de France.

In den Bergen wird der Lampre-Profi vor allem vom Polen Przemyslaw Niemiec und dem Kolumbianer Jose Serpa, die beide ihr Tour-Debüt feiern, unterstützt.

Bei seiner letzten Frankreich-Rundfahrt 2011 landete Cunego in den Top Ten (Rang sechs). Mit welchen Zielen und Träumen er in diesem Jahr an den Start geht, verrät der Italiener im exklusiven LAOLA1-Interview:

LAOLA1: Damiano, wie würdest du deine bisherige Saison zusammenfassen?

Damiano Cunego: Zu Beginn der Saison waren die Ardennen-Klassiker mein Hauptziel: Dort habe ich leider nicht erreicht, was ich mir erwartet habe, also konnte ich damit nicht zufrieden sein. In anderen Rennen konnte ich hingegen gute Leistungen abliefern, wie etwa bei meinem Sieg bei der Settimana Internationale di Coppi e Bartali oder als Protagonist bei Tirreno-Adriatico und der Baskenlandrundfahrt. Demnach fällt mein Saisonfazit bisher nicht allzu schlecht aus.

LAOLA1: Die Tour de France steht unmittelbar bevor. Mit welchen Erwartungen gehst du in die Frankreich-Rundfahrt? Wie lautet dein Hauptziel: Gesamtklassement oder Etappensieg?

LAOLA1:2006 wurdest du in Alpe d’Huez Zweiter. Was verbindest du mit mystischen Bergen wie dem Mont Ventoux oder Alpe d’Huez? Welcher Anstieg liegt dir am meisten?

Cunego: Ich würde wirklich gerne in Alpe d’Huez gewinnen: 2006 war ich Zweiter und auch 2011 habe ich dort eine sehr gute Leistung zeigen können (9., +0:57, Anmerk.). Ich habe schon immer von einem Sieg in Alpe d’Huez geträumt: Als ich jünger war, habe ich im Fernsehen Gianni Bugno und später Marco Pantani diese prestigeträchtigen Berggipfel erobern sehen – das waren unvergessliche Emotionen!

LAOLA1: Viele halten Chris Froome und Alberto Contador für die größten Favoriten der diesjährigen Tour de France. Wen hast du auf der Rechnung?

Cunego: Natürlich stehen Froome und Contador an erster Stelle: Chris hätte die Tour sogar schon 2012 gewinnen können, er war stärker als Wiggins. Alberto hat sehr viel Erfahrung, doch Froome wird ihm ein starker Konkurrent sein.

LAOLA1: Welche Eindrücke hast du vom Streckenlauf der Tour und welche Teilstücke können deiner Meinung nach die Entscheidung bringen?

Cunego: Die Strecke könnte schon in den ersten Tagen auf Korsika interessant werden: Ein gemischter Kurs, der viele Attacken verspricht, das schätze ich sehr. Ich werde mich auf einige Etappen fokussieren, gemeinsam mit dem Team werde ich besprechen, welche davon mir am besten liegen könnten. Mein Traum ist ein Sieg in Alpe d’Huez.

LAOLA1: Vielen Dank für das Gespräch.

 

Das Interview führte Henriette Werner

Cunego: Ich hoffe, den Tour-Souvenirs, die ich in meiner Karriere bislang sammeln konnte - das Weiße Trikot des besten Jungprofis 2006 sowie der sechste Gesamtplatz 2011 - einen Etappensieg hinzufügen zu können. Damit würde ich den Hattrick - bestehend aus Etappensiegen bei allen drei großen Rundfahrten - schaffen. Ich war in der Vergangenheit schon sehr nah dran, also werde ich mein Bestes geben, um dieses Ziel zu erreichen.

LAOLA1: Dein Teamkollege Przemysław Niemiec ist beim Giro d'Italia Sechster geworden. Wirst du dennoch als Kapitän ins Rennen gehen?

Cunego: Ich glaube, dass wir beide nicht in der Lage sein werden, in der Gesamtwertung um das Podium zu kämpfen. Aber ich bin sicher, dass wir konkurrenzfähig sein werden. Niemiec bewies während des Giros, dass er einer der besten Kletterer der Welt ist. Wenn er seine Akkus nach den Anstrengungen in Italien wieder aufladen konnte, wird er sicher eine wichtige Rolle spielen. Es gibt überhaupt kein Kapitänsproblem mit Przemyslaw, wir werden beide wichtige Fahrer für das Team sein.

LAOLA1: Wie fühlst du dich einige Tage vor dem “Grand Départ“ ? Wie würdest du deine Form beschreiben?

Cunego: Ich hatte einige gesundheitliche Probleme vor dem Start des Critérium du Dauphiné, aber während des Rennens wurde ich mit jeder Etappe besser. Danach habe ich erst zu Hause und anschließend mit meinen Teamkollegen für die italienischen Meisterschaften trainiert (Rang 28., Anmerk.). Dies ist immer ein wichtiger Termin und ein nützlicher Test, um die aktuelle Form zu checken.

LAOLA1: Es ist die 100. Tour de France – warum ist die Tour so besonders? Was verbindest du mir ihr?

Cunego: Jedes Mal, wenn ich an der Tour de France teilnehme, fühlt es sich toll an. Es ist immer sehr aufregend, bei einer derart wichtigen Veranstaltung dabei zu sein und für die Fahrer der 100. Auflage wird es noch einmal etwas ganz Besonderes sein. Die Tour de France ist aufgrund ihrer Fans und des medialen Druckes so besonders, alles ist einfach riesig!

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