Die Kletter-Asse sind erstmals am Prüfstand

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Die 98. Tour de France hat die Berge erreicht und rollt am Donnerstag durch die Pyrenäen.

Die Bergankunft der 12. Etappe in Luz Ardiden wird den ersten Schlagabtausch der Kletter-Spezialisten und eine Auslese unter den Anwärtern auf den Gesamtsieg bringen.

Der 17,1 km lange Anstieg zum Tourmalet (2.115 m) und die finale Steigung (13,3 km) ins 1.715 m hoch gelegene Ziel werden Aufschluss über die aktuelle Stärke der Asse, aber wohl noch keine Vorentscheidung bringen.

Der Spanier Alberto Contador, der seinen vierten Sieg anpeilt, gab sich trotz Kniebeschwerden optimistisch.

"Will um den Sieg kämpfen"

Für den 28-jährigen Topfavoriten verlief die erste Woche gar nicht nach Wunsch.

Contador stürzte dreimal, zog sich eine Blessur im rechten Knie zu und hat als 16. 1:41 Minuten Rückstand auf den drittplatzierten Australier Cadel Evans, den Bestplatzierten der Anwärter auf den Gesamtsieg.

Die französische Sportzeitung L'Equipe spekulierte, Contador könnte wegen der Verletzung zum Ausstieg gezwungen sein. Doch der Profi des Teams Saxo Bank widersprach prompt.

"Ich denke nicht daran, vor dem Tour-Ende heimzufahren", sagte Contador, der sich nach der Tour wegen eines positiven Dopingtests bei seinem Vorjahrssieg einem Berufungsverfahren vor dem obersten Sportgericht in Lausanne stellen muss.

"Ich werde mein Möglichstes tun, um mein Ziel zu erreichen und das heißt, um den Sieg zu kämpfen."

Attacke zum richtigen Zeitpunkt

Die Dienstag-Etappe sei gut verlaufen, er habe sein Knie weitgehend schonen können, sagte Contador. "Beim letzten Anstieg war ich zuerst weiter hinten, habe dann aufgeholt und das zeigt, dass die Beine gut sind."

Contador sieht sich trotz des Rückstandes auf Evans und die Brüder Fränk und Andy Schleck (4./+2:29 bzw. 5./+2:37) auf der ersten Bergetappe nicht in der Rolle des Angreifers.

"Die Schlecks wissen, dass am Ende der Tour ein Zeitfahren kommt, daher müssen sie attackieren", erklärte der Gewinner von 2007, 2009 und 2010. In der Prüfung gegen die Uhr am vorletzten Tag werden Contador und Evans stärker als die Brüder aus Luxemburg eingeschätzt.

"Ich selbst werde, abhängig von meinem Knie, zum richtigen Zeitpunkt angreifen", kündigte der Madrilene an.

Contador gibt nicht auf

Am Ruhetag hatte Contador zugegeben, dass er nicht so frisch sei, wie vor dem als Sieger beendeten Giro d'Italia im Mai. Seit dem ersten Sturz könne er nicht den gewohnten Druck aufs Pedal bringen.

"So ist das nun einmal, ich bleibe jedoch optimistisch." Der Rückstand auf Evans und die Schleck-Brüder sei aber nicht so einfach wettzumachen.

"Eineinhalb Minuten aufzuholen, das ist immer hart", betonte Contador. "Die Brüder Schleck sind gefährlich, weil sie viele Möglichkeiten haben, und Cadel (Evans) ist in Topform und in einer sehr guten Position."

Härteste erste Woche

Der zweifache Gesamt-Zweite Andy Schleck meinte, es sei "kein Nachteil", eineinhalb Minuten Guthaben auf Contador zu besitzen.

"Die erste Woche der Tour war sehr hart, auch ohne Berge die vielleicht härteste, die ich bei der Tour erlebt habe", sagte der Luxemburger aus dem Team Leopard-Trek.

"Aber in den Pyrenäen beginnt die Tour erst so richtig." Und danach geht es auch noch in die Alpen weiter.

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