US-Schwimm-Show am sechsten Olympia-Tag

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Die Schwimmbewerbe bei den Olympischen Spielen in London sind am Donnerstagabend zur großen Show für die USA geworden - mit Superstar Michael Phelps und Weltrekordlerin Rebecca Soni in den Hauptrollen.

Ryan Lochte kassierte über 200 m Rücken, die sein Landsmann Tyler Clary gewann, als Dritter und über 200 m Lagen hinter Phelps seine Niederlagen Nummer zwei und drei auf einer Einzelstrecke in London.

Phelps hält als erfolgreichster Olympionike aller Zeiten bei 20 Medaillen, davon strahlen nun 16 in Gold.

Drittes Gold in Folge

Clary überraschte zunächst über 200 m Kraul. Lochte musste sich hinter dem Japaner Ryosuke Irie mit Bronze begnügen. Rund eine halbe Stunde später kürte sich Phelps zum ersten männlichen Schwimmer, der einen Olympia-Einzeltitel zum dritten Mal in Folge gewann.

Lochte musste sich mit Silber trösten, hält aber damit bereits bei elf Medaillen im Zeichen der fünf Ringe. Bronze ging an den Ungarn Laszlo Cseh. Soni blieb als erste Frau über 200 m Brust unter 2:20 Minuten. Die 25-Jährige verbesserte ihren Weltrekord um 41/100 Sekunden auf 2:19,59 Minuten. Es war dies die bereits sechste Bestmarke im Aquatics Centre.

Hoy mit fünftem Gold

Gastgeber Großbritannien triumphierte im Teamsprint der Bahnradfahrer. Mit im erfolgreichen Trio war Fahnenträger Chris Hoy, der damit zum fünften Mal Olympiasieger wurde.

Mit insgesamt sechs Medaillen hat der 36-Jährige nun genauso viel olympisches Edelmetall im Regal wie die britische Ruderlegende Steven Redgrave und nur eine weniger als der mittlerweile auf die Straße gewechselte Radstar Bradley Wiggins. Silber holten sich die Franzosen, Bronze ging an Deutschland.

Im Rudern blieben die Europäer am Donnerstag ohne Titel. Sie mussten den USA (Damen-Achter), Südafrika (Männer-Leichtgewichtsvierer ohne Steuermann) und Neuseeland (Männer-Doppelzweier) in packenden Endläufen den Vortritt lassen.

"Nur" Bronze für die Hochschorners

Im Kanu-Wildwasserslalom feierten die Gastgeber durch Tim Baillie und Etienne Scott sowie David Florence und Richard Hounslow sogar einen überraschenden und vielumjubelten Doppelsieg.

Die slowakischen Zwillingsbrüder Pavol und Peter Hochschorner mussten sich nach dreimal Gold in Folge im Canadier-Zweier mit Bronze zufriedengeben. Im Kajak-Einer siegte die Französin Emilie Fer, Österreichs größte Medaillenhoffnung und Mitfavoritin Corinna Kuhnle ging als Achte leer aus.

China weiter eine Macht

Im Tischtennis hat China auch bei den Herren seine Übermacht eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Im Einzel-Finale standen sich mit Zhang Jike und Wang Hao die derzeit besten Spieler der Welt gegenüber.

Zhang fügte dabei seinem Landsmann Wang mit 4:1 dessen dritte Olympia-Final-Niederlage in Folge zu und setzte sich nach der WM- und der Weltcup- als erster Spieler überhaupt und auch noch die Olympia-Krone auf.

Bronze ging etwas überraschend an den Deutschen Dimitrij Ovtcharov. Im Turnen hingegen blieb China ohne Edelmetall. Mehrkampf-Gold holte Gabrielle Douglas für die USA vor den Russinnen Wiktoria Komowa und Aliya Mustafina.

Judo-Gold für Russland

Gold für Russland gab es im Judo. Vor den Augen von Staatspräsident Wladimir Putin, der selbst Träger des schwarzen Gürtels ist, sicherte sich Tagir Khaibulaev in der Klasse bis 100 kg den Titel.

Bei den Damen holte die frühere Weltmeisterin Kayla Harrison in der Gewichtsklasse bis 78 kg das erste Judo-Gold im ExCeL Exhibition Centre für die Vereinigten Staaten.

Top-Favoriten weiter

Der Kampf um Gold im olympischen Tennisturnier hat sich auf vier Spieler reduziert. Neben den Topfavoriten Roger Federer (SUI), Novak Djokovic (SRB) und Andy Murray (GBR) steht der Argentinier Juan Martin Del Potro im Halbfinale.

Dort fordert er nun mit Federer die Nummer eins der Welt, die den aufschlagstarken John Isner 6:4,7:6(5) bezwang. Souverän fixierten Djokovic und Murray ihren Halbfinal-Schlager. Der Lokalmatador fertigte Nicolas Almagro (ESP) 6:4,6:1 ab, der Serbe Jo-Wilfried Tsonga (FRA) 6:1,7:5.

Bei den Damen spielen in der Runde der letzten vier Victoria Azarenka (BLR) gegen Serena Williams (USA) und Maria Kirilenko gegen ihre russische Landsfrau Maria Scharapowa um die Medaillen.

Heißes Duell an der Spitze

Im Medaillenspiegel ist das US-Team den Chinesen nach den 18 Entscheidungen vom Donnerstag sehr nahe gerückt.

Nach 91 von 302 Entscheidungen halten die Amerikaner bei 37 Mal Edelmetall und damit bei drei mehr als die Asiaten, weil beide aber je 18 Mal Gold und die Chinesin mit elf um zwei mehr Silber auf dem Konto haben, ist die USA aber weiter Zweiter.

Dahinter folgen mit Respektabstand Südkorea (7 Gold), Frankreich (6) und Großbritannien (5).

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