Van Zyl gewinnt Highspeed-Etappe in Matrei

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Der Südafrikaner Johann van Zyl hat am Donnerstag die 5. Etappe der Österreich-Radrundfahrt gewonnen.

Der 24-Jährige rettete er auf der ansteigenden Zielgeraden in Matrei in Osttirol sechs Sekunden Vorsprung auf das heranbrausende Hauptfeld über die Linie.

Bester Österreicher wurde Clemens Fankhauser auf Rang sieben.

Hirt führt weiter

An der Gesamtklassement-Spitze gab es nach dem Hochgeschwindigkeits-Teilstück mit 47,2 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit keine Veränderungen.

Die Österreicher Gregor Mühlberger (9.) und Stefan Denifl (11.) machten wegen der Aufgabe eines Konkurrenten aber je einen Platz gut.

In Führung liegt vor der Königsetappe weiter der Tscheche Jan Hirt (CCC) zwei Sekunden vor dem Belgier Jan Hermans (BMC) und drei vor Dobratsch-Sieger Victor de la Parte (ESP/Team Vorarlberg).

Drei Ausreißer

Nach dem Start der Flachetappe (175 km) am Faaker See ging es bei erstmals angenehmen Temperaturen und Rückenwind vorbei am Ossiacher und Millstätter See mit stetigem Rückenwind durch das Drautal Richtung Osttirol.

Zunächst gab es eine sechsköpfige Ausreißergruppe, die aber bald wieder gestellt wurde.

Vor der Tiroler Landesgrenze rissen dann Lukas Pöstlberger (Tirol Cycling), der Deutsche Grischa Janorschke (Team Vorarlberg) und Van Zyl aus dem südafrikanischen MTN-Qhubeka-Rennstall aus.

Neutralisierung

Kurz vor Lienz kam es im Feld zu einem Massensturz mit rund 40 Fahrern. Dieser führte nach dem Stadtgebiet zur Anhaltung aller Fahrer, weil die medizinische Versorgung aufgrund des Einsatzes aller Rettungskräfte für die Nichtgestürzten nicht mehr gewährleistet werden konnte.

Der Franzose Clement Koretzky (Team Vorarlberg) erlitt schwere Handverletzungen. Ein weiterer Profi musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Aufgrund der Vorfälle durchfuhr das Feld zunächst neutralisiert Lienz. Dabei passierte es ohne Probleme eine heikle Stelle, an der es aufgrund eines Fahrzeugbrandes in einer Tiefgarage zu einem Feuerwehreinsatz bei der Hochsteinbahn an der Bundesstraße gekommen war. Nach Lienz wurde das Rennen dann wegen der Rettungsmaßnahmen weiter hinten für einige Minuten gestoppt, ehe es mit dem alten Vorsprung des Spitzentrios weiterging.

"Sehr glücklich"

Van Zyl schüttelte Pöstlberger und Janorschke schließlich bei der Fünf-Kilometer-Marke ab und rettete noch sechs Sekunden vor dem Hauptfeld ins Ziel. "Das ist mein erster Sieg in Europa, deshalb ist das sehr speziell. Ich bin sehr glücklich", jubelte Van Zyl.

Wenig Grund zur Freude hatte dagegen der eingeholte Pöstlberger. Der Oberösterreicher ärgerte sich über die unübliche Anhaltung, die es zuletzt auch bei der Tour de France in einer ähnlichen Situation gegeben hatte. "Das habe ich noch nie erlebt. Ich bin schon oft auf der Pfeife gelegen, wegen mir hat man noch nie ein Rennen angehalten. Der Rhythmus war deshalb weg und die Füße werden beim Stehen auch kalt", meinte der 23-jährige Oberösterreicher gegenüber der APA.

Der gute Bergfahrer Van Zyl wäre aber wohl ohnehin zu stark gewesen, gab Pöstlberger im gleichen Atemzug zu.

Denifl will "etwas gutmachen"

Der Etappen-Siebente Fankhauser (Hrinkow) freute sich über sein Spitzenergebnis. "Endlich einmal ein Österreicher im Sprint in den Top Ten und nicht wie bisher unter den besten 30", stellte der 29-jährige Tiroler zufrieden fest.

Der mit dem Hauptfeld angekommene Spitzenreiter Hirt sprach aufgrund des Rennverlaufs von einer "seltsamen" Etappe. Er habe sich aber gut gefühlt und sei bereit für die Königsetappe. "Ich hoffe, dass ich das Gelbe Trikot behalten kann. Die Form passt und ich bin bereit."

Denifl, der am Vortag nach Platz zwölf noch resigniert hatte, gab sich bereits wieder etwas optimistischer. "Ich werde versuchen, etwas gutzumachen", so der IAM-Profi, der den vermeintlich lockeren Weg nach Osttirol als "Vollgas-Etappe" bezeichnete. Der Tiroler geht als Gesamt-Elfter mit 1:03 Minuten Rückstand auf Hirt in die Königsetappe über den Großglockner zum Kitzbüheler Horn.

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