Zoidl verpasst Sieg nur knapp

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Seeldraeyers erster Leader - Zoidl mit Top-Vorstellung

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Riccardo Zoidl hat um seine gute Form im Vorfeld der 65. Österreich-Rundfahrt gewusst.

Mit seiner Leistung im 20 Kilometer langen Schlussanstieg der 1. Etappe von Innsbruck nach Kühtai (134,9 km) überraschte er sich am Sonntag aber auch selbst.

Der 25-Jährige aus dem Welser Gourmetfein-Team verpasste den Etappensieg in 2.018 m Höhe als Zweiter um nur acht Sekunden und will auch am Montag bei der zweiten Bergankunft auf dem Kitzbüheler Horn vorne mitmischen.

Erster Träger des Gelben Trikots ist der Belgier Kevin Seeldaeyers vom Team Astana.

"Hatte super Beine"

Zoidl hat heuer bereits drei Rundfahrten der Europa-Tour gewonnen und vergangenen Sonntag das ÖRV-Meistertrikot erobert.

Nun stellt er auch bei der zwei Stufen höher angesiedelten Österreich-Rundfahrt seinen Mann, bei der Fahrer aus neun Rennställen der ProTour vertreten sind.

"Dass es so gut gelaufen ist, überrascht mich schon, ich hatte super Beine", erklärte der Oberösterreicher.

Das Warten geht weiter

Er kletterte die bis 15 Prozent steilen Abschnitte der schwierigsten Tour-Etappe (3.300 Höhenmeter) im kleinen Spitzenfeld, verpasste aber just in einem Flachstück die Attacke von Seeldraeyers.

"Ein Sieg wäre schön gewesen, aber da hätte sich mein Team nicht bedankt. Denn mit unserem kleinen Team kann man so ein Rennen nicht kontrollieren", merkte Zoidl an.

So muss der heimische Radsport weiter auf den ersten Etappenerfolg seit Rene Haselbacher 2008 warten.

Hoffen auf das Zeitfahren

Am Montag wird der Wahl-Innsbrucker auf den noch steileren Rampen zum Alpenhaus auf dem Kitzbüheler Horn aber wieder auf sich allein gestellt sein.

"Ich hoffe, dass ich diesen Tag auch halbwegs gut überstehe", sagte der Gewinner von Bretagne-, Ardennen- und Oberösterreich-Rundfahrt, "dann sind die Top 5 oder das Podest realistisch."

Er lasse die Dinge auf sich zukommen, versuche dranzubleiben ("Es wird sicher von Tag zu Tag schwerer") und vertraue auf das Zeitfahren in Podersdorf am vorletzten Tag.

"Darauf kann ich mich verlassen, da sind 30 bis 40 Sekunden (gegen die Bergspezialisten, Anm.) drinnen."

Denifl tut sich schwer

Die auf dem Papier starken Kletterer, die eine Tour-de-France-Teilnahme teils knapp verpasst hatten, wie der elftplatzierte Chris Anker Sörensen (DEN/Saxo/11./+1:01), oder andere Ziele haben, wie der für die Vuelta trainierende zweifache Giro-Sieger Ivan Basso (51./+8:37/"Die Anstiege sind nach nur drei Wochen Training zu lang für mich"), ließ Zoidl deutlich hinter sich.

Auch Stefan Denifl büßte als 13. und zweitbester Österreicher fast eine Minute ein. Der 25-jährige Tiroler war dennoch zufrieden.

"Ich habe gewusst, dass ich nicht ganz vorne mitfahren kann, in den steilsten Stücken habe ich mir schwer getan", sagte der Fulpmer aus dem Schweizer IAM-Rennstall.

Auch das Horn komme ihm nicht unbedingt entgegen. "Aber ab dem dritten Tag sind meine Chancen besser, ich habe gesehen, dass meine Form gut ist."

Entschädigung für verpasste TdF

Seeldraeyers hatte eigentlich fix mit einem Tour-de-France-Start gerechnet.

"Ich bin heuer viel für Jakob Fuglsang (Vorjahrssieger in Österreich, Anm.) gefahren, er wollte, dass ich mit ihm zur Tour komme", sagte der 26-Jährige.

Doch sein Astana-Team habe anders entschieden. Der Sieg in Österreich sei eine kleine Entschädigung.

"Heute war es für den Auftakt fast zu schwierig und der härteste Anstieg kommt noch. Ich werde versuchen, das Gelbe Trikot zu verteidigen, ich bin in Topform", betonte der Belgier.

Sein kasachischer Rennstall hatte 2011 im Schweden Fredik Kessiakoff den Sieger der Ö-Tour gestellt. Der fährt heuer gemeinsam mit Fuglsang die Tour de France.

 

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