Teurer, schriller und noch gigantischer!

Die Olympischen Sommerspiele haben eine Dimension erreicht, die es nur noch wenigen Ländern der Welt erlaubt, als Ausrichter zu kandidieren. China, Russland, Japan, USA, Brasilien, Kanada oder eben Großbritannien zählen zum erlauchten Kreis. Olympia kostet Geld, sehr viel Geld. Elf Milliarden Euro lassen sich die Briten das Sportfest kosten.

Um eine derart aberwitzige Summe rechtfertigen zu können, lautet das große Zauberwort der Mega-Investition Nachhaltigkeit. Ein Konzept und eine Philosophie, die beispielsweise bei der Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich eher klein geschrieben war.

London lässt sich nicht lumpen, setzt aber unter anderem auf temporäre Architektur. Der Olympia-Park sucht seinesgleichen. Sämtliche Sportstätten sind neu errichtet und werden nach den Spielen zum Teil zurückgebaut, zur Gänze abmontiert, verkauft und in anderen Ländern bzw. Städten wieder aufgestellt.

Zahlreiche Star-Architekten und Baubüros dürfen sich anlässlich der Spiele verwirklichen. Zaha Hadid zeichnet in London für das „Aquatic Center“ verantwortlich. Die Schwimmhalle gilt als heimlicher Star unter den Olympia-Stätten 2012.

Die aus dem Iran stammende Architektur-Professorin mit britischem Pass ist auch in Österreich bestens bekannt. Die spektakuläre Aussichts-Plattform des Bergisel-Sprungstadions oder die Stelzen-Bauten am Wiener Donaukanal neben der Müllverbrennungsanlage Spittelau sind ihren Entwürfen entsprungen.

Der Spanier Santiago Calatrava gab dem Olympia-Zentrum in Athen 2004 sein Gesicht, das weltbekannte "Vogelnest" in Peking gilt als architektonisches Meisterwerk und wurde von den Schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron entworfen.

Die Zukunft des Londoner Olympia-Stadions ist noch ungewiss. Das 80.000 Zuschauer fassende Stahl- und Beton-Oval könnte zu einer kleineren Leichtathletik-Arena zurückgebaut werden oder als Heimstätte für den Fußball-Klub Westham dienen. Auch ein zweiter Verein aus der Premier League hat bereits Interesse gezeigt.

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