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Stürze überschatten die neunte Etappe

Die unheimliche Sturzserie der Tour de France hält an und hat zwei weitere Spitzenfahrer zur Aufgabe gezwungen.

Routinier Alexandre Vinokourov und Podiumskandidat Jürgen Van Den Broeck verletzten sich am Sonntag bei einem dramatischen Sturz schwer und musste ihren Tour-Traum damit begraben.

Für den Kasachen, der seine letzte Tour bestritt, dürfte die Radprofi-Karriere vorzeitig zu Ende sein. Glück im Unglück hatten zwei Fahrer einer Ausreißergruppe, als sie von einem Begleitfahrzeug bei voller Fahrt gerammt wurden, aber weiterfahren konnten.

Franzose in Gelb

Das Gelbe Trikot eroberte auf der 9. Etappe Lokalmatador Thomas Voeckler, der nach 208 Kilometern in Saint-Flour Zweiter einer Fluchtgruppe hinter Luis Leon Sanchez wurde.

Europcar-Profi Voeckler selbst, der schon 2005 kurz das Gelbe getragen hatte, lancierte die Attacke im Anstieg zum ersten von insgesamt sieben Bergen. Bernhard Eisel, einziger Österreicher im Feld und Kapitän des HTC-Highroad-Teams, erreichte 21:26 Minuten nach Voeckler das Ziel.

Vinokourov Abschieds-Runde durch Frankreich und Van den Broecks Tour-Hoffnungen endeten indes an der Kilometermarke 102 auf der Abfahrt vom Col du Pas-de-Peyrol: Bei dem Massensturz wurde Vinokourov in die Böschung geschleudert, Van Den Broeck blieb auf der Straße liegen.



Schwere Verletzungen

Der Astana-Kapitän wurde mit einem gebrochenen linken Oberschenkelknochen in ein Krankenhaus gebracht. Der Belgier Van den Broeck, der mit schmerzverzerrtem Gesicht und offenbar leicht benommen auf dem Asphalt saß, erlitt Kopfverletzungen und einen Schulterblattbruch.

Neben den beiden Teamkapitänen bedeutete der Unfall auch das Tour-Aus für US-Profi David Zabriskie vom Team Garmin Cervelo und den Belgier Frederik Willems von Van Den Broecks Omega-Rennstall.

In den Etappen zuvor waren schon Bradley Wiggins (Schlüsselbeinbruch), Janez Brajkovic (Gehirnerschütterung und Schlüsselbeinbruch) und Tom Boonen (Gehirnerschütterung) zur Aufgabe gezwungen worden.

Kollision mit Auto

Das Hauptfeld brach nach dem Massensturz für rund 15 Kilometer die Verfolgung der Ausreißer ab.

Als das Peloton wieder die Jagd auf die Spitzengruppe aufnahm, war diese bereits zu weit enteilt. Eine Schrecksekunde erlebten die fünf Ausreißer, als ein Auto des französischen Fernsehens bei voller Fahrt Juan Antonio Flecha von der Seite rammte.

Der Spanier vom Team Sky stürzte und riss Vacansoleil-Fahrer Johnny Hoogerland mit sich. Dieser wirbelte dramatisch durch die Luft und wurde auf gerader Strecke in einen Weidezaun geschleudert. Nach bangen Sekunden konnte er - trotz etlicher Bandagen blutüberströmt - weiterfahren.

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