Petrov triumphiert am Dobratsch

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Russe Petrov gewann am Dobratsch

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Patrick Konrad hat trotz einer kleinen Schwäche im Finish der Königsetappe seine gute Position bei der Österreich-Rundfahrt behalten.

Der 22-Jährige musste im Schlussanstieg des 6. Teilstücks auf den Dobratsch einige Rivalen ziehen lassen, war aber vor dem Zeitfahren in Podersdorf Gesamt-Fünfter.

Vorjahressieger Riccardo Zoidl wurde Tages-Vierter und liegt als Neunter 43 Sekunden hinter Konrad.

Russe setzt isch am Dobratsch durch

Den Sieg auf dem 182-km-Abschnitt von St. Johann/Alpendorf über Tauernpass und Turrach in das 1.742 m hoch gelegene Ziel sicherte sich der Russe Jewgenij Petrow.

Als letzter Verbliebener einer neunköpfigen Spitzengruppe hatte der 36-Jährige 24 Sekunden Vorsprung auf Horn-Sieger Dayer Quintana (Kolumbien) sowie 26 auf Pete Kennaugh und Zoidl.

Der Brite Kennaugh verteidigte das schon am ersten Tag eroberte Gelbe Trikot einmal mehr souverän.

Der 25-Jährige verdoppelte am Freitag seinen Vorsprung und nimmt die Prüfung gegen die Uhr am Neusiedlersee mit 1:02 Minuten Vorsprung auf den Spanier Javier Moreno und 1:17 auf den Schweizer Oliver Zaugg in Angriff.

Konrad folgt hinter dem Italiener Damiano Caruso (1:27) als Fünfter (2:35).

Konrad "etwas über dem Limit"

Konrad musste auf der Etappe mit 3.521 Höhenmetern erstmals den Strapazen Tribut zollen.

"Ich habe probiert, bei der Attacke von Quintana mitzugehen und war etwas über dem Limit. Das waren dann sehr harte fünf Kilometer ins Ziel", meinte der Profi des Teams Gourmetfein Wels, der sich völlig verausgabt hatte.

Als 14. büßte er auf dem 16 km langen Schlussanstieg zur Rosstrattenhütte 1:51 Minuten ein.

Dass sein Traum von einem Podestplatz in Wien nicht wahr werden würde, hatte er schon im vorletzten Anstieg gemerkt. "Denn ich habe schon viel Kraft liegen gelassen", erklärte Konrad.

"Wenn ich bester Österreicher werde, wäre das sensationell. Wenn nicht, dann kann ich mit dieser Rundfahrt trotzdem sehr zufrieden sein", resümierte der Niederösterreicher. Für ihn ist Zoidl der Stärkere, er wolle aber versuchen, den Rückstand im Zeitfahren in Grenzen zu halten.

Zoidl voller Selbstvertrauen

Zoidl präsentierte sich wie schon auf dem Horn und über den Glockner so stark, wie man ihn erwartet hatte.

"Das wäre meine Woche gewesen, aus unerklärlichen Gründen hat es zum Auftakt nicht geklappt", meinte der 26-jährige Trek-Fahrer. Am Freitag probierte er wie angekündigt nochmals alles, um sich zu verbessern.

"Ich wollte alles geben, es ist perfekt gelaufen", sagte Zoidl, der bei der Attacke von Quintana mitzog und gleich verlängerte.

Voller Selbstvertrauen greift der Oberösterreicher nun am Samstag nach dem Sieg in Podersdorf (24 km). "Wir haben noch zwei starke Zeitfahrer hier, vielleicht schaffen wir die drei Topplätze", sagte Zoidl.

Kennaugh erster britischer Toursieger?

Kennaugh ist auf bestem Weg, zum ersten britischen Toursieger in Österreich zu avancieren. Der Olympiasieger im 4.000-m-Teamzeitfahren von London 2012 sollte sich auf den 24 Kilometern von Podersdorf nach Illmitz und zurück das Trikot nicht mehr entreißen lassen.

"Ein Zeitfahren am siebenten Tag ist hart, aber ich hoffe, es geht sich aus", sagte der Sky-Profi.

Nach dem britischen Meistertitel wäre der Sieg in Österreich für ihn der größte Erfolg auf der Straße.

"Ich habe es genossen, hier zu fahren", betonte Kennaugh, der in Jugendjahren sehr oft mit dem ebenfalls von der Insel Man stammenden Sprintstar Mark Cavendish zu Rennen unterwegs war. Mit ihm hätte wie zuletzt zweimal die Tour de France auch die Österreich-Rundfahrt einen britischen Gesamtsieger.

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