Olympia-Strecke kommt Osl "nicht so entgegen"

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2009 war sie Gesamtweltcupsiegerin, damit ist Mountainbikerin Elisabeth Osl wohl auch bei den Olympischen Spielen im Sommer in London Österreichs größte Medaillenhoffnung im Radsport.

Die Strecke, auf der die Frauen am 11. August um Medaillen fahren, ist der 26-jährigen Tirolerin aber nicht auf den Leib geschneidert.

Bei den Spielen in Peking wurde Osl Elfte.

Osl wird erst in der Rennwoche anreisen, um den Fokus nicht zu verlieren. Bei ihrer Olympia-Premiere vor vier Jahren in Peking war die Tirolerin noch vom Drumherum überwältigt.

"Das waren so viele Eindrücke, da lässt man sich als Junger leicht ablenken. Da war alles aufregender als das Rennen selbst."

Olympia war immer das große Ziel

In China belegte Osl Rang elf. Mittlerweile ist sie zwar Weltcup-Siegerin und um einige Erfahrungen reicher, Olympia ist aber immer noch etwas Besonderes.

"Wenn ich an den 11. August denke, löst das schon eine gewisse Spannung aus", gestand Osl. "So etwas gibt es nur alle vier Jahre und alle trainieren darauf hin. Die Stimmung bei Olympia ist einzigartig."

Schon als sie mit dem Sport begonnen habe, sei Olympia ihr Ziel gewesen, erinnerte die Mountainbikerin, 2009 Dritte bei der Wahl zu Österreichs Sportlerin des Jahres.

Auch Heim-WM steht auf dem Programm

Seit ihrer überragenden Saison hat Osl aber auch Täler durchschritten. "Dieses Level zu halten, ist extrem schwierig." 2010 landete sie im Gesamtweltcup auf Platz sechs, im Vorjahr reichte es nur noch zu Endrang 15.

"Man schätzt erst so richtig, was man erreicht hat, wenn es einmal nicht mehr ganz so läuft", meinte Osl, die das Jahr nicht nur an Olympia messen will.

Einerseits gibt es Anfang September die Heim-WM in Saalfelden/Leogang, dazu will die Tirolerin auch alle Weltcups fahren. Osl: "Wenn alles nur auf den 11. August ausgerichtet wäre, wäre der Druck noch größer."

"Es ist unrhythmisch mit wenig Steilheit bergauf. Das kommt mir nicht so entgegen", erklärte Osl, die diese Woche auf dem Olympia-Kurs trainiert hat.

Osl hat den Formaufbau dennoch klar auf den Saisonhöhepunkt ausgerichtet. "An einem guten Tag ist alles möglich. Da ist man auf jeder Strecke schnell", versicherte die Siegerin von drei Weltcup-Rennen.

Überwindung ist gefragt

In die laufende Saison ist die Kirchbergerin mit den Rängen 12 und 17 gestartet, echten Formtests für Olympia will sie sich bei den Übersee-Weltcups Ende Juni in Kanada und den USA unterziehen. "Es wäre wichtig, vor Olympia schon einen Erfolg zu haben", versicherte Osl.

Die Strecke in Hadleigh Farm 50 km östlich von London hat Osl zuerst zu Fuß unter die Lupe genommen und dann zwei Tage darauf trainiert. Den Kurs dominieren Steine, jeder Meter ist künstlich angelegt.

"Für den Kopf ist es schwierig, sich zu überwinden", erklärte die Österreicherin, die natürliches Terrain mit Wurzeln und Waldboden bevorzugt.

"Wenn man sich einmal überwunden hat, sollte es aber kein Problem sein. Der Großteil wird in der Technik entschieden. Man muss sehr sauber fahren."

Späte Anreise soll Fokusierung erleichtern

Schon im Vorjahr hat Osl an einem Testrennen in Hadleigh teilgenommen. Für Olympia (27. Juli bis 12. August) habe das ÖOC bereits seine Zustimmung zu einem Außenquartier in der Grafschaft Essex gegeben.

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