Uneinigkeit nach umstrittener Giro-Königsetappe

Aufmacherbild
 

Nach der umstrittenen Abfahrt auf der Königsetappe des Giro d'Italia haben die sportlichen Leiter aller 22 Radsport-Teams über mögliche Konsequenzen beratschlagt.

Etappensieger Nairo Quintana hatte am Dienstag attackiert, obwohl die Rennorganisatoren wegen schlechter Sichtverhältnisse und Schneefällen eine langsame Abfahrt vom Stilfser Joch hinter Motorrädern angekündigt hatten.

Fraktion für Annullierung

Eine Fraktion, angeführt vom Team Omega Pharma, sprach sich am Mittwoch dafür aus, die Zeiten vom Vortag zu annullieren. Teamchef Patrick Lefevere sprach sich sogar für einen Rücktritt von Giro-Rennleiter Mauro Vegni aus.

Vertreter von Quintanas Team Movistar waren dagegen, das Gesamtklassement zu ändern. Sie wurden von einer neutralen Fraktion unterstützt.

"Wenn ein Rennen begonnen hat, dann kann man es nicht verlangsamen. Die Fahrer selbst entscheiden, wie schnell sie unterwegs sind", sagte Katusha-Teamchef Vyacheslav Ekimov.

"Absurde" Forderung

Ekimov nannte es "absurd", im Nachhinein Veränderungen im Klassement vornehmen zu wollen.

Bei der Ansage der Organisatoren war es zu Missverständnissen gekommen, weil diese nur die ersten sechs Kurven betroffen hatte. Manche Teams waren aber davon ausgegangen, die gesamte Abfahrt sei neutralisiert.

Die 17. Etappe startete am Mittag in völliger Ungewissheit darüber, ob der Gesamtführende Nairo Quintana zu Recht das Rosa Trikot trägt.

Kommunique wird erwartet

"Wir werden nach der heutigen Etappe ein Kommunique veröffentlichen", sagte Ricardo Scheidecker,

Sprecher der Vereinigung der Radsportrennställe AIGC. Oleg Tinkov, Besitzer des Saxo-Tinkoff-Rennstalls, zeigte sich erbost über das Kommunikations-und Entscheidungschaos.

"Wenn so etwas passiert, dann wird kein großer Sponsor in diesen Sport einsteigen. Das ist lächerlich", sagte Tinkov.

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen