Nicht immer siegt der Stärkste

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Etappensieg für Valverde - Froome wieder gestoppt

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Bradley Wiggins verlässt die Berge der Tour de France als souveräner Chef im Gelben Trikot.

Nach der letzten Bergankunft der 99. Auflage auf der 17. Etappe in Peyragudes hat der britische Sky-Profi nicht zuletzt dank seiner Kapitänsrolle weiter 2:05 Minuten Vorsprung auf seinen zweitplatzierten Landsmann Christopher Froome.

Froome wieder der Stärkere

Denn Edelhelfer Froome musste auf den letzten Kilometern des 143-km-Abschnitts am Donnerstag mehrfach auf seinen Chef warten, der nach dem Gewinn des ersten langen Zeitfahrens auch für die entscheidende Prüfung gegen die Uhr am Samstag als Favorit gilt.

Den Tagessieg in den Pyrenäen sicherte sich der Spanier Alejandro Valverde.

Solo-Sieg für Valverde

Valverde kletterte solo zu seinem größten Erfolg seit dem Ablauf seiner zweijährigen Dopingsperre zu Jahresbeginn. Er hatte 35 Kilometer vor dem Ziel im Anstieg zum Port de Bales attackiert und wenig später auch seinen letzten Begleiter distanziert.

Froome und Wiggins kamen dem Movistar-Profi im Finish noch bis auf 19 Sekunden nahe. Das Duo erwies sich nach der Klettertour über zwei Pässe der ersten und eine Bergwertung der höchsten Kategorie (Port de Bales) als unantastbar.

Vergebene Liebesmühe

Das Liquigas-Team des Italieners Vincenzo Nibali hatte zwar lange Zeit das Tempo in den Steigungen vorgegeben, um das Rennen für Wiggins und Froome schwer zu machen.

Doch der Gesamt-Dritte war im Finale nicht in der Lage, eine Attacke zu starten. "Ich konnte keinen Druck machen, meine Beine haben geschmerzt, das ist enttäuschend", erklärte der Ex-Vuelta-Sieger, der als Tages-Siebenter sogar 18 Sekunden auf das Sky-Duo einbüßte und in der Gesamtwertung nun 2:41 Sekunden zurückliegt.

Der Belgier Jurgen van den Broeck hat als Gesamt-Vierter 5:53 Minuten Rückstand.

Sky setzt auf Wiggins

Auf den letzten Kilometern des 15 km langen Schlussanstieg ins 1.605 m hoch gelegene Ziel machte Froome mächtig Tempo und zerriss die Gruppe der Besten der Gesamtwertung.

Schließlich befand sich nur noch Wiggins am Hinterrad des Zweiten der Vuelta 2011. Froome wollte voll fahren, musste aber nach wenigen Metern mehrfach wieder abstellen, um auf seinen Kapitän zu warten.

Immerhin zeigte er wie schon mehrfach zuvor, dass er in den Bergen der Stärkere ist. Im Zeitfahren hatte er als Zweiter nur 35 Sekunden auf Wiggins verloren.

Evans mit Magenproblemen

Vorjahressieger Cadel Evans hatte seine Hoffnungen schon am Vortag begraben müssen. "Die Tour ist für mich vorbei", erklärte der 35-jährige Australier abgekämpft im Ziel.

"Ich hatte vor dem Start Magenprobleme und wenn das zwei Stunden vorher passiert, kann man wenig tun", erklärte Evans, der am Donnerstag weitere Zeit einbüßte und als Gesamt-Sechster 9:57 Rückstand aufweist.

"Die Dinge sind bei der Tour nicht so gelaufen, wie ich wollte, aber das Jahr ist noch nicht zu Ende."

Fahne brachte Cavendish zu Fall

Der britische Sprint-Star Mark Cavendish, einer der Favoriten für das Olympia-Straßenrennen, wurde rund drei Kilometer vor dem Ziel zu Fall gebracht.

Eine von einem Zuschauer geschwungene Fahne verhedderte sich am Lenker seines Rades.

"Danke dem ..., der mich zu Fall brachte. Rad kaputt, Bein geschwollen", teile der Zimmerkollege von Bernhard Eisel per Twitter mit. Sky-Sportdirektor Sean Yates gab Entwarnung. "Mark ist okay."

Indes beendete Eisel die letzte schwere Bergetappe der 99. Frankreich-Rundfahrt mit etwas mehr als einer halben Stunden Rückstand auf Valverde an 151. Position.

In der Gesamtwertung nimmt der Steirer, der zum neunten Mal beim wichtigsten Radrennen der Welt am Start steht, Rang 144 ein.

 

Die 17. Etappe zum Nachlesen im LIVE-Ticker >>>

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