Strasser will Sieg beim "Race Across America"

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Dass Österreich eine Wintersport-Nation ist, ist kein allzu großes Geheimnis.

Dass Österreich allerdings auch eine Radsport-Nation und führend im Extrem-Bereich ist, das ist den meisten wahrscheinlich neu.

Ein Blick auf die Startliste des am Dienstag beginnenden „Race Across America“ reicht: Gleich sieben heimische Solo-Starter gehen in das legendäre Rennen, das von der West- einmal quer über den Kontinent an die Ostküste führt.

Dabei sein ist für einige der rot-weiß-roten Ausdauerathleten aber nicht alles, sie wollen um den Sieg mitfahren.

Nichts dem Zufall überlassen

Allen voran Christoph Strasser, der zum vierten Mal beim längsten Rad-Rennen der Welt an den Start geht.

Der Steirer konnte das RAAM bereits 2011 gewinnen, im Vorjahr musste er sich nur knapp geschlagen geben und wurde Zweiter.

„Die Vorbereitung ist optimal verlaufen, die Form sollte passen“, will der 30-Jährige, der im April die komplette Strecke besichtigt hat und sich vor dem Rennen in der Mojave-Wüste einer Akklimatisations-Woche unterzogen hat, Revanche.

Wie Daniel Düsentrieb

Am Material-Sektor – Strasser hat ein herkömmliches Rennrad und ein Zeitfahrrad dabei – wurde in den letzten Wochen und Monaten getüftelt.

Auch um die Probleme mit der Hitze besser im Griff zu haben als im Vorjahr.

Da verlor Strasser bei Temperaturen um 45 Grad Celsius an den ersten beiden Tagen bereits mehr als fünf Stunden auf den späteren Sieger Reto Schoch.

Hitzeschutzkleidung, spezielle Trikot-Stoffe, verbesserte Aerodynamik am Bike und ein neues Nahrungskonzept sollen dem Steirer helfen, sein volles Leistungspotential abzurufen.

"Bin hier, um zu gewinnen"

Die 4.860 Kilometer muss Strasser zwar alleine abspulen, im Hintergrund werkt aber ein elfköpfiges Betreuerteam aufgeteilt in drei Begleitfahrzeugen rund um die Uhr für den Extrem-Radfahrer.

„Sie betreuen mich, navigieren und schauen, dass ich die täglich benötigten 15000 Kalorien in Form von Flüssignahrung zu mir nehme.“

Strasser hat in der fast einjährigen Vorbereitung nichts dem Zufall überlassen – das Ziel ist klar: „Ich bin hier, um das Rennen zu gewinnen!“

Demütig und vorsichtig

Aber die Konkurrenz ist so stark wie nie – nicht nur aus dem eigenen Lager.

Die Schweiz schickt mit Titelverteidiger Reto Schoch und Dani Wyss, der bereits zwei RAAM-Erfolge in den Palmares stehen hat und als einziger Fahrer den im Vorjahr tödlich verunglückten Jure Robic im direkten Duell schlagen konnte, zwei Top-Favoriten ins Rennen.

Aber Strasser schaut nur auf sich, nicht auf die Konkurrenz: „Ich bin sehr demütig und vorsichtig. Um eine Chance auf den Sieg zu haben, brauche ich die beste Leistung meines Lebens und darf mich nur mit mir und meinem Körper beschäftigen.“

Denn: „Die Strecke ist so beinhart und schwierig, dass es jedes Mal die größte Herausforderung ist, überhaut gesund das Ziel zu erreichen.“

Nur nicht übertreiben

Deshalb wird er sich an einer Tempohatz und Rekordjagd nicht beteiligen, auch wenn die Veranstalter eines der schnellsten Rennen in der 32-jährigen Geschichte erwarten.

„Wer zu Beginn übertreibt, hat keine Chance“, weiß Strasser. Über die End- und vielleicht sogar eine Rekordzeit macht er sich keine Gedanken.

„Ich komme lieber mit einer langsamen Zeit als Sieger an, bevor ich mit einer Zeit von sieben Tagen nur Zweiter werde.“

Der Startschuss erfolgt am Dienstag um 12 Uhr Ortszeit in Oceanside, Kalifornien, der Sieger wird am 19. Juni in Annapolis, Maryland erwartet.

 

Stephan Schwabl

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