Isinbayeva verpasst drittes Olympia-Gold en suite

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Bei der WM 2009 in Berlin blieb sie mit einem "Salto nullo" unplatziert, zwei Jahre später in Daegu schaute nicht mehr als der sechste Platz heraus.

Bronze am Montagabend bei Olympia in London ist ebenfalls zu wenig für die einstige Überfliegerin: Die russische Stabhochsprung-Weltrekordlerin Jelena Isinbajewa wartet seit den Sommerspielen in Peking auf den ersten großen Titel auf Weltniveau.

2013 bei der Heim-WM in Moskau bietet sich die letzte Chance, denn danach wird sie ihre Karriere beenden.

4,75m und 4,80m klappten nicht

Wie man es von ihr längst kennt, verkroch sich Isinbajewa vor ihrem Einstieg in den Wettkampf unter ihrem Kapuzensweater. Sie verzog sich zugedeckt auf die Wartebank, kuschelte sich unter eine Bettdecke mit olympischen Motiven und ließ die Konkurrentinnen mal machen.

Als Einstiegshöhe wählte die 28-fache-Weltrekordlerin 4,55 m - und riss.

4,65 und 4,70 m nahm sie dafür im ersten Versuch, doch bei 4,75 fiel die Latte wieder.

Einmal, zweimal. Sie ließ sich 4,80 m auflegen - zu hoch.

Zumindest Bronze

Der Goldtraum für die 30-jährige Isinbajewa war damit ausgeträumt, Bronze war ihr aber sicher.

Mit gequältem Lächeln winkte sie dem Publikum. Sie hatte die Chance vergeben, als erste Frau dreimal hintereinander Gold bei Olympischen Spielen zu gewinnen.

In London hat die Jamaikanerin Veronica Campbell-Brown über 200 m noch die Möglichkeit, dieses Kunststück zu vollbringen.

USA holte doch noch Gold

Stabhochsprung-Gold ging an Jennifer Suhr (4,75) vor Yarisley Silva (CUB/4,75), die USA holte damit am Montag doch noch eine von 19 möglichenen Goldenen.

Nach 2004 wurde Felix Sanchez aus der Dominikanische Republik zum zweiten Mal Olympiasieger.

In der Jahresweltbestzeit von 47,63 Sekunden verwies er über 400 m Hürden Michael Tinsley (USA/47,91) und Javier Culson (PUR/48,10) auf die weiteren Plätze. Sanchez zog im größten Jubel unter seinem Trikot ein Foto heraus, legte es auf die Bahn und küsste es.

Es zeigte seine Großmutter, die während der Peking-Spiele gestorben war: "Ich wollte sie stolz machen, deshalb hatte ich ihren Namen auf meinen Spikes. Als sie starb, brach es mir mein Herz", erzählte der 34-Jährige.

Erste Medaille für Grenada

Für eine weitere Jahresweltbestzeit sorgte Kirani James aus Grenada über 400 m. Er absolvierte die Stadionrunde in 43,94 Sekunden und kam vor Luguelin Santos (DOM/44,46) und Lalonde Gordon (TRI/44,52) ins Ziel.

Es war dies zudem die erste Olympia-Medaille für Grenada in der Geschichte.

James wird am 20. August auch bei den Gugl Games in Linz zu sehen sein.

Im Kugelstoßen der Frauen setzte sich die Weißrussin Nadeschda Ostaptschuk mit 21,36 m vor der Neuseeländerin Valerie Adams (20,70) und der Russin Jewgenia Kolodko (20,48) durch.

Über 3.000 m Hindernis triumphierte die russische Weltmeisterin Julija Saripowa in 9:06,72 Minuten vor Habiba Ghribi (TUN) und Sofia Assefa (ETH).

China weiter vorne

Im Medaillenspiegel hat China, das am Montag lediglich im Laser Radial der Damen jubeln durfte, mit 31 Goldenen weiter die Nase knapp vor den USA (29).

Gastgeber Großbritannien setzte seinen Beutezug indes weiter fort, festigte Platz drei dank der Triumphe von Jason Kenny im Bahnrad-Sprint sowie der Springreiter-Equipe und hält nun bei 18 Mal Gold.

Bei den Turn-Bewerben sorgte der Brasilianer Arthur Nabarette Zanetti für eine Überraschung und holte an den Ringen als Erster Südamerikaner Turn-Gold.

Mit 15,900 Punkten besiegte er den hochfavorisierten Titelverteidiger Chen Yibing (15,800) und verdarb dem Chinesen so das vierte Olympia-Gold.

Im Sprung siegte der Südkoreaner Yang Hak-seon, bei den Damen am Stufenbarren die Russin Alija Mustafina.

Prominenter Doping-Fall

Indes ging den Doping-Jägern bei Olympia der erste prominente Athlet ins Netz.

Der Südtiroler Alex Schwazer, 2008 in Peking Olympiasieger über 50 Kilometer Gehen, wurde nach einem positiven Dopingtest auf das Blutdopingmittel EPO von den Spielen in London ausgeschlossen. Der 27-Jährige erklärte postwendend seinen Rücktritt.

Der US-Judoka Nicholas Delpopolo wurde wiederum als erster Athlet nach einer Wettkampfkontrolle bei den London-Spielen mit Spuren von Cannabis im Urin erwischt und ausgeschlossen.

Schwazer und Delpopolo sind bereits die Doping-Fälle sieben und acht bei Spielen auf der Insel.

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