LAOLA1 vergibt die Ö-Tour-Awards

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Die 64. Internationale Österreich-Rundfahrt ist Geschichte. Mit Jakob Fuglsang holte sich zum ersten Mal ein Däne das Gelbe Trikot.

Zeit, um einen Blick zurück zu werfen auf die vergangen acht Etappen. Was beeindruckte auf der Strecke von Innsbruck nach Wien?  Welche Teams überzeugten? Und welche Fahrer drängten sich ins Rampenlicht?

Um diese und andere Fragen zu beantworten, vergibt LAOLA1 die Ö-Tour-Awards:

Beste Hauptdarsteller und bestes Drehbuch

Was Radioshack auf der 4. Etappe leistete, war ganz großes Kino. Zuerst isolierte die luxemburgische Equipe dank hohem Tempo von Beginn weg die anderen Teamkapitäne von ihren Helfern.  Dann griff Jakob Fuglsang am Großglockner an und sorgte mit einem Husarenritt für die Vorentscheidung um das Gelbe Trikot.  „Das war zwar nicht von Anfang an so geplant, aber in dieser Situation hatten wir einfach die beste Taktik parat“, meinte der Däne im LAOLA1-Interview. Letztlich gehört sein Ö-Tour-Triumph dem ganzen Team. Teamchef Jose Azevedo, ehemals Edeldomistik von Lance Armstrong und Co. schrieben das (fast) perfekte Drehbuch. Einziger Wehrmutstropfen: Mit Thomas Rohregger landete der sentimentale, heimische Favorit auf den Rundfahrt-Sieg letztlich „nur“ auf Rang sieben.

Publikumsaward

Normalerweise vergibt das Publikum einen Preis an seine Lieblinge. Doch diesmal ist es umgekehrt. Wir verleihen den Zuschauern am Sonntagberg einen Spezial-Award für die schönste Kulisse. Die Menschenmassen am Straßenrand des steilen Schlussanstieges erzeugten fast schon Tour-de-France-Atmosphäre. Matthias Brändle verglich die Szenerie zumindest mit dem Giro und auch Georg Preidler hatte nur lobende Worte für die Ankunft im niederösterreichischen Mostviertel über:  „Das war besser als bei der Tour de Suisse. Ich bin heuer schon Lüttich-Bastogne-Lüttich gefahren, davor braucht sich der Sonntagberg sicher nicht verstecken.“

"Beste" Unserie

Georg Preidler wurde auf der ersten Etappe Vierter, Rohregger auf der zweiten Dritter, Daniel Schorn auf der dritten Zweiter, Matthias Brändle auf der fünften Dritter und Marco Haller auf der sechsten Fünfter. Oft waren sie knapp dran, doch letztlich reichte es wieder nicht für einen österreichischen Etappensieg. Rene Haselbacher, der als letzter Österreicher 2008 in Bad Vöslau einen Tageserfolg feiern konnte, hadert ein wenig mit diesem Schicksal: „Manchmal musst du auch Glück haben. Das hat heuer oft gefehlt. Aber irgendwann wird es schon wieder passieren.“

Rookie-Award

Auch wenn Österreich weiterhin auf einen Etappensieg warten muss, eine neue Garde an jungen Rennfahrern gibt den heimischen Fans Hoffnung. Preidler (22) sicherte sich das Bergtrikot. Schorn (23) schrammte in Lienz nur hauchdünn am langersehnten Erfolg vorbei. Sein Teamkollege Brändle (22), sowie Zoidl (24) von Gourmetfein zeigten sich sehr aktiv in Ausreißergruppen. Und auch Sprinter Marco Haller steht eine große Karriere bevor. Auf der letzten Etappe ärgerte sich der 21-Jährige jedoch furchtbar über seinen Teamkollegen Alexey Tsatevich, der ihm zum großen Traum vom Sieg in Wien verhelfen hätte sollen. „Der Anfahrer wird Zweiter, der Kapitän Siebenter. Offensichtlich lief da etwas falsch“, postete der Kärntner bei „facebook“. Nichtsdestotrotz geht es im heimischen Radsport aufwärts.

Sonderkategorie Nationenwertung

Was bei den Österreichern nicht klappte, funktionierte bei den Italienern umso besser. Die südlichen Nachbarn des Veranstalterlandes fühlten sich bei der Ö-Tour sichtlich wohl, holten sie doch sieben von acht Etappen. Im Sprint waren Sacha Modolo (Colnago) und Wien-Triumphator Daniele Colli (Type 1) nicht zu schlagen. Dessen Teamkollege Alessandro Bazzana sicherte sich das Punktetrikot, sowie die erste Etappe. Im Einzelzeitfahren vernichtete Marco Pinotti (BMC) regelrecht die Konkurrenz und Danilo di Luca (Acqua e Sapone) feierte mit seinem Erfolg am Kitzbüheler Horn den „Start in meine zweite Karriere.“ Nur Gesamtsieger Jakob Fuglsang verhinderte mit seinem Erfolg auf der Glockneretappe einen italienischen Sweep.

Beste Nebendarsteller

Das „Diabetiker“-Team Type 1 hat eine ungewöhnliche Gründungsgeschichte hinter sich, wie Preidler im LAOLA1-Interview erzählte. Der österreichische Beitrag im international besetzten US-amerikanischen Team sorgte mit seinem Bergtrikot für ein Puzzlestück des hervorragenden Mannschaftsauftritts. Zudem kürte sich die ProConti-Mannschaft mit Bazzanas Punktetrikot, sowie zwei Etappensiegen neben Radioshack zum erfolgreichsten Team der Rundfahrt. Obendrauf bestachen Preidler und Co. mit einer erfrischenden Fahrweise.

Sonderkategorie für vergebene Liebesmühe

Im letzten Jahr holte Astana dank Fredrik Kessiakoff den Gesamtsieg bei der Ö-Tour. Heuer zeigten die Mannen in Türkis jedoch eher eine unglückliche Vorstellung. Schon auf der ersten Etappe verpassten sie mit einem zweiten Platz von Francesco Gavazzi den Sieg, obwohl sie davor den Löwenanteil der Nachführarbeit leisteten. Auch auf den folgenden Teilabschnitten schaltete sich das ProTour-Team immer wieder in die Führungsarbeit ein, um letztlich mit leeren Händen dazustehen. Immerhin konnte sich Alexandr Dyachenko mit einem guten Zeitfahren noch Platz fünf in der Gesamtwertung sichern.

 

Jakob Faber

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