LAOLA1-Teamzeugnis: Von Garmin bis Omega Pharma

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Triumphe, Dramen, Tragödien - wie jedes Jahr lieferte die Tour de France ein schier unendliches Potenzial an Geschichten.

Für die einen lief es wie am Schnürchen, ein Erfolgserlebnis jagte das nächste. Für die anderen konnte es schlimmer nicht kommen, die Hiobsbotschaften gaben sich die Klinke in die Hand.

Nicht alle konnten überzeugen

22 Team gingen am 30. Juni in Lüttich an den Start, nur einigen wenigen gelang es, die in sie gesteckten Erwartungen zu erfüllen oder gar zu übertreffen.

Wir erlebten Stürze und Demonstrationen. Wir sahen Zeitfahren, Sprints und Bergetappen.

Zeugnis-Verteilung für die Teams

Einige Profis mussten bereits frühzeitig die Segel streichen, andere sprangen für sie in die Bresche und retteten die Team-Ehre.

Einige Mannschaften erlebten jedoch ein Desaster und gingen komplett leer aus.

Zeit, ein Resümee zu ziehen. Wer präsentierte sich in Top-Form? Welche Rennställe haben dringenden Aufholbedarf? Die LAOLA1-Teamanalyse verrät es:

(Hinweis: Die Ansprüche der Teams spielen bei der Bewertung eine wesentliche Rolle)

Ziele: Giro-Sieger Ryder Hesjedal als Kapitän, dazu Sprinter Tyler Farrar, die Zeitfahr-Spezialisten David Zabriskie und David Millar sowie die Edel-Domestiken Daniel Martin und Christian Vande Velde: Garmin wollte bei der Tour abräumen.

Ausbeute: Kein anderes Team wurde vom Horror-Crash auf Etappe sechs derart in Mitleidenschaft gezogen wie Garmin. Hesjedal, Robert Hunter und Tom Danielson waren zum Aufgeben gezwungen, die übrigen sechs Starter körperlich schwer gehandicapt. So war es an Routinier Millar, das Ruder herumzureißen. Dies gelang dem Schotten mit dem Sieg in Annonay-Davezieux. Vande Velde scheiterte in Pau als Zweiter denkbar knapp.

Zeugnis: Befriedigend!

 

Ziele: Die Topografie der Rundfahrt kam Denis Menchov, dem einstigen Giro- und Vuelta-Sieger, klar entgegen. So gesehen verwunderte es nicht, dass Katusha einen Podestplatz ins Auge fasste. Der dreifache Weltmeister Oscar Freire sollte es indes in den Sprints richten.

Ausbeute: Gesamtplatz 15 ist nicht das, was sich Menchov und seine Bosse erhofften. Im Zeitfahren chancenlos, in den Bergen ebenso - er gehörte zu den Enttäuschungen dieser Tour. Ähnlich erging es Freire in den Sprints - bis er in einen schweren Massensturz auf der sechsten Etappe verwickelt war und zur siebenten nicht mehr antrat. Der Rest der Equipe war nicht in der Lage, das Zepter in die Hand zu nehmen.

Zeugnis: Nicht genügend!

 

Ziele: Sprint-Altmeister Alessandro Petacchi wollte die Jungen bei Massenspurts noch einmal in die Schranken weisen, während Michele Scarponi die Vision hatte, nach einem anstrengenden Giro die Tour-Klassmentfahrer aufzumischen.

Ausbeute: Weder Ziel eins, noch Ziel zwei sollte erreicht werden. Petacchi ist im Spätherbst seiner Karriere angelangt und hat den Jungen nur noch wenig entgegenzusetzen. Zudem überschritt er auf der 11. Etappe das Zeitlimit und schied aus. Scarponi war in den Bergen chancenlos und übte sich daher als Ausreißer. Von Erfolg war auch der Taktik-Wechsel nicht. So ging die Tour für Lampre enttäuschend und ohne echtes Erfolgserlebnis zu Ende.

Zeugnis: Nicht genügend!

 

Ziele: Das Aufgebot der italienischen Mannschaft konnte sich sehen lassen. Peter Sagan für die Sprints, Vincenzo Nibali für den Kampf um Gelb, Ivan Basso - seines Zeichens zweifacher Giro-Triumphator - als Edelhelfer.

Ausbeute: Nibali zeigte große Klasse, musste jedoch die Übermacht von Sky anerkennen. Am Ende landete der Ex-Vuelta-Sieger an dritter Position. Ganz groß in Szene setzte sich Sagan, der mehrfach ausriss, um bei Zwischensprints Zähler abzustauben, drei Teilstücke zu seinen Gunsten entschied und als zweitjüngster Fahrer aller Zeiten - nach Willy Planckaert 1966 - in der Punktewertung den Sieg davontrug.

Zeugnis: Sehr gut!

 

Ziele: Zwei Kapitäne, drei Ziele: Jurgen van den Broeck wollte als erster Belgier seit Kevin van Impe 1981 Paris auf dem Podest zu erreichen. Andre Greipel sollte auf der einen Seite für Etappensieg sorgen und auf der anderen ein Auge auf "Grün" werfen.

Ausbeute: Drei Etappensiege für Greipel sind wohl mehr, als sich viele vor Rundfahrt-Beginn zu erträumen wagten. Die Punktewertung spuckt den Deutschen auf Rang zwei aus - gegen Peter Sagan war kein Kraut gewachsen. Van den Broeck konnte sich den Traum der Top-3 nicht ganz erfüllen, mit Rang vier kann der 29-Jährige aber durchaus zufrieden sein.

Zeugnis: Gut!

 

Ziele: Alejandro Valverde: Ex-Vuelta-Sieger. Juan Jose Cobo: Amtierender Vuelta-Sieger. Rui Costa: Amtierender Tour-de-Suisse-Sieger. Movistar rechnete sich in puncto Gesamtklassement einiges aus, Valverde wurde als Top-3-Kandidat gehandelt.

Ausbeute: Mehr als zwei Wochen lang glich die Rundfahrt einem Desaster. Valverde früh abgehängt, Cobo gänzlich blass, Costa nicht mehr in Top-Form. Dazu war Sprinter Jose Joaquin Rojas, 2011 noch einige Tage in Grün, längst nicht mehr dabei. Schlussendlich sollte es dann doch Leader Valverde sein, der sich und seinen Kollegen mit dem Etappensieg bei der Bergankunft in Peyragudes einen versöhnlichen Abschied bereitete.

Zeugnis: Genügend!

 

Ziele: Die Last der Verantwortung war auf mehrere Schultern verteilt. Tony Martin galt als heißer Kandidat auf Gelb nach dem Prolog, Levi Leipheimer war für die Gesamtwertung vorgesehen, Sylvain Chavanel wurde die Rolle des "Puncheurs" zuteil.

Ausbeute: Martin war das Glück nicht hold. Ein Defekt sowie ein schwerer Sturz machten ihm früh die Rundfahrt sowie sämtliche Hoffnungen zunichte. Leipheimer hat seine besten Tage wohl hinter sich oder seinen Wadenbeinbruch nach seinem Crash mit einem Auto im Frühjahr nicht gut verdaut. Chavanel war der Stärkste, er verpasste das "Maillot Jaune" nur um wenige Sekunden und war ein ständiger Aktivposten. Doch auch er wurde später im Rennen von gesundheitlichen Problemen heimgesucht und kam nicht in Paris an.

Zeugnis: Nicht genügend!

 

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