Osl größte Hoffnung im Cross Country

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Die Hoffnungen auf einen Spitzenplatz in den Cross-Country-Elitebewerben der Mountainbike-Heim-Weltmeisterschaft am Samstag ruhen einmal mehr alleine auf Elisabeth Osl.

Bei den Herren sind die Top 20 das Ziel von Karl Markt, Uwe Hochenwarter und Co. Im U23-Bewerb wird es für den Olympia-Neunten Alexander Gehbauer wegen seiner am Wochenende erlittenen Handverletzung wohl nichts mit der erhofften Medaille.

Unter Betäubung

Der nach zwei Siegen und zwei weiteren U23-Weltcup-Podestplätzen zu den Goldfavoriten zählende Kärntner zog sich am Sonntag bei einem Sturz einen Mittelhandknochenbruch des linken Ringfingers zu, geht am Freitag aber trotzdem an den Start.

"Ich muss mich durchbeißen. Ich riskiere es, unter örtlicher Betäubung zu starten. Das ist mit dem Arzt abgeklärt, es kann keine Folgeschäden geben", sagte Gehbauer.

Nicht das erste Hoppala

Seit der Verletzung habe er lediglich am Ergometer mit Armauflage trainieren können, alles andere wäre zu schmerzhaft gewesen.

Angesichts seiner Hochform sei die Verletzung noch bitterer, so der im Vorjahr wegen einer abgetrennten Zehensehne bei der WM fehlende Gehbauer.

"Das ist extrem schade. Die Werte bei einem Ergometertest am Dienstag waren besser als vor London. Das Problem ist, dass ich es auf die Piste bringen muss", betonte der Olympia-Überraschungsmann.

Zurückhaltende Osl

Für die erfolgsverwöhnte Osl ist London mit Platz 15 hingegen nicht nach Wunsch verlaufen.

Die Weltcupgesamtsiegerin von 2009 versuchte sich für die WM mit einem weiteren Höhentrainingslager in Form zu bringen. Die 26-Jährige äußerte sich nach diesem einwöchigen "Erinnerungsreiz" hinsichtlich der Heim-Titelkämpfe vorsichtig.

"Von einer Medaille zu sprechen wäre zu viel, mit den Top Ten wäre ich zufrieden", meinte Osl in ihrer gewohnt zurückhaltenden Art.

Bundesliga macht Mut

Erschwerend kommt hinzu, dass in Saalfelden neben sämtlichen Olympiateilnehmern auch noch die in London wegen der Nationenquoten nicht startberechtigten restlichen Asse mitfahren.

Zuversicht kann Osl aber aus ihrer guten Generalprobe mit Platz vier in der stark besetzten deutschen Bundesliga am Sonntag schöpfen.

Zurück in die Zukunft?

Die Kirchbergerin wird seit ihren Erfolgen von 2009 und 2010 stets an diesen gemessen. Warum sie seither nicht mehr ganz an diese Leistungen herankommt, hat sie noch nicht herausgefunden.

"Es ist schon schwierig, der Grund ist eigentlich nicht ersichtlich. Ich bin nicht nachlässig gewesen, habe fleißig trainiert und mich bemüht, den Anschluss zu halten", erzählte Osl.

Bewährte Trainingskonzepte habe sie aber nicht aufgeben wollen. "Das Training hat damals ja funktioniert, daran will man festhalten. Aber ich habe auch andere Reize zu setzen probiert."

Strecke kommt ihr entgegen

Verändertes Training war aber schon alleine durch die allmähliche Verkürzung der Renndauer für bessere TV-Tauglichkeit vonnöten.

Hinzu kamen neue, technisch schwierigere Strecken und die Entwicklung hin zu 29-Zoll-Rädern. Beim Material sieht Osl gemeinsam mit ihrem Ausrüster noch Nachholbedarf.

Unabhängig von der Radgröße komme ihr der WM-Kurs in Saalfelden entgegen. "Die Strecke passt mir besser als in London. Dort war jeder Meter künstlich gebaut. In Saalfelden gibt es viele Waldpassagen und längere Anstiege, das liegt mir mehr."

Im U23-Rennen am Freitag will Lisa Mitterbauer zumindest ihren achten WM-Rang aus dem Vorjahr wiederholen. "Mein großes Ziel sind die Top acht. Die Vorbereitung ist super gelaufen, ich bin in sehr guter Form."

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