Beendet Zoidl österreichische Durststrecke?

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2008 war ein tolles Jahr für die Lokalmatadore der Österreich Rundfahrt. Thomas Rohregger sicherte sich das Gelbe Trikot, Rene Haselbacher gewann eine Etappe.

Seither warten die Radsport-Fans jedoch vergeblich auf einen österreichischen Erfolg in heimischen Gefilden.

Riccardo Zoidl hätte diese Durststrecke fast beendet. Lediglich acht Sekunden fehlten ihm bei der Bergankuft am Kühtai auf Sieger Kevin Seeldaeyers.

Platz zwei wie ein Sieg“

„Für uns war das heute ein sensationeller Tag. Auf einer der Königsetappen – denn das Kühtai ist sicher nicht leichter, als das Kitzbüheler Horn – Platz zwei zu holen, das ist einfach perfekt“, meinte Zoidls Teamchef Andreas Grossek.

Drei Rundfahrtsiege in diesem Jahr

Zoidl stieg in den vergangen beiden Jahren zum neuen Stern am österreichischen Radsporthimmel auf. In der heimischen Tchibo.Top.Radliga fährt der 25-Jährige schon seit längerer Zeit alles in Grund und Boden.

Heuer konzentrierte er sich mehr auf internationale Rennen, gewann die Ardennen-, Bretagne- und Oberösterreich-Rundfahrt. Dazu krönte er sich letzte Woche auch noch zum Österreichischen Staatsmeister.

„Da war er überragend. Ich bin einige Zeit mit ihm mitgefahren, konnte dann aber leider nicht mehr, er war einfach zu stark“, meinte Matthias Brändle und fügte bewundernd hinzu: „Ich war schon oft in einer Spitzengruppe, aber so kaputt gemacht wie er, hat mich noch nie jemand.“

Kontakte zu Sky?

Auch Zoidls Konkurrenten um den Etappensieg geben sich vom international noch unbekannten Oberösterreicher beeindruckt. „Er war heute wirklich stark, hatte vor allem an den steilen Anstiegen viel Punch in den Beinen. Es war hart, sein Hinterrad zu halten. Eine sehr beeindruckende Leistung“, lobte ihn der Tagesdritte Joe Dombrowski.

Der 22-jährige US-Amerikaner ist Teamkollege von Bernhard Eisel bei Sky. Eine Mannschaft, mit der auch Zoidl schon in Verbindung gebracht wurde. Der Routinier würde sich über einen Landsmann im britischen Team freuen. Das Gerücht hält Eisel jedenfalls für „cool“.

„Er fahrt nächstes Jahr in der ProTour oder bei einem Top-ProConti-Team. Sein Weg ist vorgezeichnet“, meint der langjährige Auslandsprofi, der übrigens selbst noch auf einen Etappensieg bei der Ö-Tour wartet.

Als heißester Kandidat auf einen solchen Erfolg gilt aber sicherlich Zoidl. Vielleicht klappt es ja schon auf der zweiten Etappe auf das Kitzbüheler Horn. Damit die fünfjährige Heimsieg-Durststrecke endlich zu Ende geht.

 

Jakob Faber/Mate Esterhazy

Die Gourmetfein-Truppe trauerte einem eventuellen Etappenerfolg gar nicht so sehr nach. Mit dem Gelben Trikot hätte die Leberkäs-Equipe nämlich für die anstrengende Führungsarbeit im Feld sorgen müssen. So besagt es ein ungeschriebenes Radsport-Gesetz.

„Für uns ist der zweite Platz das gleiche, wie ein Sieg. Wir führen die Bergwertung an und haben das Trikot für den besten Österreicher geholt“, so Grossek.

Denifl traut Zoidl Gesamtsieg zu

Von einem möglichen Rundfahrtsieg will der Teamchef nicht sprechen: „Wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Im Gegensatz zu den großen Mannschaften sind wir sind ein kleines Conti-Team. Aber eine gute Ausgangsposition haben wir uns jetzt einmal geschaffen. Nun müssen wir mit der Spitze mithalten und versuchen in Podersdorf Zeit gut zu machen.“ Beim Einzelzeitfahren rechnet sich Zoidl gute Chancen aus, seinen Gegner einige Sekunden abzunehmen.

Nicht nur deswegen traut Stefan Denifl dem Gourmetfein-Profi den Gesamtsieg zu: „Er hat sicher das Zeug dazu. Es sind einige Stars hier, aber die hat er alle hinter sich gelassen. Auch weil viele den Giro noch in den Beinen spüren. Für 'Ricci' ist das eine gute Chance, am Ende ganz oben zu stehen. Aber natürlich kann noch viel passieren.“

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