Talent Mühlberger will unbedingt ins Ausland

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Außergewöhnliche Rad-Talente sind in Österreich rar gesät.

Nur ganz wenige schaffen den Sprung nach ganz oben.

Georg Preidler ist ein solches Exemplar. Matthias Brändle und Stefan Denifl sind bereits seit einigen Jahren im Konzert der Großen dabei. Seit Jahresbeginn fährt auch Riccardo Zoidl für eines der stärksten Teams der Welt.

Im Tirol Cycling Team schickt sich ein weiterer Hoffnungsträger an, in die Fußstapfen der genannten Athleten zu treten.

Gregor Mühlberger lässt in seinem zweiten Jahr im Continental-Team aufhorchen und wurde zuletzt Zweiter bei den Straßen-Staatsmeisterschaften.

Der Jüngste in den Top 25

Zuvor verschaffte er sich mit einem Etappensieg sowie Gesamtrang zwei bei der Oberösterreich-Rundfahrt, dem Sieg beim Carpathian Couriers Race (Polen) sowie bei der Trofeo PIVA Banca Popolare di Vicenza (Italien) Respekt.

„Die Saison verläuft wirklich sehr gut“, will sich der 20-Jährige im Gespräch mit LAOLA1 nicht beklagen. Im UCI Europe Tour Ranking liegt der Jungspund derzeit auf Rang 20. Mehr als beachtlich, wenn man bedenkt, dass er der Jüngste unter den Top 25 ist.

„Davon hätte ich nicht zu träumen gewagt“, kann er kaum glauben, wie gut es derzeit läuft. Der Niederösterreicher weiß, bei wem er sich zu bedanken hat.

Dem Team sei Dank

„Ohne mein Team wäre das nicht möglich gewesen. Das Klima ist top, die Mentalität sehr gut.“ Bei der Österreich-Rundfahrt (Alle Teams, alle Fahrer) will die Tiroler Equipe, die ausschließlich mit ÖRV-Akteuren an den Start gehen wird, positiv überraschen.

Mühlberger ist allerdings klar, dass das extrem schwierig wird. „Es sind viele starke Teams und Fahrer dabei.“ Für den Allrounder ist es die erste Teilnahme an der Ö-Tour, weshalb er die hohen Erwartungen der Öffentlichkeit zurückschrauben will.

„Clemens Fankhauser wird unser Mann für das Gesamtklassement sein. Ich weiß nicht, wie es bei mir läuft, weil ich noch nie so ein großes Rennen gefahren bin. Ich muss die ersten Tage abwarten und ansonsten versuchen, auf einer Etappe aufzuzeigen.“

Ab ins Ausland

Man kann davon ausgehen, dass der sich in Topform befindliche Mühlberger auch beim bedeutendsten österreichischen Radrennen eine Duftmarke hinterlassen will. Dabei kann er von zahlreichen Stars lernen. „Ich will mir einiges von Ricci (Zoidl, Anm.) abschauen“, stellt er klar.

Gregor Mühlberger ist sowohl am Berg, als auch im Zeitfahren stark

Dem Titelverteidiger traut er einen zweiten Ö-Tour-Coup zu. „Er kann wieder gewinnen. Wie stark er derzeit ist, hat er ja bei den Meisterschaften (Zoidl gewann, Anm.) bewiesen.“

Für ihn selbst geht es in erster Linie darum, sich in die Auslage zu fahren. Mühlberger träumt von einem Auslandsengagement, die Chancen stehen aktuell sehr gut.

„Es gibt Gespräche, aber noch kann ich nichts vermelden. Bis Mitte August hätte ich gerne Klarheit.“ Klar sei, dass ein Sprung in eine höhere Liga – zu einem WorldTour- oder ProConti-Team – her muss, um sich weiterzuentwickeln.

Vom Ski- zum Radfahrer

Dass Österreich ein solch großes Rad-Talent in seinen Reihen hat, verdankt es einerseits Papa Mühlberger, andererseits einem schwierigen Winter.

„Mein Papa hat mich mal gefragt, ob ich Mountainbiken will. Das hat mir gefallen. Ich musste mich dann aber zwischen Radfahren und dem Skisport entscheiden und wollte Skifahrer werden. Nachdem ich eine Saison lang ständig verletzt war, habe ich mich wieder aufs Rad gesetzt.“

Der Spaß war sofort zurück, Mühlberger hat es nie bereut. „Seither läuft es wirklich extrem gut.“ So gut, dass ihm nicht wenig zutrauen, in der kommenden Woche für eine Überraschung zu sorgen.

Der 20-Jährige ist eben ein außergewöhnliches Talent. Eines von nur ganz wenigen.


Christoph Nister

 

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