Brändle kehrt Team den Rücken

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Brändle: "Konnte aus mehreren Angeboten auswählen"

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Das Ende schien nah, doch auf den letzten Drücker konnte das Aus des NetApp-Rennstalls abgewendet werden.

Das Überleben des einzig verbliebenen deutschen ProContinental-Teams, bei dem Matthias Brändle und Daniel Schorn unter Vertrag stehen, stand lange Zeit auf der Kippe. Nun konnte man aber vor wenigen Tagen vermelden:

„NetApp verlängert und begrüßt Endura als zweiten Namenssponsor bis Ende 2014.“

Dieses „Happy End“ rettet zahlreichen Teamangestellten den Job. Brändle war darauf nicht mehr angewiesen.

Brändle verlässt NetApp

„Ich werde das Team verlassen“, gesteht der Vorarlberger im Gespräch mit LAOLA1.

Die Entscheidung über die Vertragsverlängerung des Hauptsponsors habe er aus der Presse erfahren. „Ich war nicht mehr involviert, weil ich 2013 in einem neuen Team unterwegs sein werde.“

Welches dies sein wird bzw. wohin es den 22-Jährigen verschlägt, will er vorerst noch nicht verraten. „Ich kann noch nicht sagen, für wen ich fahre. Nur so viel: Es ist ein gutes Team und wird für mich ein Aufstieg sein.“

Trotz seines Abschieds freut sich Brändle über den Fortbestand seines Noch-Arbeitgebers. „Auf jeden Fall freue ich mich. Die Sorge war bei einigen groß. Bis Anfang September hat man nicht gewusst, wie es weiter geht.“

„Das richtige Team“

Nach zahlreichen Versprechungen („Im Juni wurde gesagt, der neue Sponsor wird präsentiert. Im Juli wieder, doch nichts ist passiert.“) hat er nach der Österreich-Rundfahrt die Entscheidung getroffen, sich nach einer Alternative umzuhören.

Inzwischen ist die Tinte auf dem neuen Kontrakt getrocknet. „Er streckt sich über zwei Jahre. Ich glaube, dass es das richtige Team für mich ist.“

Besonders erfreulich: „Ich konnte aus mehreren Angeboten auswählen, was das Ganze leichter gemacht hat."

Brändle betrachtet seinen Sieg als "Befreiungsschlag"

„Ein Befreiungsschlag“

Hilfreich in puncto Angeboten sind logischerweise überzeugende Resultate. Mit zwei Top-Ten-Platzierungen beim Giro d’Italia und einem dritten Etappenrang bei der Ö-Tour schuf Brändle die Basis, sein Sieg beim GP Zottegem in Belgien war das Sahnehäubchen.

„Das Rennen war für mich ein Befreiungsschlag“, erklärt der Vorarlberger, der kurz vor dem Rennen der Mannschaft seinen Abschied mitteilte und anschließend „nicht die Unterstützung“ erfuhr, „die ich gerne gehabt hätte. Ich hatte nicht das volle Vertrauen.“

Mit seinem ersten Saisonerfolg tankte Brändle gehörig Selbstvertrauen. Das dürfte er auch brauchen, um bei der Weltmeisterschaft in Limburg (15. bis 23. September) mit dem österreichischen Team eine Überraschung zu vollbringen.

WM-Start quasi fix

Seine Teilnahme gilt als so gut wie sicher, lediglich die offizielle Bestätigung des Verbands lässt noch auf sich warten. „Ich gehe davon aus, dass ich dabei bin.“

Nach dem Straßenrennen darf Brändle einen Haken unter die Saison machen, die Titelkämpfe dienen als Abschluss eines kräftezehrenden Jahres.

„Danach geht es in den Urlaub, um die Akkus neu aufzuladen.“ Erst im neuen Jahr wird wieder Gas gegeben – dann allerdings in neuem Gewand.

 

Christoph Nister

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