Frank räumt ab - Zoidl verbessert sich

Aufmacherbild

Riccardo Zoidl hat auch den dritten großen Anstieg der 65. Österreich-Rundfahrt im Stile eines Klassefahrers gemeistert.

Der 25-Jährige kam am Mittwoch nach der 146-km-Fahrt von Matrei über die Glocknerstraße als 16. zeitgleich mit Spitzenreiter Kevin Seeldraeyers (BEL/14.) ins Ziel im Alpendorf oberhalb von St. Johann/Pongau und holte sich den zweiten Gesamtrang zurück.

Zoidl hat 59 Sekunden Rückstand und überholte den nun 1:04 Minuten zurückliegenden Kasachen Alexandr Dyachenko. Den Tagessieg sicherte sich der Schweizer Mathias Frank.

Bammeletappe überstanden

Hinauf ins Kühtai und auf das Kitzbüheler Horn hatte Zoidl die Bestätigung seiner Topform geliefert, auf den 15 Kilometern von Heiligenblut zum Hochtor (2.405 m) kletterte er seinen dort bisher negativen Erfahrungen davon.

"Das war meine große Bammeletappe, denn ich hatte schlechte Erinnerungen an den Glockner", erklärte der Oberösterreicher. "Es ist mir aber sehr gut gegangen, jetzt bin ich zuversichtlicher."

Ein gutes Zeichen

Das Astana-Team hatte versucht, ihn zu attackieren, doch Zoidl konterte. "Das ist psychologisch ein gutes Zeichen", erklärte der Staatsmeister.

Er hatte schließlich das bessere Ende für sich, denn sein Podestplatz ist nun stärker abgesichert. Weil neben Dyachenko auch der viertplatzierte Belgier Dries Devenyns 21 Sekunden einbüßte hat Zoidl vor dem fünften Abschnitt vom Pongau auf dem Sonntagberg im Mostviertel (228 km) 32 Sekunden Vorsprung auf den Vierten.

Volle Attacke am Sonntagberg

Den ersten Platz hat der heimische Aufsteiger der Saison aber auch nicht aus dem Blick verloren. Eine Minute Rückstand sei viel, aber nicht unaufholbar, merkte er an. Schon am Donnerstag bietet sich die Chance, etwas Zeit gutzumachen.

"Der letzte Anstieg liegt mir sehr gut, da werde ich etwas probieren", meinte Zoidl, schränkte aber auch gleich ein: "Es ist eine lange Etappe, da kann es auch anders aussehen."

Seeldraeyers gab sich neuerlich keine Blöße, der 26-Jährige brachte das Gelbe Trikot sicher ins Ziel. "Ich bin sehr zufrieden, denn es war nicht leicht, das Rennen zu kontrollieren." Eine Vorentscheidung sei noch keineswegs gefallen, glaubt der Astana-Profi. "Die ersten vier können diese Rundfahrt noch gewinnen."

Zweiter BMC-Sieg en suite

Frank, dessen Stern bei der jüngsten Tour de Suisse erst so richtig aufgegangen war (erst am Schlusstag Sieg verspielt), sorgte nach Ex-Weltmeister Thor Hushovd für den zweiten BMC-Tagessieg in Folge.

"Ich hatte an den ersten Tagen Probleme, daher habe ich mich auf diese Etappe konzentriert", erklärte der 26-Jährige. Er sicherte sich neben dem Etappensieg, der 3.615 Euro einbringt auch noch die 2.405 Euro Prämie für den Glocknerkönig.

Eibegger bester Österreicher

Frank hatte vor dem Hochtor attackiert, doch der Ex-Kitzbühler-Horn-Sieger Chris Anker Sörensen (DEN) hätte ihm den Titel fast noch weggeschnappt. "Er ist herangesprintet, als ich mir die Jacke angezogen habe und ich konnte gerade noch reagieren", sagte der Eidgenosse. "Ich hatte gar nicht realisiert, dass der Glocknerkönig ein großes Ding ist in Österreich."

Im Finale setzte er sich acht Sekunden vor Sörensen und dem Gourmetfein-Legionär Matija Kvasina (CRO) durch. "Der Sieg hat großen Wert für mich, so viele Rennen habe ich ja noch nicht gewonnen", meinte Frank.

Bestplatzierter Österreicher der Etappe war wie am Vortag Markus Eibegger (Gourmetfein), diesmal als Elfter. Stefan Denifl (+39) landete vier Sekunden hinter Zoidl an der 19. Stelle und rutschte in der Gesamtwertung um einen Platz an die elfte Stelle (+3:09) ab.

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen