Contador und das Rauschen im Blätterwald

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In der spanischen Presse schlägt die zweijährige Sperre von Rad-Star Alberto Contador. Hier der Tenor der wichtigsten Blätter:

"El Pais": "Der Fall Contador erweckt den Eindruck, als herrschten im Kampf gegen das Doping Chaos und Willkür. Einige Instanzen wie der spanische Verband wollten den Radprofi freisprechen, andere verlangten die Höchststrafe. Aber abgesehen von diesem rechtlichen Labyrinth zeigt der Fall, dass man in Spanien beim Doping mehr Toleranz walten lässt als in anderen Ländern."

"El Mundo": "Das Sportgericht verurteilt Contador, ohne zu wissen, was vorgefallen ist. Jeder Jurist, der das Urteil liest, kommt zu dem Schluss, dass die Sperre für Contador ein kompletter Irrsinn ist. Das Gericht disqualifiziert sich mit seiner Entscheidung selbst."

"El Periodico de Catalunya": "Contadors Version vom Verzehr eines verunreinigten Steaks mag schon abenteuerlich gewesen sein, aber die Argumentation des Gerichts ist nicht minder verwegen. Die Richter verhängten eine Sperre für Contador, nicht weil sie von einem Doping des Spaniers überzeugt waren, sondern weil sie ein solches Vergehen vermuteten. Das Urteil wird kaum zu einer Säuberung des Radsports beitragen, sondern vor allem Verwirrung stiften."

"Marca": "Der Internationale Sportgerichtshof hat den Verstand verloren. Die Verurteilung Contadors ist der Höhepunkt der Absurdität und ein skandalöser Handstreich. Sie verstößt gegen elementare Rechtsgrundsätze wie den der Unschuldsvermutung. Die Entscheidung nimmt mit einem Schlag all jenen Instanzen die Glaubwürdigkeit, die den Sport sauber halten sollen."

"As": "Nun steht Spanien wieder als ein Land da, das Doping toleriert. Aber der Fall Contador darf nicht dazu dienen, den spanischen Sport insgesamt zu disqualifizieren. Spanien hat ernsthafte Dopingprobleme im Radsport und in der Leichtathletik. Man darf die Vorwürfe nicht auf andere Sportarten ausweiten."

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