Konrad hauchdünn vor Zoidl

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Patrick Konrad bester Österreicher bei Ö-Tour

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Zwei Sekunden haben entschieden.

Patrick Konrad bleibt nach einem Zeitfahr-Duell mit Riccardo Zoidl bester heimischer Radprofi der Österreich-Rundfahrt.

Vorjahrssieger Zoidl machte am Samstag als Tages-Neunter in Podersdorf einen Sprung vom neunten auf den fünften Gesamtrang, sein Nachfolger als Kapitän des Teams Gourmetfein Wels verbesserte sich um einen Platz an die vierte Stelle.

Brite vor Gesamtsieg

Pete Kennaugh trennen nur noch 124 km von Podersdorf nach Wien vom ersten Rundfahrtsieg eines Briten in Österreich.

Der 25-Jährige lag als Tages-19. der 24,1 km langen Prüfung gegen die Uhr am Neusiedlersee knapp vor seinem schärfsten Verfolger Javier Moreno und hat insgesamt 1:03 Minuten Vorsprung auf den Spanier.

Damiano Caruso verbesserte sich in der vom Belgier Kristof Vandewalle gewonnenen 7. Etappe auf Rang drei (+1:42).

Konrad folgte 68 Sekunden hinter dem Podestplatz an vierter Stelle. Der 22-jährige Niederösterreicher brachte nach dem enormen Kräfteverschleiß auf der Königsetappe auf den Dobratsch ("Das war superschwer") eine starke Leistung.

"Eine wunderschöne Woche"

"Das war ein echt gutes Zeitfahren, ich habe mich gut gefühlt", freute sich Konrad nach Platz 30.

Wegen des auf der zweiten Rennhälfte immer stärker werdenden seitlichen Gegenwindes schmerzte vom Dagegenhalten auch der Unterarm.

Nach Zoidl gestartet, hatte er dennoch keine Informationen über den Zwischenstand. "Ich habe mich auf dem Rad nach vorne gelegt und dabei das Kabel des Funks ausgesteckt", sagte Konrad.

Damit war der Kontakt zum Betreuerauto unterbrochen, in dem sich der Sportliche Leiter Andreas Grossek die Seele aus dem Leib schrie. Mit seiner ersten Ö-Tour in einer Führungsrolle war der Ebreichsdorfer mehr als zufrieden.

"Das war emotional eine wunderschöne Woche, das Trikot (des besten Österreichers, Anm.) gehört dem ganzen Team."

Gegenwind als Spielverderber

Zoidl hatte die starke Vorstellung seines Trek-Teams angekündigt, das durch Vandewalle und Jesse Sergent (NZL) denn auch einen Doppelsieg feierte.

Er selbst startete mit den Besten des Gesamtklassements am Ende, als der starke Wind die sehr guten Surfer auf den Neusiedlersee lockte. So verlor er als Neunter 57 Sekunden auf den Tagessieger, bei Halbdistanz waren es nur sechs gewesen.

"Mit dem Gegenwind hatte ich keine Chance auf eine bessere Platzierung", sagte der Oberösterreicher.

Die zwei Sekunden Rückstand auf Konrad könnte er theoretisch mit einer Zeitgutschrift bei Sprintwertungen am Sonntag noch wettmachen.

Zoidl dennoch zufrieden

Der Staatsmeister zog vor der Fahrt zum Wiener Burgtheater (zehn Runden werden auf dem Ring gefahren) zufrieden Bilanz.

"Ich habe noch gezeigt, dass ich gut in Form bin. Obwohl die Tour am letzten Sonntag schon verhaut war, gehe ich positiv raus", betonte Zoidl.

Er hatte nach der ersten Etappe schon 2:03 Minuten Rückstand aufgewiesen. Der Mühlviertler gratulierte Konrad zu einer starken Rundfahrt. "Es ist egal, ob ich zwei Sekunden hinten oder vorne bin, ich vergönne es ihm."

Kennaugh stellte den Sieg vor der Schlussetappe sicher, doch der Sky-Profi war gezeichnet.

"Das war der härteste Tag der ganzen Woche", sagte der Bahn-Olympiasieger von der Insel Man. "Ich bin wirklich müde."

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