Für Armstrong wird es eng

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Gericht kommt "Amstrongs Wunsch" nicht nach

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Nach der schallenden Ohrfeige durch ein US-Gericht kann Lance Armstrong einem Doping-Prozess kaum noch entrinnen.

Ein Amtsgericht in Austin im US-Staat Texas wies am Montag eine Klage des Radstars im Eiltempo ab.

Der Tour-Rekordsieger hatte die US-Anti-Doping-Agentur (USADA) unter anderem wegen Zeugenbeeinflussung an der Fortführung des Verfahrens hindern wollen.

Gericht kommt "Amstrongs Wunsch" nicht nach

Nach nur etwas mehr als sieben Stunden Bedenkzeit folgte die für Armstrong niederschmetternde Replik von Richter Sam Spark.

"Dieses Gericht wird Armstrongs Wunsch nach Publicity, Selbstverherrlichung und Verunglimpfung der gegnerischen Partei nicht nachkommen."

Die USADA wirft dem siebenfachen Tour-de-France-Sieger Doping und Handel mit illegalen Substanzen über mehrere Jahre vor.

USADA in Besitz von positiven Proben?

Der Texaner bestreitet die Vorwürfe, will eine Schiedsgerichts-Verhandlung aber unbedingt vermeiden - zumal die Anti-Doping-Behörde nach eigenen Angaben zehn Ex-Teamkollegen als Belastungszeugen aufbieten kann. Zudem sei die USADA im Besitz von Armstrong-Blutproben, die Doping-Spuren zweifelsfrei aufwiesen.

Mit einem 80-seitigen Schreiben an das Gericht in Austin hatte Armstrong die USADA per Einstweiliger Verfügung ausbremsen wollen.

Allein 261 Paragrafen mit zum Teil sogar Unterabschnitten führten die Anwälte des inzwischen gesperrten 40-Jährigen ins Feld.

"80 zumeist unnötige Seiten"

Sparks machte da nicht mit. Er sei nicht bereit, "80 zumeist unnötige Seiten durchzugehen, nur um die wenigen Kernpunkte mit relevanten Fakten herauszufiltern", sagte der Richter laut US-Medien.

Derartige Schreiben, so Sparks, würden "eine kurze und einfache Erklärung detaillierter Fakten" erfordern und keinen "mechanisch wirkenden Vortrag standardklausulierter Vorwürfe".

Armstrong hat die Chance, die Klage innerhalb von 20 Tagen erneut einzureichen, aber nur, wenn er ausschließlich den Fall betreffende Informationen vorbringt.

Lebenslange Sperre und Verlust der Tour-Titel droht

Medienberichten zufolge kündigten die Anwälte am Montag bereits an, erneut vor Gericht zu ziehen.

Der Schritt dürfte schnell erfolgen, da Armstrong nur noch bis Samstag Zeit hat, offiziell auf die USADA-Vorwürfe zu reagieren und ein Schiedsgericht anzurufen. Sollte er verzichten, könnte er lebenslang gesperrt werden und einige seiner Tour-Titel verlieren.

Der Ex-Radprofi bezichtigt die USADA, Fahrer zu bestechen, gegen ihn auszusagen, und sprach von einem "korrupten Verfahren".

Langjährige Doping-Verschwörung?

Im Juni hatten die US-Doping-Jäger Armstrong, dessen ehemaligem Teamchef Johan Bruyneel und vier weiteren langjährigen Betreuern und Ärzten ein umfangreiches Schreiben mit Vorwürfen zugesandt.

Die Beschuldigten sollen Teil einer Doping-Veschwörung gewesen sein und in den Teams US Postal, Discovery Channel, Astana und RadioShack über mehrere Jahre Doping praktiziert und gefördert haben, etwa EPO-, Testosteron- und Kortison- und Blutdoping.

Drei Betreuer lebenslang gesperrt

Drei langjährige Weggefährten des Tour-Rekordsiegers Lance Armstrong sind mittlerweile wegen Dopingverstrickungen von der US-Anti-Doping-Agentur USADA lebenslang gesperrt worden.

Der frühere Radsport-Teamarzt Luis Garcia del Moral, der umstrittene italienische Mediziner Michele Ferrari und Betreuer Jose Marti hätten die Frist für eine Schiedsgerichts-Verhandlung verstreichen lassen, teilte die Behörde am Dienstag mit.

Dem Trio wird der Besitz von und der Handel mit leistungssteigernden Substanzen wie Steroiden, EPO und Wachstumshormonen zwischen 1999 und 2007 vorgeworfen.

Weltweite Verbannung aus dem Radsport

"Diese Individuen dauerhaft aus dem Sport zu verbannen, ist eine starke Aussage, die diese und kommende Generationen von Athleten vor ihrem Einfluss schützen kann", sagte USADA-Geschäftsführer Travis Tygart laut der Mitteilung.

Die drei Männer hatten zuvor jegliches Fehlverhalten abgestritten, die Möglichkeit für eine Schiedsgerichts-Verhandlung jedoch nicht genutzt. Der Bann soll weltweit gelten. Gegen ein weiteres Trio, darunter Armstrong, wird ebenfalls in dem Verfahren ermittelt.

Die Spanier del Moral und Marti sowie Ferrari hatten in unterschiedlichen Phasen der Karriere von Armstrong mit dem siebenmaligen Sieger der Tour de France zusammengearbeitet. Armstrong fuhr in dieser Zeit für US Postal und Discovery Channel.

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