Doping-Razzia bei der Tour

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Doping-Fall beim Team Cofidis

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Die Tour de France hat möglicherweise ihren ersten Dopingfall 2012.

Der Franzose Remy Di Gregorio wurde am Dienstag am ersten Ruhetag festgenommen, im Teamhotel von Cofidis durchsuchte die Polizei sein Zimmer. Der Zweitliga-Rennstall wird ohne den Bergspezialisten weiterfahren.

Verdacht auf Handeln mit Dopingmitteln

Der erste Vorfall der 99. Tour de France sorgte am Ruhetag für helle Aufregung und Verwirrung aller Orten. "Das ist eine ernste Sache", sagte Cofidis-Teammanager Yvon Sanquer, nachdem sein Fahrer Dienstag früh von der Polizei wegen des Verdachts des Handels mit Dopingmitteln festgenommen worden war.

Für eine Befragung wurde der 26-jährige Bergspezialist in seine Heimatstadt Marseille gebracht. Dort sitzt die in dem Fall seit dem Vorjahr ermittelnde Staatsanwaltschaft.

Das Team suspendierte den Profi sofort. Die Mannschaft werde aber am Mittwoch in Macon am Start der 10. Tour-Etappe stehen, sagte Sanquer.

Mannschaft bleibt weiter bei der Tour

"Es handelt sich um einen einzelnen Fahrer, der individuell gehandelt hat. Es ist niemand anderes betroffen. Wie wollen nicht alle Fahrer für das Fehlverhalten eines einzelnen büßen lassen", ergänzte der Manager - früher in den Diensten der Skandaltruppen Festina und Astana.

2007 war nach dem Dopingfall Cristian Moreni die gesamte Cofidis-Equipe von der Frankreich-Rundfahrt abgezogen worden.

Di Gregorio soll nach Informationen der "L'Equipe" durch ein Telefonat mit einem potenziellen Dopinghändler aufgefallen sein. Sanquer ließ durchblicken, dass die Polizei möglicherweise eine frische Lieferung von Dopingpräparaten erwartet haben könnte - deshalb erfolgte der Zugriff. Sanquer berichtete, dass die Beamten aus Gregorios Zimmer Gegenstände beschlagnahmt hätten.

Hohe Nervosität bei Pressekonferenz

Cofidis lotste die Journalisten am Nachmittag nicht wie erwartet ins Teamhotel, sondern an eine vielbefahrene Autobahn.

Dort wurden die Reporter von Teammitgliedern begleitet zur Pressekonferenz geführt: Hohe Nervosität und Argwohn waren zu spüren.

Staatsanwalt Jacques Dallest erklärte der französischen Nachrichtenagentur AFP, Di Gregorio werde wegen des Vorwurfs des organisierten Handels mit Dopingmitteln verhört. Zwei weitere Personen sollen ebenfalls in Marseille befragt worden sein.

Die Gendarmen im mehrere hundert Kilometer entfernten Bourg-en-Bresse waren am Dienstag im Auftrag der OCLAESP, der französischen Behörde zur Wahrung der Öffentlichen Gesundheit, zum Cofidis-Hotel in Marsch gesetzt worden. Etwa zehn Beamte waren im Einsatz und sorgten für große Aufregung.

Di Gregorio kein Unbekannter

Gegen Di Gregorio waren bereits im Vorjahr Ermittlungen eingeleitet worden. Damals fuhr er noch für die kasachische Astana-Mannschaft, die zuletzt 2007 durch die Blutdoping-Affäre Winokurow/Kaschetschkin aufgefallen war.

Nach Ablauf ihrer Sperren stehen Ex-Telekom-Profi Alexander Winokurow und Andrej Kaschetschkin bei der aktuellen Tour de France wieder im Astana-Aufgebot.

Cofidis ist seit vielen Jahren bei der Tour dabei. Topfahrer ist derzeit der Este Rein Taaramae, der im Gesamtklassement Rang zwölf belegt und bei der ersten Bergankunft in der Vorwoche in den Vogesen mit den Besten mithielt. Unter 22 Mannschaften belegt der Zweitliga-Rennstall derzeit den elften Platz im Teamklassement.

Erster Dopingfall seit 2010

Die Affäre Di Gregorio könnte der erste echte Dopingfall der Tour seit 2010 und dem Clenbuterol-Befund von Alberto Contador werden.

Im Vorjahr war der Russe Alexander Kolobnew wegen eines nachgewiesenen Diuretikums ausgeschlossen, Monate später aber freigesprochen worden.

Dass 2012 erstmals seit langem wieder einen Radprofi aus Frankreich überführt werden könnte, kommentierte Sanquer mit spitzer Zunge: "Französische Radfahrer sind auch nur Menschen."

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