Wahrheitsfindung mit einer Lüge

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Armstrong räumt gleich zu Beginn ein, "eine riesige Lüge" gelebt zu haben, zugleich aber überzeugt davon gewesen zu sein, "niemals erwischt zu werden."

Gibney beschreibt Armstrong als "außergewöhnlich einfach, aber auch ungemein komplex.

Gewinnen oder verlieren, leben oder sterben. Diese Alles-oder-Nichts-Ethik ist innerhalb des Sports bewundernswert, aber außerhalb einfach niederschlagend".

Den kritischen Blick verloren

Der Regisseur entschied sich dazu, selbst Teil der Dokumentation zu werden. Er will zeigen, wie jemand, der von Berufswegen skeptisch sein sollte, einer Legende verfallen kann.

Er sei beeindruckt gewesen und zu einem Fan geworden, sagt Gibney.

Als er im Oktober 2012 mit der Überarbeitung des Films begann, hatte die US-Anti-Doping-Agentur USADA gerade umfangreiche Dokumente zu Armstrongs dunkler Vergangenheit veröffentlicht.

Viele Fragen bleiben offen

Der in die Enge getriebene Texaner willigte daraufhin ein, Gibney die ganze Wahrheit zu erzählen. Doch schon bald, so Gibney, sei er "in Panik geraten".

Armstrongs Dopingbeichte im Jänner gegenüber Oprah Winfrey bezeichnet der Filmemacher als "Teil-Geständnis." Die ganze Wahrheit kann jedoch auch er Armstrong nicht entlocken.

So bleibt ungeklärt, wann der Amerikaner mit dem Doping begann und ob er die Tour 2009 sauber gefahren ist oder gedopt, wie Testergebnisse belegen.

Jede Menge Gerichtstermine

Armstrong hat bereits ausrichten lassen, dass er keine Intention habe, den Film zu sehen.

Am 21. November muss er sich vor Gericht verantworten. Eine Versicherungsfirma klagt auf Rückzahlung von drei Millionen Dollar für erschummelte Erfolge aus der Vergangenheit.

Und auch seitens der Staatsanwaltschaft droht Armstrong Ungemach. Die Untersuchungsbehörden betonen, dass er seine Dopingbeichte ohne Eid abgelegt und sie in keinen Kontext gestellt habe.

"Armstrong hat noch nicht vollends dargestellt, wer ihm beim Dopen geholfen hat, wo die illegalen Mittel herkamen und wie es ihm möglich war, seine Aktivitäten so lange zu verschleiern", so die Anklage.

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