Schauer will im OSV aufräumen

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Schauer will Schwimm-Verband erneuern

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In den heimischen Schwimmsport wird nach einer langen Saison mit den Olympischen Spielen und den laufenden Innsbruck-Titelkämpfen als Abschluss keine Ruhe einkehren.

Im österreichischen Verband (OSV) sind für 15. September die Wahlen für die nächste Vierjahres-Periode angesetzt, eine Neuordnung in den Funktionärsreihen scheint wahrscheinlich.

Sogar OSV-Präsident Paul Schauer selbst kündigte Änderungen an.

Job-Rochaden im Verband

"Es wird eine Verjüngung und Erneuerung geben", erklärte der wieder kandidierende Schauer. "Das ist ein normaler, gesunder Prozess." Eine Verjüngung könne aber auch in Form von neuen Ideen passieren, es müsse nicht zwingend das Alter der Personen betreffen.

Fix ist, dass die Position eines der drei Vizepräsidenten neu besetzt werden muss. Denn Helmut Gruber ist schon vor einigen Wochen zurückgetreten. Die weiteren Vize-Präsidenten sind Helmut Tröbitsch und Peter Putzgruber.

Die Gründe für Grubers Rücktritt sind pikant. Einerseits ist es ein Protest, dass der OSV nach den Beschimpfungen von Dinko Jukic am 27. Mai am Schlusstag der Debrecen-EM gegen Delegationsleiter Tröbitsch, OSV-Sportkoordinator Moschos Tavlas und den schlichten wollenden Kampfrichter Herbert Schurm nicht schneller reagiert hat.

"Muss vor Verbandsgericht gehen"

Erst nach den Spielen und damit zumindest rund drei Monate nachher wird es vom eingesetzten dreiköpfigen Verbandsgericht eine Entscheidung geben.

Schauer wies darauf hin, dass eine sofortige Sanktionierung von Jukic durch den Vorstand selbst nicht möglich gewesen wäre. "Es muss vor das Verbandsgericht gehen", erklärte der Werbe-Fachmann.

"Wenn wir vom Vorstand ihn gesperrt hätten, was von den Statuten her gar nicht möglich ist, hätte Dinko wahrscheinlich über eine einstweilige Verfügung recht bekommen." Schauer gab aber an, dass eine Statutenänderung angedacht ist. Dann könnte der Vorstand selbst gleich eingreifen.

Jukic' Druck nicht nachgeben

Der zweite Grund für Grubers Entscheidung sei gewesen, dass Jukic mit einem Startverzicht für Olympia gedroht hatte, sollte einer der ihm nicht genehmen Funktionäre in London dabei sein.

Prompt fuhr der sonst immer bei Großereignissen präsente Tavlas nicht mit, London-Delegationsleiter war Generalsekretär Thomas Gangel. Jukic hat das Rad in London weiter gedreht und seinen Startverzicht für Österreich für den Fall angekündigt, dass Schauer in seine dritte Amtsperiode geht.

Davon lässt sich der 65-Jährige aber nicht beeindrucken. "Dem Druck werde ich sicher nicht nachgeben. Es ist absurd, was hat der Präsident mit seiner Schwimmtätigkeit zu tun", erläuterte Schauer.

"Beschimpfungen nicht hinnehmen"

"Es bleibt ihm unbenommen, für Österreich zu starten." Schauer würde keinen Grund zur Panik sehen, gebe es im OSV weder Markus Rogan noch Jukic. "Wir sind jetzt in einer Phase, in der wir mit Lisa Zaiser und Christian Scherübl die richtigen Leute für Rio 2016 aufbauen können."

Schauer räumte ein, dass es dem Olympia-Vierten gelungen sei, zu emotionalisieren. Dass es im aktuellen Vorstand Funktionäre gebe, die des Englischen nicht mächtig seien, sei nicht richtig.

"Seine wüsten Beschimpfungen sind einfach nicht hinzunehmen. Ich bin doch der, der in der Causa bei der NADA immer zu 100 Prozent hinter Dinko Jukic gestanden ist." An Jukic' sportlicher Seite hat Schauer freilich nichts auszusetzen: "Seine Leistungen in London waren hervorragend."

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