"Eine mittlere Katastrophe!"

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Radlose Welser: "Wirtschaftlich ein Debakel!"

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Sportlich könnte es für das Team ARBÖ Gourmetfein Wels nicht besser laufen.

Riccardo Zoidl dominiert die heimische Top.Rad.Liga nach Belieben.

Zuletzt feierte der Linzer beim Großen Preis der Marktgemeinde Laßnitzhöhe seinen zweiten Saisonsieg im dritten Rennen und führt die Rad-Bundesliga überlegen an.

Favorit auf Zeitfahr-Titel

Bei den Zeitfahrmeisterschaften am Donnerstag in Offenhausen gehört Zoidl zum erweiterten Favoritenkreis.

Vor allem muss man aber mit seinem Teamkollegen Andreas Graf rechnen, der auch schon bei der Bahn-WM für Furore gesorgt hat.

Der ist im australischen Melbourne als Vierter nur hauchdünn an einer Medaille vorbei geschrammt.

50.000 Euro Sachschaden

Trotz dieser Erfolge waren die Oberösterreicher vor kurzem „radlos“. Ja, richtig gelesen.

Beim Giro del Friuli wurden dem Team acht Simplon-Rennmaschinen samt XeNTiS-Carbonlaufrädern und allerlei Hightech aus dem Hotelkeller gestohlen.

Der Sachschaden war mit rund 50.000 Euro beträchtlich.

„Für uns ist das eine mittlere Katastrophe“, stellt Manager Christian Pömer im Gespräch mit LAOLA1 klar.

Wirtschaftliches Debakel

Der langjährige Profi kennt den Radsport seit mehr als 20 Jahren und also auch die Schattenseiten.

„Wirtschaftlich ist das ein Debakel, das tut uns richtig weh“, schmerzt Pömer der Verlust sehr.

„Die Schadenssumme ist ein zweistelliger Prozentbereich unseres Budgets – und ich spreche nicht von 11 Prozent“, so der Oberösterreicher, der aber sofort nachschickt, dass „wir den Sportbetrieb deshalb nicht einstellen müssen“.

"Organisierte Kriminalität"

Insgesamt 40 Räder wurden in dieser Nacht gestohlen. Andreas Graf, der sein Zimmer direkt über dem Radkeller hatte, hat vom groß angelegten Beutezug nichts mitbekommen.

„Das war organisierte Kriminalität“, ist auch Manager Pömer überzeugt, der den (Versicherungs-)Fall zur Klärung einem Anwalt übergeben hat.

Aber damit nicht genug, hat der Macher hinter den sportlichen Erfolgen selbst alle Hebel in Bewegung gesetzt, um eine Lösung zu finden.

Hosen runter!

„Wir können ja nicht zum nächsten Radhändler gehen und das Material nachkaufen, weil dann ist der Schaden wirklich bei 50.000 Euro“, hofft Pömer auf die Unterstützung der langjährigen Partner Simplon und XeNTiS.

Erste positive Signale gibt es bereits aus Vorarlberg und der Steiermark.

„Die Frage ist, wie weit sie die Hosen runterlassen können beziehungsweise was uns ein Rennrad kostet. Und dann brauchen wir acht!“

Gute Werbung für kleines Geld

Wenn die Zahlen auf dem Tisch sind, möchte Pömer auch mit den großen Team-Sponsoren „nachverhandeln“, denn: „In dieser Saison gab es bislang für relativ kleines Geld eine extrem gute Werbung“, ist sich Pömer auch für eine kleine „Extra-Betteltour“ nicht zu schade.

„Beim Radsport in Österreich geht es nicht ums große Geld verdienen, sondern um Leidenschaft und darum, den Sportlern zu ermöglichen, ihre Bestleistungen zu erbringen.“

Am Donnerstag haben sie bei der vierten Station der Top.Rad.Liga die nächste Gelegenheit.

Stephan Schwabl

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