Krizek, der Trikot-Hamster

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Krizek zeigt starke Leistung und erobert Bergtrikot

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Der Wiener Matthias Krizek erobert dank eines Husarenritts auf der 2. Etappe der Österreich Rundfahrt über 196,1 km von Litschau nach Grieskirchen das Trikot des besten Bergfahrers.

Bereits bei Kilometer 40 setzt sich der Felbermayr-Simplon-Wels-Profi gemeinsam mit Alexis Gougeard (Ag2r La Mondiale) und Michael Taferner (WSA-Greenlife) vom Peloton ab.

Nachdem Gougeard am ersten Anstieg den Kontakt verliert, ist lange Zeit ein Duo aus Krizek und Taferner an der Spitze. Die beiden fahren bis zu sechs Minuten Vorsprung heraus, an der letzten Bergwertung hängt Krizek seinen Landsmann ab, bevor er rund 35 km vor dem Ziel ebenfalls eingeholt wird.

Der Wiener sichert sich alle drei Bergwertungen des Tages, sammelt 15 Punkte und darf sich über das Trikot des Bergbesten freuen, welches er von seinem Landsmann Daniel Lehner übernimmt. Dieser ist darüber jedoch nicht besonders betrübt, hat er doch den Tag im gepunkteten Trikot sowie den damit einhergehenden Medienrummel sehr genossen. "Es war ein super Gefühl, einen Tag in dem Trikot zu fahren, ich bin praktisch daheim vorbeigefahren."

"War extrem schwer"

Krizek fällt nach seiner langen Flucht jedoch nicht zurück, sondern ist so gut drauf, dass er in der Schlussphase der Etappe sogar noch wichtige Helferdienste für seinen Teamkollegen Gregor Mühlberger verrichten kann und im Ziel einmal mehr bester Österreicher (24.) wird.

Das Rosa Trikot des besten heimischen Fahrers wird auf der dritten Etappe stellvertretend für ihn sein Teamkollege Stephan Rabitsch (zeitgleich Gesamt-28.) tragen.

"Es war extrem schwer, erst zu dritt, dann zu zweit und schließlich alleine. Ich hab fast die ganze Führungsarbeit gemacht. Aber es hat sich gelohnt, ich habe das Bergtrikot", freut sich Krizek, der nun Gesamt-23. ist (+19 Sekunden), im Ziel.

Australier siegt

Teamkollege Mühlberger ist nach dem zweiten Teilstück ebenfalls zufrieden: „Wir haben uns super in Szene gesetzt, haben es probiert, doch es ist am Ende leider nicht ganz aufgegangen. Es ist dann doch zu einem Massensprint gekommen, das ist für uns einfach ganz vorne zu gefährlich.“

Der Sieg auf der engen und kurvigen Zielgerade ging indes erneut an einen IAM-Cycling-Teamkollegen von Mitfavorit Stefan Denifl – David Tanner, der sich in einem langgezogenen Sprint vor Clement Venturini (Cofidis/+1) und Peter Kusztor (Amplatz-BMC/+2) durchsetzt.

"Das ist mein erster Sieg seit der Tour of Utah 2010. Ich mag solche trickreichen Schlussphasen. Ich habe auf den letzten beiden Kilometern Risiko genommen und war dann alleine vorne. Meine Form ist sehr gut und in den nächsten Tagen wartet viel Arbeit auf uns, um Stefan Denifl in den schweren Bergetappen zu unterstützen", freut sich der Australier.

Kritik an Zielankunft

Das Gelbe Trikot bleibt auf den Schultern des Deutschen Gerald Ciolek (MTN), dem am Montag - im Gegensatz zum Vortag - auch die Ehre der Siegerehrung zu Teil wird.

„Es war eine schwierige Etappe, die Mannschaft hat super gearbeitet, so dass wir die Ausreißer eingeholt haben“, so Ciolek. Sein mit ihm gleichauf liegender Landsmann Rüdiger Selig (Katusha) muss aufgrund eines Sturzes in der Schlussphase mit Verdacht auf Gehirnerschütterung aufgeben.

Nicht umsonst kritisiert der Gesamtführende die Zielankunft: „Sechs kurven auf den letzten 700 Metern, das geht einfach nicht. Das macht das Rennen unnötig gefährlich.“

"Angst vor Hitzschlag"

Gefährlich ist auch die extreme Hitze, mit der die Fahrer unterschiedlich gut zurechtkommen.

„Im Moment fühle ich mich super, mal schauen, wie es in den nächsten Tagen geht, bei den Bedingungen müssen wir schauen, dass wir keinen Hitzeschlag bekommen“, übt sich Mühlberger in Galgenhumor.

Auch der prägende Mann der bisherigen Ö-Tour, aus rot-weiß-roter Sicht, Matthias Krizek, hat Respekt vor den nächsten, schwierigen Prüfungen. „Ich hoffe, ich muss das auf der nächsten Etappe nicht büßen. Es war heute mit Gegenwind und Seitenwind sehr hart, außerdem ging es dauernd rauf und runter“, sagt der Wiener, bei dem die Freude jedoch überwiegt. "Zwei Trikots nach drei Tagen, das ist ein Traum."

 

Henriette Werner

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