Showdown in Podersdorf

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Showdown in Podersdorf: Holt Zoidl den Sieg?

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Es ist angerichtet. Was sich schon nach den ersten Etappen der 65. Internationalen Österreich Rundfahrt abgezeichnet hat, ist nun Realität.

Es kommt zum großen Showdown um den Gesamtsieg in Podersdorf. Mit den beiden Astana-Profis Kevin Seeldraeyers und Alexandr Dyachenko sowie Lokalmatador Ricci Zoidl haben noch drei Fahrer realistische Chancen auf den Sieg.

Kevin Seeldraeyers, der Mann im Gelben Trikot, gilt als schwächster Zeitfahrer der drei. Noch dazu ist der Belgier von einem auf der Etappe nach Poysdorf davongetragenem Sturz gehandicapt.

Seeldraeyers Knie stark in Mitleidenschaft gezogen

„Vielleicht beeinflusst es mich ein bisschen beim Zeitfahren, aber hoffentlich nicht. Es ist das gleiche Knie, an dem ich mich schon bei Paris-Nizza verletzte. Ich muss einfach alles aus mir herausholen“, gibt sich der 27-Jährige kämperisch.

Außerdem betonte Seeldraeyers, dass seine Qualitäten im Kampf gegen die Uhr nicht so schlecht seien. „Das Zeitfahren bei der Dauphiné war länger und da war ich ganz okay (Anm.: Platz 38). Jetzt fühle ich mich deutlich besser.“ Vor allem wäre es nicht das erste Radrennen, bei dem der Fahrer in Gelb Flügel verliehen bekommt und beim Zeitfahren ungeahnte Qualitäten zeigt.

Zoidl bedauert Sturz

52 Sekunden auf Seeldraeyers auf dem komplett flachen, 24 Kilometer langem Kurs aufzuholen wird nicht einfach. Dabei wäre genau das die Aufgabe von Ricci Zoidl. Der Liebling der Fans will den Sturz des Leaders nicht überbewerten:

„Es ist schade, dass er benachteiligt ist. Das ist nicht ganz fair, aber so ist Radsport. Es kann genauso sein, dass ich in Wien stürze. Da muss man immer auf der Hut sein“, meint Zoidl.

Vorsichtiger Optimismus scheint beim Oberösterreicher angesagt zu sein: „Theoretisch ist der Sieg möglich. Ich habe mir angeschaut, wie Seeldraeyers zeitfährt. Und auch Dyachenko. Wie das praktisch ausschaut, weiß ich nicht. Aber ich werde Vollgas fahren und die Chancen stehen sicher gut.“

Wie schwer ist der Kurs?

Den Fans soll eine tolle Show geboten werden: „Er wird voll fahren, ich werde voll fahren. Und es wird ein tolles, faires Duell.“ Voll fahren, das heißt bei Seeldraeyers 380 Watt und bei Zoidl 400, wenn man die beiden nach ihren Plänen fragt.

Wichtig auf der Strecke entlang des Neusiedlersees sei, dass man sich genug Zeit nimmt, um in den Rhythmus zu kommen. Meint zumindest Andreas Grossek, sportlicher Leiter beim Team Gourmetfein: „Bei 24 km muss man schon ein wenig taktieren, etwa 1,5 Kilometer einrollen, um reinzukommen. Dann geht die Post ab.“

Deswegen würde es auch nichts bringen, auf die anderen zu schauen. „Es hat keinen Sinn. Der Ricci muss das sowieso selber richten. Morgen um 16:00 Uhr werden wir es wissen, wer wie schnell fährt“, so Grossek.

Dyachenko - der lachende Dritte?

Bei all dem Trubel um eine mögliche Aufholjagd Zoidls, darf Alexandr Dyachenko nicht außer Acht gelassen werden. Der Kasache sitzt dem österreichischen Staatsmeister im Nacken, hat nur 12 Sekunden Rückstand.

Dyachenko hat schon einen 9. WM-Platz im Zeifahren zu Buche stehen, sei „sehr motiviert“ und könnte in diesem vermeintlichen Zweikampf der lachende Dritte sein.

Für die Fans gibt es trotzdem nur Zoidl, Zoidl, Zoidl. Und wenn es nach Bernie Eisel geht, ist die Sache sowieso schon gelaufen. „Er wird das Zeitfahren mit über einer Minute Vorsprung gewinnen, fährt dann in Wien noch ein paar Runden über den Ring und reißt im Gelben Trikot die Hände hoch. So wird's sein.“

 

Aus Poysdorf berichten Jakob Faber und Máté Esterházy

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