Die jungen Wilden

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LAOLA1 stellt "junge Wilde" des ÖRV vor

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Wien – Österreichs junge Radfahrer zeigen bei ihrer Heimat-Rundfahrt auf.

Noch hat es nicht mit dem heißersehnten Etappensieg geklappt, aber Zoidl und Co. zeigten sich angriffslustig, schrammten oft nur knapp am Triumph vorbei und sind mehr als nur ein Versprechen für die Zukunft.

Die positive Entwicklung des Pedalritter-Nachwuchses ist auch Rene Haselbacher, letzter rot-weiß-roter Tagessieger bei der Ö-Tour, aufgefallen:

„Das ist super, die können das, was wir in den letzten Jahren erreicht haben, sicher auch erreichen. Wenn in ein paar Jahren wieder zwei, drei bei der Tour de France mitfahren, wäre das einfach toll“.

"Sie haben eine Vision"

Die Erklärung für den Aufschwung findet der Burgenländer bei den Fahrern selbst: „Es ist auch eine Generation von Fahrern, die wirklich motiviert ist. Sie haben eine Vision und wollen Profis werden. Auch wenn es schwer ist, einen Vertrag zu bekommen“. So sei auch ein heimischer Etappensieg bei der Ö-Tour nur mehr eine Frage der Zeit.

LAOLA1 hat sich die „jungen Wilden“ genau angesehen und stellt sechs talentierte österreichische Profis der Generation U25 vor:

 

Riccardo Zoidl (24, Gourmetfein Wels)

Der Oberösterreicher schwebt momentan auf einer Welle des Erfolgs. Den Sieg in der heimischen Tchibo Top.Rad.Liga hat er jetzt schon so gut wie in der Tasche. Bei der Ö-Tour zeigte er mit zwei starken Ausreißversuchen auf. „Ich habe im Winter vom Training her einiges umgestellt und an Gewicht verloren. Diese drei, vier Kilo weniger haben mir sicher einiges gebracht“, erklärt Zoidl sein Erfolgsgeheimnis. Auch Thomas Rohregger wurde bei der Österreich-Rundfahrt auf den Gourmetfein-Profi aufmerksam: „Er hat mich sehr überrascht, weil ich nicht mehr so den Einblick in die österreichische Szene habe. Ich glaube, er ist einer, der es wirklich drauf hat.“ Zoidls nächster Schritt soll der ins Ausland sein. Mit einigen ProConti-Teams steht er schon in Verhandlungen.

Georg Preidler (22, Team Type 1)

Der 22-jährige Steirer ist, sofern er das Wiener Burgtheater am Sonntag erreicht, Bergkönig der 64. Österreich-Rundfahrt. Dabei ist der Montanuni-Student gar kein Kletter-Ass: „Meine Stärken sind kurze Hügel, eines meiner Lieblings-Rennen ist der Fleche Wallone“, gibt Preidler zu Protokoll. So einen Hügel hätte der Youngster bei der ersten Ö-Tour-Etappe mit Finish beim Bergisel auch fast zu einem Sieg genutzt, am Ende schaute Platz vier hinter drei Italienern heraus. Voriges Jahr fuhr Preidler noch für das Team Tirol, 2012 wechselte er zum ProConti-Team Type 1. In dieser Liga will er mindestens auch noch eine Saison lang bleiben. Das Karriere Motto lautet „step by step.“

Marco Haller (21, Katusha)

Marco Haller ist vieles, nur nicht auf den Mund gefallen. Sein mit einem Augenzwinkern versehener Kommentar zu seiner Nicht-Nominierung in Olympia beweist das eindrucksvoll: „In Rio gibt’s eh die hübscheren Mädels“. Der 21-Jährige machte vor allem durch seinen tollen fünften Platz bei der U23-WM 2011 auf sich aufmerksam und konnte so einen Vertrag beim russischen ProTour-Riesen Katusha herausfahren. Als ehemaliger Bahnfahrer ist Haller ein Vollblut-Sprinter, weswegen er sich auch mehr Flachetappen bei der Ö-Tour gewünscht hätte. Auf dem Weg nach Melk reichte es trotzdem für Platz fünf und die Etappe nach Wien steht auch noch an.

Daniel Schorn (23, Team NetApp)

Daniel Schorn hätte schon der Ö-Tour 2011 seinen Stempel aufdrücken sollen, stürzte aber auf dem Weg nach Prägraten schwer. Heuer musste er in Lienz nur dem Italiener Sacha Modolo den Vortritt geben. Sein Ärger über den zweiten Platz zeigt, dass der Sprinter jede Menge Ehrgeiz besitzt. Haselbacher traut dem Salzburger zu, in Wien zu gewinnen. Für seinen Karriere-Verlauf hatte Schorn bisher immer klare Pläne: „Die Burschen, die gut sind, wollen hoch hinaus. Entscheidend ist es, den Sprung ins Ausland zu schaffen. Für mich war von Anfang an klar, dass ich ins Ausland will. Ich habe mich dann einfach selbst bei NetApp beworben.“

Matthias Brändle (22, Team NetApp)

„Matthias war in der Jugend schon immer extremst stark“, sagt Teamkollege Daniel Schorn über Matthias Brändle. Der Vorarlberger ist ein Allrounder, der über große Distanzen hinweg eine hohe Frequenz gehen kann. Auch er scheiterte bei der heurigen Ö-Tour nur knapp an einem Etappensieg. „Wir sind alle noch sehr jung, man muss Geduld haben. Im österreichischen Radsport ist momentan richtig Bewegung drin“, meinte der meist besonnen wirkende Brändle nach seinem dritten Platz am Sonntagberg zur neuen Generation heimischer Radprofis. Das Team NetApp ist schon Brändles dritte Station im Ausland, er betont aber stets wie wichtig die tolle Nachwuchs-Arbeit heimischer Conti-Teams sei.

Lukas Pöstlberger (20, Gourmetfein Wels)

Die österreichische Radsport-Elite staunte nicht schlecht, als der 20-Jährige bei den Staatsmeisterschaften in Judendorf/Straßengel alle Stars der heimsichen Szene hinter sich ließ. Aus einer Fluchtgruppe heraus sicherte er sich im Sprint das rot-weiß-rote Trikot. Pöstlberger beschreibt sich selbst als „Draufgänger“, der das Rennen aktiv gestalten will. „Mich interessiert es nicht 180 km im Hauptfeld herum zu gammeln“, meint das Teamküken von Gourmetfein Wels. Seine jugendliche Unbekümmertheit spielte er bei der Ö-Tour bis jetzt jedoch noch nicht aus. Schließlich fährt er zum ersten Mal eine Rundfahrt dieser Kategorie. Für den Überraschungsstaatsmeister gilt also: Erfahrung sammeln und in den nächsten Jahren auf sich aufmerksam machen.

 

Von der Ö-Tour berichten Máté Esterházy und Jakob Faber

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