USADA spricht Armstrong Titel ab

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Offiziell: USADA sperrt Armstrong lebenslang

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Der siebenfache Rekordsieger der Tour de France, Lance Armstrong, steht vor den Trümmern seiner Karriere: Die US-Anti-Doping-Agentur (USADA) aberkannte dem einstigen Champion am Freitag alle Triumphe im schwersten Radrennen der Welt und verhängte eine lebenslange Sperre gegen den 40-Jährigen.

Die USADA gab in Los Angeles bekannt, Armstrong sei des Besitzes und des Gebrauchs illegaler Substanzen zur Leistungssteigerung unter anderem mit dem Blutdopingmittel EPO überführt.

Ihm würden deshalb alle Titel, Medaillen, Preise und Punkte aus Wettbewerben seit August 1998 aberkannt.

Armstrong: "Es reicht"

Armstrong hatte zuvor eine Widerspruchsfrist in seinem Doping-Verfahren verstreichen lassen und erklärt, er werde nicht länger mit der Behörde zusammenarbeiten, der er Einseitigkeit und eine Hexenjagd gegen seine Person vorwarf. Zugleich beteuerte er abermals, nie gedopt zu haben. Armstrong hatte die Tour von 1999 bis 2005 sieben Mal en suite gewonnen.

"Es kommt der Moment, da sagt man sich: 'Es reicht'", teilte Armstrong auf seiner Homepage mit. Er ließ die Frist für Widersprüche gegen Vorwürfe der USADA verstreichen, er habe illegale leistungssteigernde Mittel eingenommen.

 

"Kein Einspruch kommt Geständnis gleich"

Die sieben Siege bei der härtesten Radrundfahrt der Welt machten den wortkargen, hageren Texaner zu einem bewunderten Helden. Seine Konkurrenten fürchteten sein legendäres Durchhaltevermögen. Dazu kam noch, dass er auch seine Hodenkrebskrankheit besiegt hatte. Danach arbeitete er sich mit schier unbeugbarem Willen an die Spitze im Profiradrennsport zurück.

"Dies ist ein herzzerreißendes Beispiel dafür, wie eine Kultur des Siegens um jeden Preis, wenn sie nicht überwacht wird, ein fairen, gesunden und ehrlichen Wettkampf zur Seite drängt", betonte der Chef der US-Antidoping-Behörde, Travis Tygart. Für alle sauberen Athleten aber sei dies ein Zeichen der Hoffnung.

Der Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) John Fahey sagte, der Verzicht Armstrongs auf einen Einspruch komme einem Eingeständnis gleich. Er gehe davon aus, dass die sieben Tour-Siege von Armstrong aberkannt würden und bezeichnete den Texaner als "Doping-Betrüger".

Unwiderlegbare Beweise

Die US-Dopingfahnder besitzen nach eigenen Angaben unwiderlegbare Beweise für die Vergehen von Armstrong. Demnach sind in Blutproben von 2009 und 2010 die leistungssteigernden, aber auch gesundheitsgefährdenden Mittel eindeutig nachzuweisen.

Zudem gibt es Belastungszeugen. Der frühere Teamkollege und Tourgewinner Floyd Landis hat Armstrong 2010 vorgeworfen, leistungssteigernde verbotene Mittel genommen und deren Gebrauch auch den Mitgliedern seines Teams beigebracht zu haben.

Der 40-Jährige bestreitet die Vorwürfe. Es gebe keinen physischen Nachweis für die "ruchlosen Anschuldigungen", bekräftigte er auf seiner Homepage. Armstrong, der sich mittlerweile aus dem aktiven Sport zurückgezogen hat und sich seiner Stiftung zum Kampf gegen Krebs widmet, bestritt, dass die US-Doping-Fahnder ihm die Titel entziehen dürften.

Nike hält weiterhin zu Armstrong

Nicht auszuschließen ist, dass Armstrong auch einen handfesten Grund hat, die gerichtliche Auseinandersetzung mit der Doping-Behörde zu meiden. Warnendes Beispiel ist die US-Sprinterin Marion Jones, die im Zusammenhang mit Doping-Vorwürfen einen Meineid geleistet hatte. 2008 wurde die dreifache Goldmedaillen-Gewinnern der Olympischen Sommerspiele von Sydney 2000 deshalb zu einer sechsmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Der Sponsor und Sportartikelhersteller Nike hält seinem Star vorerst die Treue. Armstrong habe seine Unschuld beteuert, Nike werde ihn und seine Krebshilfe-Stiftung weiter fördern. Der Fahrradhersteller Trek hingegen will zunächst die neue Lage analysieren.

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