"Topstars kommen nicht zum Urlauben hierher"

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„Ich bin erleichtert, es war eine harte Woche“, sagte der frischgebackene Sieger der 63. Österreich Rundfahrt, Fredrik Kessiakoff beim Ziel in Wien.

Vor, während und nach der Siegerehrung war viel Händeschütteln angesagt. Auch einige kasachische Astana-Fans haben es bis vors Burgtheater geschafft und sorgten für ein Blitzlichtgewitter.

Sogar der Botschafter des zentralasiastischen Landes kam zur Zeremonie und überreichte Kessiakoff eine traditionelle Landestracht. Der Schwede konnte den Trubel um sich endlich genießen. „Es war viel Leiden dabei, aber das war es Wert“, zog er Bilanz.

Riha „sehr, sehr zufrieden“

Bilanz ziehen hieß es auch für Ursula Riha: „Ich bin sehr, sehr zufrieden. Mir ist immer die Sicherheit am Wichtigsten. Klar gibt es Stürze, die lassen sich nicht vermeiden. Aber im Großen und Ganzen ist alles gut abgelaufen.“, meinte die Ö-Tour-Chefin bei LAOLA1 und bedankte sich auch gleich beim Wettergott.

„Ich kann mich nicht erinnern, wann die letzte Rundfahrt ohne einen Tropfen Regen stattgefunden hat. Das hebt auch die Stimmung bei den Mannschaften und auch bei meiner Mannschaft.“

Von organisatorischer Seite her würde sich Riha noch mehr TV-Präsenz wünschen: „Die Bilder präsentieren Österreich von der schönsten Seite. Aber natürlich ist das auch eine finanzielle Frage.“

„Stolz auf Leistung der Österreicher“

Im sportlichen Bereich gab es für die Direktorin der heimischen Landesrundfahrt nichts zu meckern. „Das Podium war ein tolles. Kessiakoff wird in den nächsten Jahren sicher von sich hören lassen.“

Dass die heimischen Pedalritter seit 2008 auf einen Etappensieg warten (damals gewann Rene Haselbacher in Bad Vöslau), sieht Riha nicht als Problem: „Auch bei der Tour de France gewinnen nicht immer Franzosen. Auf einen Gesamtsieg müssen sie schon seit Ewigkeiten warten.“

Riha weiter: „Denifl ging nicht ganz gesund in die Tour, auch Brändle nicht. Die Jungs waren motiviert, auch die österreichischen Teams sind ein tolles Rennen gefahren und haben sich oft gezeigt. Wir haben immerhin den dritten Platz in der U25-Wertung (Anm.: Stefan Kirchmair/TYR) belegt. Ich bin stolz auf die Leistung der Österreicher.“

Ö-Tour nicht zum Urlauben da

Für die heimischen Rennställe sei es wichtig, sich nicht nur bei der Ö-Tour mit Topstars zu messen. Deswegen war die Quali schon so ausgelegt, dass man die meisten Punkte bei internationalen Bewerben holen konnte.

Auch mit dem Auftritt der Topstars war die Rundfahrt-Chefin zufrieden: „Sastre ist am Podium, Menchov ist Fünfter geworden. Die Topstars kommen nicht zum Urlauben hierher. Die Zeit ist vorbei.“

Vorbereitungen für 2012 laufen

Und während das ganze Material, das zurück an seinen angestammten Platz muss, sortiert wird, laufen schon die Vorbereitungen für 2012: „Wir hatten viele Sponsoren da, mögliche Etappenpartner. Im Anschluss beginnen die Gespräche, um das Ganze zu festigen und Details zu besprechen.“

Konkret werden konnte Riha allerdings noch nicht: „Der Termin wird wieder in der ersten Tour-de-France-Woche sein, das ist von der UCI schon gekommen. Mehr kann ich überhaupt noch nicht sagen.“

Es gilt: Nach der Ö-Tour, ist vor der Ö-Tour.



Von der Ö-Tour berichten Christoph Nister und Máté Esterházy

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