RAA: Rekordjagd und Sexmythen

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RAA: Rekordjagd, neues Startsystem & Sexmythen

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Titelverteidiger Christoph Strasser gilt als Favorit auf den Sieg der 7. Ausgabe des Race Around Austria (ab 10. August), dem härtesten Ultra-Radrennen Europas.

Nach seinem Premierenerfolg im Vorjahr und dem enttäuschenden Aus beim Race Across America, bei welchem ihn eine Krankheit aus der Bahn warf, freut sich der 32-Jährige auf die 2.200 km und 30.000 Höhenmeter rund um sein Heimatland.

"Vorfreude und Motivation sind riesig", verrät der vierfache Race-Across-America-Sieger, der im Vorjahr mit einer Zeit von 3 Tagen, 15 Stunden und 24 Minuten einen neuen Rekord aufstellte, auf "facebook".

Erstmals zwei Startgruppen

Die größte Neuerung des Rennens mit Start- und Ziel in St. Georgen besteht heuer darin, dass es erstmals zwei Startgruppen geben wird, die nach Leistung eingeteilt sind.

Zwischen beiden Gruppen liegt eine Zeitspanne von 14 Stunden. Diese Maßnahme soll dazu führen, dass das Feld kompakter wird - vor allem hinsichtlich der Ankunft auf dem Großglockner sowie im Ziel.

Die Abstände werden geringer sein als in den Vorjahren und auch die Witterungsunterschiede nicht so extrem.

Das Rennen wird von hinten aufgefahren, viele Fahrer müssen überholt werden, es gibt zunächst kein langes, einsames Fahren an der Spitze. Zudem sind zur besseren Orientierung die Durchgangszeiten bekannt.

Gegen die Einsamkeit

Im Ziel in St. Georgen soll jeder Teilnehmer die Möglichkeit bekommen, die Volksfeststimmung beim Durchfahren des Festzelts zu genießen.

„Das erinnert sogar ein bisschen an die Tour de France“, hatte Strasser bereits im Vorjahr die Atmosphäre des Attergauer Marktfestes betreffend festgestellt. In den Vorjahren kamen viele Fahrer erst nach dem Fest oder eben wie Strasser mitten in der Nacht an.

Die vielen Zuschauer und die Volksfeststimmung stehen im krassen Gegensatz zur gewohnten Einsamkeit eines Ultra-Sportlers.

Neues Trackingsystem

Erstmals werden die GPS-Sender größtenteils am Athleten befestigt sein und sich nur zum Aufladen im Begleitfahrzeug befinden.

Damit sind noch genauere Angaben und Analysen möglich, dank des neuen Tracking-Systems können zudem Hochrechnungen der Zielzeiten gemacht werden.

Live-Tracking gibt es beim RAA übrigens seit Beginn an, heuer wurde es zum ersten Mal auch bei der Tour de France eingesetzt.

Begeisterung

Offizielle Fanzonen an der Strecke sind in fünf Orten angemeldet, dort wird jeder Fahrer mit besonders lautem Applaus gefeiert. Ein Reisebus zum Großglockner ist ebenfalls wieder organisiert worden.

Wer die 2.200 km nicht alleine bewältigen möchte, der kann - wie gehabt - auch in Zweier- oder Vierer-Teams antreten, bei letzterem spielt, zumindest zu Beginn, die taktische Komponente eine größere Rolle.

Zudem gibt es 2015 zum zweiten Mal die Oberösterreich-Challenge (alleine oder im Zweier-Team), desweiteren gibt es die "kurze" Strecke ohne den Westteil Österreichs über 1.500 km.

Erste Österreicherin

Das RAA wird international immer bekannter, zum ersten Mal tritt heuer auch ein Däne an, weitere Ultracyclisten kommen aus Italien, Deutschland, der Schweiz und Tschechien.

Für eine Premiere sorgt auch Alexandra Meixner: Sie steht als erste Österreicherin am Start.

Mit 30 Jahren bestritt die Niederösterreicherin ihren ersten Marathon, 2008 folgte der erste Ironman, 2010 der erste Ultratriathlon (Double, Trible, Quintuple). Im Vorjahr bestritt sie schließlich als erste Österreicherin und dritte Frau überhaupt einen DECA-Ultratriathlon - das ist die zehnfache Ironman-Distanz!

Die Frauenärztin, die auch ein Kabarett zum Thema "Sexmythen" sowie das dazu passende Buch ("Ätsch. Erster") geschrieben hat, erreichte das Ziel – nach 149 Stunden.

 

Henriette Werner

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